Von der Garagenfirma zum Hightech-Unternehmen

Von der Garagenfirma zum Hightech-Unternehmen

Goslar. Goslars Flair als eine der schönsten Städte Deutschlands und ihr hohes Wirtschaftspotenzial – diese Kombination schafft ideale Voraussetzungen für Existenzgründer und mittelständische Unternehmen. Sicherlich ein Grund, der auch Trackunit, den dä­nischen Spezialisten für Telematik-Lösungen, dazu veranlasst hat, in der Umgebung der traditionsreichen Kaiserpfalz am Harz eine Tochtergesellschaft zu platzieren.

Dort erfuhr die Treffpunkt.Bau-Redaktion Mitte März im persönli­chen Gespräch mit Markus Grzbielok, Country-Manager DACH und Ansprechpartner der Trackunit-Niederlassung Goslar, von der Revo­lution des dänischen Unternehmens: Was vor 20 Jahren als Garagen­firma mit zwei Gründern im dänischen Hune begonnen hatte, ist heute eines der wegweisendsten Unternehmen der Telematik-Bran­che. 1998 begann Trackunit damit, in Hune und später in Pandrup in der Region Nordjylland zunächst Kleinserien elektronischer Bauele­menten im SMD-Bereich zu fertigen. Erster Auftraggeber war das Unternehmen Volvo Rental, welches die Bauelemente dazu nutzte, um zu erfahren, wo und mit wie viel Betriebsstunden die Bauma­schinen im Feld unterwegs waren. Damit sei es bereits möglich ge­wesen, den Service besser zu planen und entsprechende Ersatzteile rechtzeitig zur Verfügung zu haben.

Ein innovativer Ansatz, der schnell das Interesse anderer Vermieter in Skandinavien weckte. Grzbielok: „Das Produkt wurde daraufhin weiterentwickelt und anschließend erfolgreich vermarktet.“ In den ersten sechs Jahren habe der Hersteller etwa 20.000 Geräte verkauft. Diese Entwicklung sei ausschlaggebend für die Übernahme der Fir­ma Safe Track gewesen, welche parallel dazu die Software entwickelt und programmiert hatte. „Safe Track, Trackunit und M-Tec Holding als Muttergesellschaft bildeten damals das Technikunternehmen mit europaweit 60 Mitarbeitern inklusive Produktion in Dänemark“, so der DACH-Verantwortliche. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit, die Produktion nicht mitgerechnet, bereits 130 Mitarbeiter.

 

Der Start in Goslar erfolgte 2013

Seit Ende des Jahres 2013 ist die Firma mit einer Niederlassung in Goslar vertreten. „Trackunit ist ein System, welches Einsparpotenti­ale bei Maschineneinsätzen und im Fuhrpark erkennt. Heute wird Trackunit von Herstellern, Händlern, Vermietern sowie Bauunter­nehmern im Maschinensegment eingesetzt. Ebenso profitieren Transportunternehmen, Landwirte und andere Branchen von der Telematiksoftware“, erklärte Grzbielok. Seit Gründung der Trackunit Deutschland GmbH sei der Umsatz jährlich um 20 bis 25 % gestie­gen. „Von Goslar aus bieten wir den bestehenden und neuen Kun­den einen deutschsprachigen Rundum-Service zu unseren Produk­ten. Parallel wird von hier aus der Vertrieb in den Nischenmärkten vorangetrieben und gefestigt“, so Grzbielok weiter.

 

Meilenstein in der Firmenhistorie

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens war das Jahr 2015. Die Eigentümer der M-Tec-Holding verkauften das Unternehmen an ein Konsortium aus Goldman Sachs und GRO Capital. „Trackunit A/S hat heute seinen Stammsitz in Aalborg und gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Flottenma­nagementsystemen für die Baumaschinen- und Vermietungsbran­che“, so Grzbielok. Die Elektronik und Software sei jetzt in mehr als 260.000 Maschinen weltweit installiert. Kunden schätzten an den Trackunit-Lösungen vor allem, dass sie den Überblick über ihre Ma­schinen haben und deren Einsätze jederzeit optimieren können. „Unsere Technologie ermöglicht Maschinen, mit unseren Systemen zu kommunizieren. Das können beispielsweise Fehlermeldungen und Nutzungsdaten sein. Diese können unter anderem verwendet werden, um die Effizienz der Arbeit auf der Baustelle zu erhöhen oder Wartungsintervalle der Maschinen zu überprüfen.“ Grzbielok verwies darauf, dass Trackunit etwa 90 % seiner Produkte exportiert. Hauptexportgebiete seien Europa und die USA.

 

Festigung für den europäischen Markt

„2016 wurde die Firma Dreyer+Timm in Deutschland gekauft. Wir festigen damit unsere Position auf dem europäischen Markt für Tele­matik-Lösungen“, so Grzbielok. „Die fortschrittlichen Lösungen und das Know-how von Dreyer+Timm auf dem Gebiet der Telematik ergänzen unser Produktportfolio perfekt.“ Durch die Übernahmen kamen Baumaschinenvermieter wie Loxam, Zeppelin Rental und Mateco als Kunden für Trackunit dazu.

 

Mit Blick in Richtung Zukunft

Während Maschinen- und Gerätetelematik in der Bauindustrie keine Neuheiten sind, ist die Art und Weise, wie das dänische Unterneh­men die Telematik-Technologien und Maschinendaten verwendet, ein Novum in der Branche. Trackunit Raw, On, Go und Iris heißen einige der Produkte und Dienstleistungen, mit denen das Unter­nehmen das (Arbeits-) Leben seiner Kunden erleichtert. Darunter beispielsweise das Trackunit DualID-Keypad, das eine leistungsstar­ke Kombination aus Gerätepark-Management und Nutzerauthen­tifizierung für Maschinen bietet und in der Vergangenheit große Erfolge feierte. Eine starke Fokussierung auf die Zukunft beweist Trackunit auch mit seiner noch recht jungen Abteilung Predict: Dort geht es einzig und allein darum, das Baugewerbe der Zukunft zu gestalten. Und das alles, indem an neuen Dienstleistungen, schlau­en Updates und smarter, wesentlich effizienterer Hardware, die über die Grenzen des im Bauwesen heute Machbaren hinausgeht, gear­beitet wird.

 

 

Text und Bild: Rainer Oschütz

 

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