Vorstellung einer neuen Semitieflader-Generation

Vorstellung einer neuen Semitieflader-Generation

Ende September nahm die Treffpunkt.Bau-Redaktion an einer internationalen Presseveranstaltung des niederländischen LKW-Auflieger-Herstellers Nooteboom an dessen Unternehmenshauptsitz in Wijchen (NL) teil. Präsentiert wurde eine neue Semitiefladergeneration, die ihre offizielle Weltpremiere knapp einen Monat später auf der Nutzfahrzeugmesse BedrijfsautoRA in Amsterdam feierte.

Nooteboom, das eigentümergeführte und weltweit agierende Unternehmen ist ein bereits seit Jahrzehnten weltweit bekannter Hersteller von Tiefladern mit ausschwenkbaren Achsen und Transportlösungen für den straßengebundenen Spezialtransport.

Niedrige Ladeflächenhöhe und erhöhte Achslast

Wesentliche Merkmale der neuen Semitiefladergeneration „Manoovr Multi-PL“ sind die niedrige Ladeflächenhöhe die erhöhte Achslast. „Ausgangspunkt bei der Entwicklung der neuen Semitiefladergeneration war, bei allen wichtigen Parametern bessere Werte als bei bereits bestehenden Techniken zu liefern“, erklärte Stefan Salari, der als Produktmanager maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war. Der „Manoovr“ erhält wegen der Pendelachsen europaweit 12 Tonnen Achslast mit dauerhafter Ausnahmegenehmigung. Das sei bedeutend mehr als bei Aufliegern mit anderen Formen geteilter Achsen, die oftmals auf 9 Tonnen pro Achse beschränkt blieben. „Mit 780 mm Ladeflächenhöhe haben wir im Vergleich zum gegenwärtigen Multi-PX mit 70 mm zusätzlich einen deutlichen Fortschritt erzielt. Im Spezialtransport, wo jeder Zentimeter zählt, ist das eine bedeutende Entwicklung.“

Federweg und Ausgleichshub

Laut Hersteller konnten mit dem „Manoovr Multi-PL“ bestehende Problematiken, wie z.B. ein hoher Reifenverschleiß, eingeschränkter Federweg oder hohe Betriebskosten minimiert werden. Er weist einen Ausgleichshub von maximal 500 mm auf, was ca. 50% mehr Federweg als bei einem Auflieger mit anderer Einzelradaufhängungstechnik bedeutet. Beim teleskopierten Lastzug mit vielen Achsen muss der Ausgleichshub die Unebenheiten des Weges kompensieren. Wenn der Hub eingeschränkt ist, ruht immer wieder ein großer Teil der Ladung auf einer einzelnen Achse. Aufgrund der entstehenden ungleichen Lastverteilung wären die möglichen Folgen Schäden am Auflieger, an der Ladung oder am Straßenbelag. Der Ausgleichshub des „Manoovr Multi-PL“ sei mit 500 mm ausreichend dimensioniert, um solche Schäden zu vermeiden. Auch für das Be- und Entladen stelle der große Hub einen entscheidenden Vorteil dar.

Einfach anzupassende Lenkung

Dem Hersteller zufolge verfügt der Semitrailer als einziger am Markt über einen Lenkeinschlag von bis zu 70 Grad. Dadurch werde die Manövrierfähigkeit deutlich gesteigert. Um eine optimale Lenkbarkeit zu gewährleisten, sowohl eingeschoben als auch teleskopiert, ist die Lenkung einfach anzupassen. Die Steckbolzen zum Verstellen der Lenkung sind bedienerfreundlich von oben zu erreichen. Es kann vorgegeben werden, ob die vorderen oder hinteren Achsen des Trailers mit der Sattelzugmaschine mitlenken oder starr bleiben. Dadurch werde garantiert, dass der Trailer immer optimal hinter der Zugmaschine herläuft und der Reifenverschleiß minimiert wird.

Niedriger Wartungsaufwand

Ein zentraler Punkt innerhalb der Gesamtkostenrechnung stellt der zu erwartende Pflege-, Wartungs- und Reparaturaufwand dar. Bei dem neuen Semitrailer bleibt die Stellung der Reifen in jeder Position gleich. Unabhängig davon, ob das Rad nun eingelenkt ist oder in einer abweichenden Fahrhöhe steht; Der Reifen wird nicht seitwärts gedrückt. Der Reifenverschleiß sei zwar immer abhängig vom Einsatz, während der umfangreichen Testphasen habe sich aber gezeigt, dass die Reifen durchschnittlich 300.000 km verwendet werden können.

Hydraulische Achslastverteilung

Laut Hersteller weißt die neue „Manoovr–Generation“ neben den offensichtlichen Vorteilen eine Vielzahl tiefergehender Details auf. So kann das Verhältnis zwischen Sattel- und Achslast auf die vorderen Achsen des Trailers hydraulisch verstellt werden. Ein 30-Tonnen-Schwanenhals lasse sich stufenlos von 18 Tonnen für eine 6×4 Sattelzugmaschine auf bis zu 30 Tonnen für eine 8×4 Sattelzugmaschine einstellen. Die Regelung basiert dabei auf zwei vertikalen Zylindern in der Halskonstruktion. Die Arbeitsergonomie werde zudem durch die zentral unter dem Schwanenhals positionierte Bedieneinheit verbessert.

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