Chinesische Maschinen im Praxiseinsatz

Chinesische Maschinen im Praxiseinsatz

Seit einiger Zeit bietet der chinesische Hersteller Sany seine Erdbewegungsmaschinen auch auf dem europäischen Markt an. Das Portfolio des Unternehmens wird unter Rücksichtnahme auf Kundenwünsche und auf die speziellen Anforderungen in Deutsch- land kontinuierlich erweitert und optimiert. Was die Hydraulik, Elektronik und die Antriebstechnik angeht, vertraut der Hersteller ausschließlich auf bewährte und namhafte Lieferanten. Hohen Wert legt Sany bei seinen Maschinen auf eine einfache Bedienung, leicht zu erreichende Wartungspunkte und ein hohes Maß an Ergonomie und Komfort für den Fahrer. Seit ein paar Wochen hat die Firma Widmaier aus Baiersbronn im Schwarzwald den Sany SY235C Kettenbagger im Einsatz.

Am Anfang der Kaufentscheidung stand vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis, so Armin Widmaier. Ausschlaggebend sei aber der Test beim Händler gewesen. Das Unternehmen Ringelstetter aus dem Nürnberger Raum ist einer von derzeit sieben Sany-Händlern in Deutschland. Bei ihm konnte Armin Widmaier den Bagger auf Herz und Nieren prüfen. Da die Firma Widmaier hauptsächlich im Abbruch tätig ist, organisierte Ringelstetter unter anderem eine schwere Abbruchschere, mit der der Baggerführer das Verhalten der Maschine unter realen Arbeitsbedingungen austesten konnte.

Individuelle Anpassung

Bevor es zum ersten Einsatz kam, mussten am Sany SY235C geringfügige Änderungen vorgenommen werden. Auch auf individuelle Kundenwünsche ging der Hersteller dabei ein. Zunächst wurden die Ketten des Baggers demontiert und gelasert, damit die Maschine ohne Ausnahmegenehmigung in Deutschland transportiert wer-den kann. Mit einer Breite von 3 m statt ehemals 3,12 m wurde der Transportaufwand so um ein Vielfaches verringert. Um dem Baggerführer eine bestmögliche Rundumsicht zu ermöglichen, wurde durch den Tausch einer Scheibe zudem das Sichtfeld erweitert. Ausgestattet wurde die Maschine mit einem Oilquick-Adapter, voller LED-Beleuchtung, einer Abschmieranlage und einem Abbruchgitter. Im Moment kommen an dem Bagger ein Sortiergreifer, ein Sieblöffel, ein Verladelöffel und bei Bedarf ein Hydromeißel zum Einsatz.

Besonderheiten

Die Hydraulik des SY235C ist zufriedenstellend, so Armin Widmaier. Zwar sei er nicht ganz so präzise wie die Maschinen der Konkurrenz, dafür würde er sich für Abbrucharbeiten aber sehr gut eignen. Im Moment seien auch die Kraftreserven der Maschine noch nicht komplett nutzbar. Aus diesem Grund wird der Sany-Händler der Firma Widmaier zeitnah einen Besuch abstatten, um die Pumpe präziser einzustellen. Ein kleines Manko sei, so Widmaier, dass der Schwerpunkt des Baggers etwa 70 cm weiter vorne liegt, als bei vergleichbaren Modellen. Tiefbauunternehmen müssten mit dem Bagger eventuell ihre Arbeitsmethoden ändern, denn ein Überstehen der Ketten bis zu 1 m ist mit dem SY235C beim Abwärtsbaggern nicht mehr möglich.

Verbrauch und Unterhaltskosten

„Der Verbrauch ist der Hammer. Die Maschine braucht im Vergleich zu anderen Baggern in dieser Klasse nicht einmal die Hälfte des Sprits. Bis jetzt haben wir ca. 250 Betriebsstunden auf der Uhr und der Bagger verbraucht noch immer so wenig. Zuerst dachte ich. das würde nur in der Anfangszeit so bleiben, aber ich kann noch immer zwei Tage unter Volllast arbeiten und brauche mit dem Sany SY235C gerade mal 200 Liter Diesel. Das ist ein immenser Vorteil gegenüber den Mitbewerbern“, so Widmaier.

Service und Garantie

Mit dem Kauf des Kettenbaggers hat die Firma Widmann eine Vollgarantie für die nächsten fünf Jahre erhalten. Darüber hinaus wurde dem Unternehmen zugesagt, dass innerhalb von 48 Stunden alle Ersatz- und Reparaturteile geliefert würden. Als der Spediteur die Maschine mit einem defekten Außenspiegel angeliefert hatte, erhielt Armin Widmaier das Ersatzteil innerhalb des vereinbarten Zeitraums.

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