Italienische Qualität für Deutschland

Italienische Qualität für Deutschland

Anfang November war das Treffpunkt.Bau-Team zu Besuch bei dem italienischen Baumaschinenhersteller Venieri. In dem 60 km von Bologna entfernten Ort Lugo, dem Hauptsitz des Unternehmens, veranstaltete Venieri ein Treffen für seine deutschen Händler. Dabei wurde allen Anwesenden auch der neue Radlader VF 1.63C vorgestellt, welcher erstmals auf der GaLaBau 2016 zu sehen war.

Das 1948 gegründete Unternehmen Venieri ist in dritter Generation familiengeführt und seit etwa 60 Jahren in der Baumaschinenbranche tätig. Von der Krise und der damit verbundenen Rezession, die sich in Italien in den Jahren 2008 und 2009 bemerkbar machte, hat sich der Hersteller längst erholt. Trotz rückläuger Zahlen investierte man 2009 in die Modernisierung der Produktpalette sowie 2010 in die Modernisierung der gesamten Firmenstruktur. Dabei herausgekommen ist ein engagiertes Unternehmen, welches leistungsstarke Radlader bietet, die sich sowohl für die Agrar- als auch für die Erdbewegungsbranche eignen.

Verstärkte Präsenz auf dem deutschen Markt

Nach einer Fokussierung auf den heimischen Markt zeigte Venieri speziell in diesem Jahr wieder vermehrt Präsenz im deutschsprachigen Raum. Im Interview erzählte Filippo Venieri, Mitglied der Geschäftsleitung, dass das Kundenfeedback sowohl von der Bauma als auch von der GaLaBau sehr positiv ausgefallen sei. Durch den Vertriebsbeauftragten Thomas Melles habe man zudem die Kommunikation mit deutschsprachigen Kunden sowie mit den deutschen Händlern beträchtlich vereinfachen und verbessern können. In Zukunft möchte man weiter in den deutschen Markt investieren und die Zusammenarbeit mithilfe von neuen deutschen Händlern und Partnern weiter stärken und ausbauen.

Maschinen mit Potenzial

Eine Kompetenz von Venieri: In seine neuen, kleineren Maschinen lässt der Hersteller sein gesamtes Know-how und seine Expertise aus dem mittleren Radlader-Segment einfließen. Die kleineren Modelle sind genau so aufgebaut wie die größeren. Kein Plastik, keine Standardkomponenten und alles ist exakt aufeinander abgestimmt. Zu den wichtigsten Unterschieden vergleichbarer Konkurrenzprodukte zählt eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Gerade im Straßenverkehr macht diese sich positiv bemerkbar, erhöht die Produktivität und senkt Kosten. Des Weiteren sind die Venieri VF 1.63C Radlader mit einer selbst entwickelten Z-Kinematik ausgestattet, die die volle Parallelität in der Auf- und Abwärtsbewegung des Hubarms garantiert. D. h. die Maschinen vereinen alle Vorteile der Z-Kinematik und der Parallelkinematik und können mit klassischen Erdbewegungs-Anbaugeräten arbeiten. Zudem ist der Hersteller in der Lage, schnell auf Kundenwünsche zu reagieren. Die Basismaschine kann beispielsweise mit zusätzlicher Front- und/oder Heckhydraulik ausgestattet werden. Wenn niedrige Gebäude befahren werden müssen, können die Radlader auch mit einem klappbaren Schutzdach ausgeliefert werden. Ein weiterer Vorteil ist die hintere Pendelachse. Sie sorgt für hohe Standfestigkeit und Sicherheit, wodurch die kleineren Radlader genauso leistungsfähig arbeiten wie die größeren Modelle. Für die kommenden Jahre ist geplant, eine Hybrid- oder Elektroversion der kleinen Modelle auf den Markt zu bringen, aber bis mit einem solchen Antriebskonzept ausgerüstete Maschinen den internen Ansprüchen gerecht würden, brauche man noch etwas Zeit.

3,4 t Radlader mit invertiertem Z-Kinematiksystem

Der neue Venieri Radlader 1.63C ist mit einem 34 kW (50 PS) starken Stage IIIA Motor ausgestattet und kommt mit einem zulässigen Höchstgewicht von 3.400 kg. Er besitzt einen hydrogetriebenen Fahrantrieb mit automatischer Leistungsregelung, einem geschlossenen Ölkreislauf, Pumpe und Motor mit variablem Hubraum. Durch seine geringen Abmessungen von 4.300 mm Länge x 1.500 mm Breite x 2.250 mm Höhe lässt sich der 1.63C auch unter engen Platzverhältnissen gut rangieren. Dafür sorgen auch ein Wendewinkel von 90 Grad sowie ein Wenderadius an der Reifenaußenseite von 2.824 mm. Die Maschine eignet sich daher besonders gut für kleinere Baustellen, Einsätze in der Landwirtschaft, aber auch für den Kommunal- und GaLaBau. Durch verschiedene Anbaugeräte und einen Schnellwechsler verwandelt sich der 1.63C in eine Allzweckmaschine, die beispielsweise Winterdienstaufgaben übernehmen kann.

Schallisolierte Kabine erhöht Komfort

Eine weitere Neuheit, die in Lugo präsentiert und vorgeführt wurde, sind die schallisolierten Fahrerkabinen der Modelle 7.63C, 9.63C und bald auch 5.63C. Das Design der neuen ROPS/ FOPS Level II Kabinen bietet eine ideale Rundumsicht für mehr Sicherheit auf der Baustelle. Durch die Verwendung von speziellem geräusch- und vibrationsabsorbierenden Material konnte die Lautstärke in der Kabine um ein Vielfaches reduziert werden.

Leistungsstarker Teleskoplader

Ebenfalls neu bei Venieri ist der knickgelenkte Teleskoplader VF 8.63TL. Angetrieben wird er durch einen Stage IV Deutz TCD 3.6 Motor mit 100 kW (136 PS). Sein elektronisches VEPS (Venieri electronic powershift) Getriebe bietet eine 6-Gang vorwärts und 3-Gang rückwärts Automatikschaltung. Es kann aber auch wahlweise manuell geschaltet werden. Der Teleskoplader besitzt einen Allradantrieb mit Planetengetriebe an jedem Rad. Im vorderen Rahmen ist eine starre Antriebsachse verbaut, im hinteren Rahmen eine oszillierende Antriebsachse mit einem Ausschlagwinkel von 18°. Besonders wendig wird der VF 8.63TL durch einen Gesamtlenkwinkel von 90 Grad. Der Teleskopausleger mit Z-Kinematik besitzt ein Ausgleichssystem zur Sicherstellung der Parallelität bei jeder Auf- und Abwärtsbewegung. Die maximale Nutzlast ist mit 3.200 kg angegeben. Der maximale Schaufeldrehpunkt liegt bei 5.470 mm.

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