Rückblick Conexpo 2017

Rückblick Conexpo 2017

(bm/mz) Las Vegas. Vom 7. bis 11. März fand in Las Vegas (USA) die Baufachmesse Conexpo statt. Sie ist das größte Branchenereignis der Baumaschinenindustrie in Nordamerika und findet, wie viele andere Großveranstaltungen auch, im Dreijahres-Rhythmus statt. Laut Messeveranstalter waren 128.000 Besucher an den Ausstellungstagen vor Ort. 26.000 internationale Besucher kamen dabei aus über 150 verschiedenen Ländern nach Las Vegas.

Auch in diesem Jahr stellte die Conexpo in vielerlei Hinsicht eine neue Benchmark für den amerikanischen Kontinent auf. Mehr Besucher und imposantere Stände möchten wir hier auf der positiven Seite nennen. Klar ist auch, dass das Kaufverhalten amerikanischer Bauunternehmer ein anderes ist wie hierzulande. Bei unseren Gesprächen mit zahlreichen, meist europäischen Ausstellern wurde immer wieder von direkten und vorher nicht eingefädelten Verkäufen gesprochen. Die Entscheider-Qualität im Besucherpublikum der Messe schien also weitestgehend zu stimmen.

Viele Inhaber und Entscheider vor Ort

An allen Messetagen wurden dem Publikum neben der Fachausstellung auch zahlreiche Vorträge geboten. Auffällig war, dass es auf dem Gelände der Conexpo relativ wenig „junges“ Publikum gab. So wurde nicht der Eindruck eines „Betriebsausflugs“ erweckt, wie wir das auch von deutschen Messen her kennen. Für die Veranstaltung spricht außerdem, dass laut Messeorganisation circa 50 Prozent Inhaber und Entscheider anwesend waren. Weitere 25 Prozent der Besucher spielten der Messeleitung zufolge bei der Kaufentscheidung eine wesentliche Rolle. Eine Unsicherheit stellt aus europäischer Sicht die aktuelle politische Lage im Land dar. Wie wird sich die amerikanische Wirtschaftspolitik entwickeln und werden ausländische Unternehmen künftig im Land benachteiligt? Darüber kann zum heutigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Eine gewisse positive  Erwartungshaltung gab es dennoch an vielen Ständen zu hören. Im unlängst polarisierenden Wahlkampf wurde stets die marode Infrastruktur in den USA thematisiert. Hierbei wurde speziell in Anbietern für den Tief- und Straßenbau eine verbindlich optimistische Erwartungshaltung geweckt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Allerdings haben wir nicht nur Positives von der Conexpo zu berichten. Wie oben erwähnt, schaffte es die Messe, auch in organisatorischen Dingen ein Höchstmaß an Unzufriedenheit vor allem auf Ausstellerseite zu generieren. Gerade für kleine und mittelständische Aussteller schien die Messe ein nervenaufreibender und mitunter auch chaotischer Partner zu sein. Beispielsweise wurden die Aussteller an einen Messecaterer per Vertrag gebunden, der eine vollkommen überteuerte Preispolitik betrieb. Eine Flasche Wasser (0,2 Liter) kostete rund vier Dollar im Einkauf. Die Schankgenehmigung für alkoholische Getränke lag bei etwa 700 Dollar pro Stunde. Das Staubsaugen war dem Standpersonal verboten und musste von einer externen Firma teuer eingekauft werden. Einige Aussteller monierten zudem, dass Stromkabel über 3 Meter Länge nur von einem qualifizierten Elektrotechniker in eine Steckdose gesteckt werden durften. Der Preis hierfür lag bei circa 250,- Dollar. Von Besucherseite war zu hören, dass die Shuttle-Bus Verbindung von den Hotels zur Messe überlastet war und Wartezeiten von bis zu zwei Stunden in Kauf genommen werden musste. Eine internationale Messeveranstaltung soll für Besucher sowie Aussteller ein Platz des Austauschs und zur monetären Weiterentwicklung sein. Unter vorgehaltener Hand wurde gesagt, dass die Conexpo teilweise den Bogen des Zumutbaren überspannt hat. Unserer Meinung nach hilft allerdings die „magische Anziehungskraft“ der Spielerstadt Las Vegas, welche das stetige Wachstum der Messe sichert. Die Anziehungskraft, gepaart mit den schier unersättlich großen Absatzmärkten der USA und Kanada, überwiegt jedoch letzten Endes und lässt den enormen Aufwand der im Rahmen der Messe betrieben wird bzw. betrieben werden muss, in den Hintergrund treten.

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