Sprit sparen mit additiviertem Hydrauliköl

Sprit sparen mit additiviertem Hydrauliköl

Ulm. Hightech oder Hokuspokus – beim Thema Treibstoffersparnis durch Additive gehen die Meinungen meilenweit auseinander. Zudem kommt dieser ganz besondere Stoff in unserem Fall gar nicht mit dem Motor in Kontakt. Die Energieeffizienz wird hier ausschließlich über das Hydraulikfluid realisiert. Dennoch kann nach Herstellerangaben das Diesel-Einsparpotential 10 Prozent oder mehr betragen. Wie funktioniert das? Die Treffpunkt.Bau-Redaktion sprach mit Gerhard Gaule, Prokurist bei Bantleon, und Rainer Janz, Bereichsleiter Produkt- und Qualitätsmanagement bei Bantleon.

Herr Gaule, es klingt zu schön, um wahr zu sein: Ich gieße ein Additiv ins Hydrauliköl und spare ab der ersten Motorumdrehung Sprit. Wie erzielt Avilub Fluid Dyna diese Wirkung?

Gerhard Gaule: Ein wichtiger Punkt vorweg: Unser Fluid ist kein Additiv, sondern ein speziell additiviertes Fertigprodukt, direkt als Hydraulikfluid einsetzbar. Dem Kunden nur das Additiv an die Hand zu geben funktioniert nicht. Die Wirkungen und Wechselwirkungen mit den unterschiedlichen im Markt eingesetzten Hydraulikölen wären nicht abschätzbar. Der Kunde bekommt von Bantleon also immer ein fertig produziertes Hydrauliköl, die Maschine wird bei Bedarf komplett umgeölt. Hierzu haben wir Partner, welche Umölungen fachgerecht auch im Off-Road-Bereich durchführen können. Avilub Fluid Dyna verfügt über ein optimiertes, stabiles Viskositäts-Temperaturverhalten. Es ist bei kalten Temperaturen dünnflüssiger als ein herkömmliches Hydrauliköl und bleibt bei hohen Temperaturen dickflüssig genug, damit die Hydraulik mit dem bestmöglichen Wirkungsgrad arbeiten kann. Das Produkt besitzt Leichtlaufeigenschaften und kann über einen breiten Temperaturbereich eingesetzt werden. Wenn es kalt ist, verringern wir den Kraftstoffverbrauch hauptsächlich durch verminderte Reibung im System, bei Betriebstemperatur liegen wir im bestmöglichen Wirkungsgrad der Hydraulik. Somit schafft das Produkt Energieeinsparpotentiale und/oder bewirkt eine erhöhte Produktivität der Maschine. Wir sparen also immer, in jedem Betriebszustand. Und das summiert sich in kurzer Zeit zu ordentlichen Beträgen.

Da sind wir direkt beim Thema: Was kostet Avilub Fluid Dyna und wie viel spart es?

Rainer Janz: Wir produzieren ausschließlich am Standort Ulm. Alle Produkte unterliegen einem hohen Qualitätssicherungsstandard. Der Kunde kann sich absolut darauf verlassen, dass er ein Öl mit den zugesicherten Merkmalen erhält, und zwar bei jeder neuen Füllung und das weltweit. Um preislich eine Hausnummer zu nennen, Avilub Fluid Dyna kostet zwischen 3,50 Euro und 4 Euro pro Liter, je nach Menge und Gebinde. Bei einem Bagger mit einer 200-Liter-Füllung sprechen wir von etwa 750 bis 800 Euro. Die Kosten amortisieren sich demnach rasant. Zudem kann das Wechselintervall in Zusammenarbeit mit dem Bantleon-Monitoring, das eine regelmäßige Analyse und Diagnose beinhaltet, verlängert werden.

Sie sprechen von einer Kraftstoff-Einsparung von bis zu zehn Prozent oder sogar noch mehr durch den Einsatz Ihres Hydrauliköls. Wie belastbar ist diese Aussage?

Gerhard Gaule: Wir können diese Angaben durch Tests und Feldversuche transparent nachweisen. Das konkrete Einsparpotential hängt aber von den jeweiligen Einsatzbedingungen ab. Die variablen Einsatzbedingungen wurden durch umfassende Versuchsreihen herausgearbeitet. Anhand eines Einsatzsimulators mit den entsprechend hinterlegten Daten kann das Einsparpotential in Bezug auf das jeweilige Einsatzszenario errechnet werden. Unsere technischen Berater arbeiten mit diesem Kalkulator und können den Kunden daher kompetent beraten. Es dauert nur ein paar Minuten und einige Mausklicks, bis das Einsparpotential ermittelt ist. Bei Bedarf kann das Ergebnis durch Feldversuche untermauert werden. Ich empfehle jedem Interessenten, es einfach auszuprobieren. Gerade jetzt in der Pilotphase ist Bantleon durchaus bereit, solche Tests besonders zu unterstützen.

Ist eine Umrüstung wirklich so problemlos? Wie sieht es mit der Gewährleistung der Hersteller aus?

Rainer Janz: Avilub Fluid Dyna ist ein Hochleistungshydrauliköl und geeignet für den breiten Einsatz in der Mobilhydraulik und in stationären Anlagen. Die jahrzehntelangen Erfahrungen von Bantleon in diesem Produkt- und Einsatzsegment sind in das Fluid eingeflossen. Die Garantie- und Gewährleistung im Rahmen der Produkthaftung übernimmt Bantleon in allen Fällen, auch dort wo keine Herstellerfreigabe vorliegt. Wichtig dabei ist die vorherige Abstimmung mit unseren Technikern. Eine Einsatzüberwachung kann in unserem hauseigenen Labor beauftragt werden. Avilub Fluid Dyna ist in den Viskositätsklassen 32 und 46 erhältlich.

Hat sich das Öl bereits im harten, tagtäglichen Baustelleneinsatz bewährt?

Gerhard Gaule: Ja, und zwar mit Bravour. Die bekannte Bauunternehmung Xaver Lutzenberger in Pfaffenhausen beispielsweise hat zunächst versuchsweise nur einen Bagger umgeölt. Die Erfahrungen waren so positiv, dass jetzt sukzessive bei anstehenden Ölwechseln weitere Maschinen auf unser Produkt umgerüstet werden. Auch das Feedback der Fahrer ist für uns sehr erfreulich. Übereinstimmend machen sie die Erfahrung, dass ihre Maschinen feinfühliger und direkter auf Steuerbefehle reagieren. Besonders die Warmlaufphase verkürzt sich drastisch. Zudem wird das Material geschont durch die optimierte Fließfähigkeit und die garantiert gleichbleibende, hohe Qualität unseres Öls.

Wird es zukünftig auch Maschinen geben, die ab Werk mit Avilub Fluid Dyna befüllt sind?

Gerhard Gaule: Im Moment kann ich dazu noch keine konkreten Angaben machen. Wir sind aber natürlich mit allen großen Herstellern im Gespräch. Das Interesse an diesem Thema ist groß.

Wo kann der Kunde Ihr Produkt kaufen?

Gerhard Gaule: Bantleon ist bundesweit mit knapp dreißig technischen Beratern präsent. Unsere internationalen Vertriebsaktivitäten erstrecken sich derzeit auf circa 40 Länder mit langjährigen, kompetenten Partnern vor Ort.

 

Text: Peter Hebbeker

Fotos: Bantleon, Dynavis, Peter Hebbeker

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