Tschann Nutzfahrzeuge – Tatra Lkw als Landschaftsbauer am Brenner Basistunnel

Tschann Nutzfahrzeuge – Tatra Lkw als Landschaftsbauer am Brenner Basistunnel

Steinach. Eine Menge Material wird von den Tunnelbauern aus dem Herzen der Tiroler Alpen gebrochen. Auf Europas größte Erdaushub-Deponie im Padastertal wird der Großteil des Abraums transportiert. Bis demnächst die Förderbandanlage in Betrieb geht, geschieht dies ausschließlich per Lkw. Die Bedingungen für Mensch und Maschine sind knüppelhart: 600 m Höhenunter­schied, ca. 10 % Steigung, unbarmherziges alpines Klima, Rund-um-die-Uhr-Betrieb an 365 Tagen im Jahr – so sieht der Einsatz­plan der Koren GmbH am Brenner Basistunnel (BBT) aus. Den Löwenanteil der Last tragen dabei drei Tatra Muldenkipper.

Die Firma Tschann Nutzfahrzeuge, Tatra Vertretung für Österreich, Bayern und Südtirol, lud Pressevertreter zu einem Vor-Ort-Termin nach Steinach/Tirol, wo das Baulos „BBT H51 Pfons-Brenner“ ins Berg­massiv abtaucht, um zunächst einen 5,6 km langen Erkundungstun­nel voranzutreiben. Verantwortlich für diesen Bauabschnitt ist ein Firmenkonsortium unter der Führung der Porr Bau GmbH, das im Spätherbst 2018 mit den Arbeiten begonnen hat. Als einziges deut­sches Presseteam konnten wir an Bord eines der Koren Tatras bis ganz nach unten mitfahren und am Verladeplatz frische Sprengluft schnuppern. Wieder unter freiem Himmel sprachen wir mit Stefan Koren, Geschäftsführer der Koren GmbH, über seine starken Tsche­chen, die sich immer dort besonders bewähren, wo extreme Bedin­gungen herrschen.

 

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag an der Tunnelbaustelle aus?

Stefan Koren: Wir sind im Rahmen des Bauloses ‚BBT H51 Pfons-Bren­ner‘ als Subunternehmen der Porr Umwelttechnik engagiert. Unsere Aufgabe besteht darin, das Tunnelausbruchsmaterial vom Sprengvortrieb herauszutransportieren und in die Deponie Padastertal in Lagen einzubauen und zu verdichten. Wir setzen dazu drei Tatra Lkw ein, zwei 50-Tonnen-Fahrgestelle und einen 44-Tonner, jeweils ausgestattet mit Rundmulden, die auch größere Steinbrocken trans­portieren können. Auf jedem Fahrzeug haben wir drei Fahrer, die im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr Material aus dem Tunnel schaf­fen. Die Tatras laufen seit Januar 2019 praktisch ununterbrochen und haben sich im monatelangen Dauerbetrieb mit sehr hoher Belas­tung als äußerst zuverlässig erwiesen.

 

Welche Belastungen strapazieren die Maschinen hier im Gebirge besonders?

Stefan Koren: Die klimatischen Bedingungen sind extrem. Im Win­ter liegt über Wochen meterhoher Schnee und es kann sehr kalt werden. Die Tatras kämpfen sich dann mit 50 Tonnen durch ein Ge­lände, das zu Fuß kaum zu bewältigen ist.

 

Tatra genießt zumindest in Westeuropa den Ruf als Exot unter den Baustellen-Lkw. Woher kommt Ihr Vertrauen in diese Marke?

Stefan Koren: Wir hatten bereits vor dem Projekt am Brenner Basis­tunnel drei Tatra Lkw in der Firma. Insgesamt haben wir also sechs Tatras laufen. Aufgrund der hervorragenden Erfahrungen hinsicht­lich Zuverlässigkeit, Geländegängigkeit und vor allem auch wegen des auffällig sparsamen Spritverbrauchs fiel mir die Entscheidung leicht. Als aktiver Truck-Trial-Fahrer kenne ich die Tatras schon viele Jahre und schätze ihre extremen Offroadfähigkeiten und die Robust-heit der Fahrzeuge. Hinzu kommt, dass Tatra mit der Firma Tschann einen starken Vertriebs- und Servicepartner hat. Das gegenseitige Vertrauen ist über die Jahre gewachsen.

 

Mit welchen Vorteilen punktet der Tatra Lkw Ihrer Erfahrung nach?

Stefan Koren: Besonders hervorzuheben ist der günstige Verbrauch. Im Vergleich zu einem Dumper ähnlicher Kapazität braucht der Tatra 20 % weniger Diesel. Bei unserem Dauerbetrieb mit nahezu 100 % Volllastanteil bei der Bergfahrt summiert sich das zu stattlichen Mengen und Summen, die ich beim Tanken spare. Hinzu kommt, dass der Tatra vollbeladen mit deutlich höherer Geschwindigkeit die 10 % Tunnelsteigung schafft als ein ebenfalls eingesetzter Dumper. Einmalig gut ist das Fahrwerkskonzept des Tatra. Durch die Einzel­radaufhängung am verwindungssteifen Zentralrohrrahmen und die Luftfederung fährt der Tatra viel geschmeidiger durch schweres Gelände und schüttelt Fahrer und Ladung bei weitem nicht so durch wie herkömmliche Kipper. Unsere Fahrer sind entsprechend begeis­tert von ihren Tatras. Außerdem ist die Traktion schlicht gigantisch. Hängenbleiben am Hang können wir uns bei dem engen Zeitplan keinesfalls leisten. Mit einem Tatra waren wir noch nie auf Hilfe an­gewiesen.

 

Wenn doch mal was kaputt geht – wie gut ist der Service?

Stefan Koren: Wir werden hier von der Tschann-Filiale in Stans per­fekt betreut. Sie sind rund um die Uhr und auch am Wochenende für uns da und kümmern sich auch um Kleinigkeiten. Größere Reparaturen waren bislang an unseren Tatras nicht nötig. Auch beim Kauf wurden wir sehr gut betreut. Extrawünsche waren kein Prob­lem und wir wurden sehr fachkundig beraten. Ein weiterer Vorteil ist, dass jede DAF Werkstätte Tatra Lkw perfekt warten kann, denn Fahrerhaus, Antrieb und Elektronik stammen aus der DAF Großserie. Damit ist das Servicenetz dicht und flächendeckend gespannt, auch wenn keine Tschann Niederlassung in der Nähe ist.

 

 

Text: David Kern & Peter Hebbeker

Bilder: Treffpunkt.Bau

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