MAN – Test bestanden: der MAN TGS 18.400 mit neuem D25-Motor

MAN – Test bestanden: der MAN TGS 18.400 mit neuem D25-Motor

Kempten. Die MAN Truck & Bus SE mit Sitz in München ist das größte Unternehmen des deutschen MAN-Konzerns und einer der führenden internationalen Nutzfahrzeughersteller. Das Produktportfolio von MAN Truck & Bus umfasst Transporter, Lkw, Busse, Diesel- und Gasmotoren sowie Dienstleistungen rund um Personenbeförderung und Gütertransport. Das Motorenprogramm in Euro 6-Einstufung umfasst aktuell 15 Leistungsstufen zwischen 160 und 640 PS. Neu für den Lkw ist seit diesem Jahr die Motorenbaureihe D15, die erstmals auf der bauma präsentiert wurde. Welche einzigartigen Vorteile der neue Motor mit sich bringt, durfte Treffpunkt.Bau Mitte September aus erster Hand erfahren: Manfred Leopold vom MAN Fahrversuch besuchte den MZ Mediaverlag in Kempten mit einem voll beladenen MAN TGS 18.400 und übergab das Steuer an Manfred Zwick, Geschäftsführer MZ Mediaverlag GmbH.

Über Land, durch schmal gebaute Dörfer, auf die Autobahn und in eine Kiesgrube führte die ca. 60 km lange Strecke, die Manfred Zwick sich für die Presse-Testfahrt überlegt hatte. Mit eigenem Lkw-Führerschein und mit Manfred Leopold als Unterstützung rangierte Manfred Zwick den MAN TGS über eine Stunde lang gekonnt von einem Ziel zum nächsten. Was ihm dabei sofort auffiel? Der MAN TGS 18.400 liefert beim Anfahren ein dynamisches „Pick-up“-Gefühl und in Situationen, in denen mehr Leistung benötigt wird, wie zum Beispiel beim Auffahren auf die Autobahn, generiert der neue D15-Motor schnell die zusätzlich benötigte Power. Für eine optimale Leistungsentfaltung und ein sehr gutes Ansprechverhalten sorgt hier der einstufige Abgasturbolader. Damit erreicht der D15 sein maximales Drehmoment von 1.800 Nm bereits bei niedrigen Drehzahlen. Eine neue Schaltsoftware des Getriebes sorgt zudem für den zusätzlichen Energieschub im richtigen Moment.

 

Der erste Eindruck zählt

Doch zunächst beeindruckte das Fahrzeug vor dem Verlagsgebäude durch seine Hochglanzoptik und den Kontrast durch den kräftigen Rotton vor strahlend blauem Himmel. Der TGS 18.400, mit dem Manfred Leopold von München nach Kempten gekommen war, punktet besonders durch seine variable Achslast, einen robusten dreiteiligen Stoßfänger, konsequenten Leichtbau und eine Aufbau-freundliche Rahmenkonstruktion. Um seine enorme Leistungsfähigkeit zu demonstrieren, war am Tag des Presse-Tests der Dreiachs-Sattelkipper Fliegl Revolution DHKA 390 mit 25 m³ Mulde aus Aluminium HB 110 aufgebaut. Voll beladen mit 27,5 Tonnen Kies fuhren die Tester die abwechslungsreiche und anspruchsvolle Strecke.

 

Wohlfühlatmosphäre im Fahrerhaus

Mehr Platz, viel Stauraum und beeindruckend wohnlich: Diesen Eindruck hatte Manfred Zwick beim ersten Betreten des Fahrerhauses. Vom hochauflösenden Farbdisplay über ein neues intuitives Schalter- und Bedienkonzept bis hin zum geräumigen Ruhebereich wirkt die Kabine äußerst durchdacht. Alle Schalter, die häufig und schnell bedient werden müssen, sind in unmittelbarer Griffweite platziert. Durch das LCD-Farbdisplay hat der Fahrer jederzeit alles im Blick – auch Warnmeldungen und aktuelle Verkehrshinweise.

 

Nützliche Assistenzsysteme

Bereits beim Rangieren auf dem Betriebsgelände konnten die Assistenzsysteme ihren Nutzen unter Beweis stellen. Für sicheres Manövrieren auf engstem Raum, ob auf der Baustelle, an der Laderampe oder im Stadtverkehr, bieten die MAN Kamerasysteme optimale Sicht. Das System aktiviert sich automatisch, wenn der Blinker rechts gesetzt wird. Bei Bedarf kann der Fahrer das System auch über einen Schalter einschalten. MAN Individual montiert auf Kundenwunsch an der rechten Fahrerhausseite nahe der Dachkante eine Kamera mit einer 150° Weitwinkellinse. Der sieben Zoll große Monitor kommt in der Regel in der Kabine an die beifahrerseitige A-Säule. Für minimalen Krafteinsatz und maximale Präzision beim Manövrieren sorgt zudem das Aktiv-Lenksystem „MAN Comfort-Steering“. Je nach Fahrsituation stellt es ein zusätzliches, elektronisches Lenkmoment bereit und gewährleistet damit stets die bestmögliche Unterstützung ihres Fahrers. Für ein Plus an Sicherheit, Effizienz und Komfort sorgen unter anderem auch der neue Spurrückführungsassistent (LRA), der den Fahrer beim Einhalten der Spur unterstützt und ein unbeabsichtigstes Abkommen von der Fahrspur verhindert, das automatisierte Schaltgetriebe „MAN Tip-Matic“ sowie das intelligente Bremsmanagement „MAN BrakeMatic“.

 

Neuer Motor: mehr Power, weniger Gewicht, geringerer Kraftstoffverbrauch und weniger Emissionen

Eines der herausragendsten Merkmale des Presse-Testfahrzeugs war der neue Motor. Der Neuzugang in der Motorenfamilie von MAN ist ein echtes Vielseitigkeitstalent. Mit seinen neun Litern Hubraum (9.037 cm³) und seinem Leistungsspektrum von 330 (243 kW), 360 (265 kW) und 400 PS (294 kW) ist der vollständig neu entwickelte D15 nicht nur besonders leistungsstark, sondern aufgrund seiner kompakten und vereinfachten Bauweise auch sehr leicht und robust. Dank modernem Common-Rail-Einspritzsystem ist er zudem noch nachhaltiger und effizienter. Die Kraftstoff-Hochdruckpumpe sorgt für feinste Zerstäubung des Kraftstoffs und somit eine effektive Verbrennung und einen hohen Wirkungsgrad. Niedrige Wartungs- und Reparaturkosten durch lange Serviceintervalle beim Dieselrußpartikelfilter garantiert das vereinfachte SCR-Abgasnachbehandlungssystem. Neue computergestützte Konstruktionsmethoden und die Verwendung von unterschiedlichen, optimal auf den Einsatz abgestimmten Materialien machen den D15 rund 230 Kilogramm leichter im Vergleich zum bisher verfügbaren D20-Motor. Mit seinem ausgezeichneten Verhältnis zwischen Gewicht, Baugröße und Verbrauch ist er also der ideale Antrieb für gewichtssensible (Bau-) Anwendungen wie Transportbetonmischer, den mittleren und schweren Verteilerverkehr, aber auch für leichte Fernverkehrseinsätze. Bei Einsätzen im Baubereich gehört auch eine leistungsstarke Motorbremse zum Anforderungsprofil. Daher bietet MAN den D15 mit der geregelten Motorbremse Turbo-EVBec an. Sie liefert in stufenweiser Regelung bis zu 350 kW Motorbremsleistung. Möglich macht dies eine elektronisch geregelte und pneumatisch gestellte Klappe.

 

 

Text: Manfred Zwick & Gloria Schaffarczyk

Bilder: Treffpunkt.Bau, MAN

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