Fachtagung Abbruch 2020 – Mehr Mut zu Innovationen gefordert

Fachtagung Abbruch 2020 – Mehr Mut zu Innovationen gefordert

 

Berlin. Mit einer Rekordbeteiligung fand am 28. Februar 2020 die FACHTAGUNG ABBRUCH in Berlin statt. Dem Deutschen Abbruchverband (DA) zufolge waren in diesem Jahr mehr als 1.100 Teilnehmer und 127 Aussteller zu Europas größtem Branchenevent gekommen. Das Konzept mit Fachvorträgen, einer Messe mit 1.000 m² Ausstellungsfläche und Kontaktbörse lockte auch in diesem Jahr das Fachpublikum in die Station Berlin. Angesichts zunehmender Herausforderungen bei der Baustoffverwertung forderte DA-Geschäftsführer Andreas Pocha „Mut zum Umdenken und Mut zu Innovationen“.

 

Mut zum Umdenken forderte auch Ranga Yogeshwar in seiner Keynote. Der prominente Physiker und Wissenschaftsjournalist zeigte, mit welch rasanter Geschwindigkeit digitale Innovationen die Gegenwart verändern und welche Möglichkeiten Künstliche Intelligenz schon heute bietet. Yogeshwars These: „Alles, was digital umgesetzt werden kann, wird auch digital umgesetzt.“ Deutschland müsse das Innovationstempo erhöhen. Das erfordere allerdings, mit Zuversicht die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen, ohne dabei die gesellschaftliche Stabilität zu gefährden. „Die Welt ist besser geworden, die Generation meiner Enkel hat eine großartige Zukunft.“

 

Mut zu Innovationen wird prämiert

Der Deutsche Abbruchverband fördert Innovationen seit 2018 mit der Vergabe des DA-Innovationspreises. Prämiert werden herausragende Forschungsarbeiten zu Abbruch, Rückbau und Baustoffrecycling. In diesem Jahr ging der Hauptpreis an Daniel Rank von der TU München für seine Untersuchung zu Verwendungsmöglichkeiten von mineralischen Recycling-Baustoffen am Beispiel der ehemaligen Bayernkaserne München. Hier gelang es, in Zusammenarbeit mit der Firma Ettengruber ein Modellgebäude mit einer zu 100 Prozent rezyklierten Gesteinskörnung aus dem Abbruchmaterial der Kaserne zu errichten. Da eine solche Gesteinskörnung normativ nicht zulässig ist, war in diesem Fall eine bauaufsichtliche Zulassung im Einzelfall notwendig, wie Michael Weiß, Geschäftsführer der Ettengruber GmbH Grubenbetrieb, in seinem Fachvortrag erläuterte. Die beteiligten Projektpartner bewiesen, dass die Verwendung von Sekundärrohstoffen im Sinne einer zirkulären Bauwirtschaft nicht nur im Straßen- und Wegebau, sondern auch im Hochbau möglich und sinnvoll ist.

 

Vorträge: von Gefahrstoffen bis zur Sprengpraxis alles dabei

Die insgesamt 15 Fachvorträge deckten die Bandbreite der branchenrelevanten Themen ab, zeigten auch, wie innovativ und international die Branche ist. So präsentierte beispielsweise Alix Reichenecker von der niederländischen Kooperative PolyStyreneLoop, wie mit einem neuartigen Verfahren EPS- und XPS-Dämmstoffe recycelt werden können. Die entsprechende Demonstrationsanlage ist derzeit im Bau und geht 2021 in Betrieb. Vorträge zu den neuesten Entwicklungen bei der TRGS 519 und der Betriebssicherheitsverordnung brachten die Zuhörer auf den neuesten Stand des normativen Wissens. Beispiele aus der Baustellenpraxis verdeutlichten, unter welch schwierigen Rahmenbedingungen oft Rückbau betrieben werden muss, wenn es beispielsweise darum geht, für spezielle Baumaschinen wie einen Spinnenbagger das Personal selbst auszubilden, weil sonst die Bedienung der Maschine nicht möglich wäre. Natürlich durften auch Beispiele aus der Sprengpraxis nicht fehlen: Mitglieder des Fachausschusses Sprengtechnik im DA zeigten, mit welcher Präzision heutzutage Gebäude unter schwierigsten Randbedingungen gesprengt werden können.

 

Ausblick auf die nächste FACHTAGUNG ABBRUCH 2021

Interessierte können sich bereits jetzt den Termin für die FACHTAGUNG ABBRUCH 2021 vormerken, die am 5. März 2021 wiederum in der Station Berlin stattfindet.

 

 

Text: Franz Nieberle & Manfred Zwick

Bilder: DA/Jens Jeske, Treffpunkt.Bau

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