Klöckner Siebmaschinen – Vorstoß in den Grenzbereich

Klöckner Siebmaschinen – Vorstoß in den Grenzbereich

Zu grob, zu fein, zu bindig, zu nass oder schlicht zu viel Material – es gibt Einsätze, die eine Standard-Siebmaschine aus der Großserie überfordern. Guter Rat ist dann schwer zu finden und teure Fehlkäufe drohen. Probate Lösungen für problematische Siebfälle verspricht Alexander Klöckner, Geschäftsführer von Klöckner Siebmaschinen. „Im Sondermaschinenbau geht es darum, Grenzen zu verschieben. Dafür braucht es Know-how und Erfahrung. Bei uns kommt noch eine ordentliche Portion Leidenschaft für das Thema hinzu“, sagt Klöckner zum Auftakt unseres Interviews anlässlich eines Besuchs am Standort Borken.

 

Siebmaschinen wirken für Laien höchst simpel – einfach ein Gitter, das von einem Motor über einem Behälter geschüttelt wird. Was ist so knifflig daran, eine gute Siebmaschine herzustellen?

Alexander Klöckner: Eine erschöpfende Antwort würde sehr umfangreich – ich beschränke mich auf einige wesentliche Faktoren. Beim Sieben leite ich über den Unwuchtmotor, der das Sieb erregt, jede Menge Kraft in die Konstruktion. Wenn wir unseren großen Motor mit 2,2 Kilowatt betrachten, dann liefert er in Kilonewton ausgedrückt eine ähnliche Beschleunigung wie eine Saturn-Rakete. Da wirken in Relation zur Größe die gleichen gewaltigen Kräfte. Dieser potentiell zerstörerischen Wucht muss die Stahlkonstruktion gewachsen sein. Dazu muss der Konstrukteur die Statik exakt berechnen. Außerdem muss er die Eigenschaften der unterschiedlichen Stähle genau kennen und sie für seine Zwecke optimal nutzen können. Das ist alles andere als trivial. Mal eben so ein Sieb konstruieren, funktioniert nicht. Unsere Siebmaschinen sind über Jahre optimiert. Das betrifft alle Bauteile vom Stahl über den Motor und die Elektronik bis hin zu den Gummidämpfern – an jeder Stelle sitzt das am besten geeignete Bauteil. Der Siebkasten muss bei aller Stabilität auch eine exakt definierte Flexibilität aufweisen, sonst zerlegt er sich binnen weniger Einsatzstunden. Wir haben Siebmaschinen beim Kunden, die mittlerweile über 20 Jahre laufen und keinerlei Materialermüdung zeigen. Deswegen kann ich auch guten Gewissens 5 Jahre Garantie auf unsere Siebanlagen geben. Nur ein Beispiel für die Sonderstellung unserer Serienmaschinen: Die Traverse, die die Kraft des Motors in den Siebkasten einleitet, ist bei der KS 2015 mit eineinhalb Metern Schweißnaht befestigt. Andere Konstruktionen ähnlicher Größe kommen an dieser Stelle mit 30 Zentimetern aus. Wir können deshalb einen 2,2 Kilowatt-Motor einsetzen, wo andere mangels Stabilität nur 1,1 Kilowatt verwenden können. Das macht einen enormen Unterschied, den der Anwender bei jeder gesiebten Schaufel spürt – auch in der Kasse, was letztlich entscheidend ist.

 

Klöckner fertigt Siebmaschinen nicht nur für Standardaufgaben, sondern auch für spezielle Anforderungen. Wann kommen die Serienprodukte an ihre Grenzen und wann ist eine Sonderkonstruktion erforderlich?

Alexander Klöckner: Das hängt tatsächlich ausschließlich davon ab, was der Kunde will. Der Aufwand reicht vom Einsatz eines speziell angepassten Siebbelags bis hin zur völligen Neukonstruktion der Maschine. Prinzipiell haben wir beim Sieben immer die herkömmlichen Schüttgüter wie Sand, Erden und Steine aller Art. Wir haben aber auch zunehmend im Recyclingbereich Schrott, der gesiebt werden muss. Letztlich geht es aber immer um Material, das zerkleinert werden kann und anschließend separiert werden muss. Dafür ist prinzipiell jedes Sieb geeignet – mal besser, mal schlechter. Grenzen gesetzt sind jeder Maschine, doch wir können diese Grenzen sehr weit hinausschieben. Neben Know-how und Erfahrung ist dafür auch der Wille nötig, sich auf den einzelnen Kunden und seine Bedürfnisse einzulassen. Das kostet Zeit, das ist mühsam und das bezahlt einem auch keiner entsprechend. Viele scheuen daher den Aufwand und der Kunde muss mit einem faulen Kompromiss leben. Wir sind da anders, vielleicht ja auch ein bisschen eigenartig, denn wir haben richtig Lust aufs Lösen solcher kniffligen Probleme. Für mich ist es das Salz in der Suppe. Nur Maschinen von der Stange verkaufen, würde mich nicht auslasten. Ich wäre unzufrieden, wenn wir nicht immer wieder beweisen könnten, was Klöckner Siebmaschinen konstruktiv auf dem Kasten hat. Der Sondermaschinenbau ist daher zum einen wirtschaftlich wichtig für unser Unternehmen, zum anderen aber auch mein persönliches Steckenpferd, in dessen Pflege ich gerne Zeit und Herzblut investiere. Die Kunde von dieser Leidenschaft hat längst die Runde gemacht und wir erhalten zahlreiche Anfragen, die den Sondermaschinenbau betreffen.

 

Ein hervorragendes Produkt verdient auch einen erstklassigen Service. Was bietet Klöckner, was andere vielleicht nicht können?

Alexander Klöckner: Da habe ich ein aktuelles Beispiel. Wir bereiten gerade eine Anlage für einen Kunden in Dänemark vor, ein Unternehmen, das Schrott verarbeitet. Der Inhaber hatte am Sonntag noch eine Frage das Angebot betreffend. Er bekam am gleichen Sonntag die Antwort. Und das gilt für alle Anfragen, selbstverständlich auch nach dem Kauf der Maschine. Ich fühle mich jedem Kunden und Interessenten persönlich verpflichtet. Es gibt immer eine prompte Antwort und auch eine schnelle Lösung. Wir lassen niemanden im Stich. 24/7 ist ein Serviceversprechen, das ich als Geschäftsführer lebe. Große Unternehmen und deren Angestellte können und wollen das auch gar nicht leisten. Was man dabei nicht vergessen darf: Diese unbedingte Zuverlässigkeit spricht sich schnell herum und ist die beste Werbung für Klöckner Siebmaschinen.

 

Sondermaschinenbau ist ein wichtiges Zukunftsthema für Klöckner. Was planen Sie weiterhin?

Alexander Klöckner: Wir werden uns verstärkt im Recycling- bzw. Schrottbereich engagieren. Dort haben wir bereits einen sehr guten Ruf und ich sehe großes Wachstumspotenzial. Neben unseren bekannten Maschinen entwickeln wir momentan auch neue Siebe speziell für die Metallbranche. Containermobile Siebanlagen sind ein weiteres Wachstumsthema für uns. Wir erleben da einen erfreulichen Anstieg der Nachfrage. Sehr spannend ist auch der Gleisbau. In diesem Bereich werden wir unser Engagement massiv forcieren. Generell von großem Vorteil sind die Flexibilität und Schnelligkeit, mit der wir auf Bedürfnisse im Markt reagieren können. Unsere schlanken Kostenstrukturen erlauben es, selbst mit kleinem Budget in den Sondermaschinenbau einzusteigen. Das können die Großen nicht und so öffnen sich für uns überall lukrative Lücken, die wir gerne besetzen. Wir haben eine Menge Möglichkeiten – es gibt viel zu tun. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen.

 

 

Text: Manfred Zwick & Peter Hebbeker

Bilder: Treffpunkt.Bau

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