Fiat Professional – Fiat Ducato: flexibles Raumwunder

Fiat Professional – Fiat Ducato: flexibles Raumwunder

Der neue Fiat Professional Ducato fährt sich fast so unkompliziert und komfortabel wie ein Pkw. Über einen Zeitraum von 14 Tagen durfte die Treffpunkt.Bau-Redaktion das aktuellste und laut Hersteller beste Ducato Modell aller Zeiten ausführlich testen. Komfort, Fahrgefühl, Leistung, Vielseitigkeit und Sicherheit – alles wurde unter die Lupe genommen.

Bereits seit 38 Jahren erfüllen die Ducato-Modelle unterschiedlichste gewerbliche Anforderungen. Der Ducato des Modelljahres 2020 ist die aktuellste Variante des Fiat Professional Topsellers. Eingesetzt werden kann er beispielsweise als Personen- und Güter-Transporter, aber auch als zuverlässige Basis für Reisemobile. Als Testmodell stand der Treffpunkt.Bau-Redakton der Fiat Professional Ducato 140 MultiJet₂ als Dreiseitenkipper zur Verfügung. Bei der Weiterentwicklung des Ducato konzentrierten sich die Fiat Professional Ingenieure noch mehr auf seine Individualisierbarkeit. Sehr gute Werte für Nutzlast, Volumen und Achslasten, kombiniert mit einer großen Auswahl an Radständen, Längen und Höhenvarianten, ermöglichen es Kunden, „ihren Ducato“ an nahezu jede Transportaufgabe anzupassen. Alle verfügbaren Motoren erfüllen nun die 6D Temp Norm und sind laut Hersteller effizienter, leistungsstärker und weniger umweltbelastend.

 

Großzügiges Raumangebot

Der Ducato ist an seiner charismatischen Front mit den markanten A-Säulen zu erkennen, die sich im Frontgrill miteinander verbinden. Die Vorderseite zeichnet sich durch einen titanfarbenen Kühlergrill und schwarze Scheinwerferumrandungen aus. Unser Testmodell, der Fiat Professional Ducato 140 MultiJet₂, macht einen kompakten Eindruck und diese Kompaktheit ist sein großer Vorteil. Dennoch bietet die Doppelkabine mit drei Sitzplätzen in erster und vier Sitzplätzen in zweiter Reihe sehr viel Platz. Große Fenster sorgen für eine gute Rundumsicht. Die Armaturen sind klassisch gestaltet, gut ablesbar und solide verarbeitet. Mit ihrem sieben Zoll großen Touchdisplay zieht die Mittelkonsole die Aufmerksamkeit auf sich. Darin verbirgt sich ein hochwertiges Infotainment-System. In der Kabine sind zahlreiche Stauräume und Ablagen vorhanden und der Fahrerplatz lässt sich schnell und bequem an die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen. Auch über das Geräuschniveau während der Fahrt können wir uns nicht beschweren. Die Bedienung aller Funktionen und Assistenzsysteme erfolgt größtenteils intuitiv.

 

Als Pritschenwagen ideal für den GaLaBau

Wer viel zu transportieren hat, aber dennoch ein kompaktes und wendiges Fahrzeug sucht, der ist mit dem Ducato gut beraten. Mit einer Außenlänge von 5.943 mm, einer Außenhöhe (unbeladen) von 2.254 mm, einer maximalen Aufbaubreite von 2.350 mm sowie einer maximalen Aufbaulänge von 7.383 mm bietet unser Testmodell mehr als genug Platz für alle, die besonders große oder breite Lieferungen an ihr Ziel transportieren müssen. Der Pritschenaufbau kann unkompliziert über eine kabelgebundene Fernbedienung und ohne laufenden Motor bedient und zu drei Seiten gekippt werden. Die Bordwände lassen sich ebenfalls einzeln zu allen Seiten öffnen. Mit einem Leergewicht von 1.950 kg und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 kg ist der Fiat Ducato Professional 140 MultiJet₂ ein echtes Arbeitstier.

 

Assistenzsysteme, die einen Mehrwert generieren

Für den neuen Ducato ist ein großes Spektrum an Sicherheits-, Fahrer-Assistenz- und Konnektivitäts-Technologien verfügbar. Darunter beispielsweise ein Totwinkelassistent (BSA), eine Querbewegungserkennung (RCP), eine Aufprallvermeidung (FBC) sowie ein Spurhalteassistent (LDWS). Darüber hinaus ist eine Verkehrszeichenerkennung verfügbar, eine Fernlicht- und Abblendlichtautomatik, ein Regensensor für den Scheibenwischer und ein Reifendruck-Überwachungssystem (TPMS). Ein Muss für jeden Profi ist zudem das „Engine Idle Preset“, das die Leerlaufdrehzahl des Motors erhöht, um zusätzliche elektrische Geräte an Bord zu betreiben. Die neuen LED Cargo Lights Leuchten, die je nach Fahrzeug-Radstand in drei verschiedenen Größen erhältlich sind, liefern im Laderaum bis zu 70 Lux.

 

Mittlere Leistungsklasse

Unser Testmodell 140 MultiJet2 ist mit einem 2,3-l-Dieselmotor mit 103 kW (140 PS) bei 3.500 U/min sowie 350 Nm Drehmoment bei 1.400 U/min (entspricht einem Plus von 9 % gegenüber dem 130 MultiJet) ausgestattet. Mit diesem Motor reiht sich der Pritschenwagen in der mittleren Leistungsklasse ein. Die MultiJet₂-Baureihe umfasst 2,3-l-Motoren mit variabler Turbolader-Geometrie. Diese sorgt für einen „kultivierteren“ Antrieb sowie eine hohe Elastizität aus niedrigen Drehzahlen. Dadurch wird dem Hersteller zufolge auch der Verbrauch reduziert. Zudem passt der Turbolader seine Strömungsdynamik dank elektronischer Steuerung an die Motordrehzahl und Fahrweise an. So wird jederzeit für die richtige Aufladung gesorgt. Der Zugang zur Ducato-Welt beginnt derzeit mit 88 kW (120 PS) bei 2.750 U/min und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm bei 1.400 U/min, kombiniert mit Schaltgetriebe. Über unserem Testmodell rangiert die Version mit 118 kW (160 PS) bei 3.500 U/min, die in Verbindung mit dem elektronisch gesteuerten Automatikgetriebe „9Speed“ bis zu 400 Nm bei 1.500 U/min liefert. Dieser 160 MultiJet₂ verfügt über eine verstärkte Kurbelwelle in größer dimensionierten Lagern, andere Kolben und einen modifizierten Turbolader für mehr Leistung bei gleicher Langlebigkeit. Zusätzliche Power, die unserem Testmodell tatsächlich nicht geschadet hätte. Am oberen Ende der Baureihe steht der 180 MultiJet₂. Der 131 kW (178 PS) starke 2,3-l-MultiJet₂ entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Nm mit Schaltgetriebe und 450 Nm mit Automatikgetriebe. Zwölf Prozent Drehmomentzuwachs gegenüber dem Vorgängermodell ordnen den 180 MultiJet₂ in seiner Kategorie als Best-in-Class ein.

 

Getriebe mit verschiedenen Modi

Das neu konzipierte Neungang-Automatikgetriebe „9Speed“ soll den Verbrauch des Ducato in jeder Situation optimieren. Bei den Testfahrten sorgte es für ein ruckelfreies und angenehmes Fahrgefühl. Laut Hersteller ist es das leichteste Getriebe seiner Klasse und ermöglicht eine optimale Nutzung des Antriebsdrehmoments. Der hydraulische Drehmomentwandler, der anstelle einer Reibkupplung verbaut wurde, sorgt zudem für maximale Zuverlässigkeit und Haltbarkeit. Mit dem Automatikgetriebe kann der Fahrer nun zwischen drei verschiedenen Modi wählen: Normal, Eco (Schaltstrategie ist auf Verbrauchs-Reduzierung ausgelegt) und Power. Außerdem lässt es dem Fahrer die Wahl, Schaltvorgänge der Automatik zu überlassen oder die Befehle zum Gangwechsel manuell zu geben.

 

Infotainment an Board

Der Ducato ist mit einem Infotainment-System von Mopar ausgestattet. Mit sieben Zoll großem Touchscreen, USB-Anschluss, DAB-Radio und Apple CarPlay- sowie Android Auto-Unterstützung lässt es sich leicht an persönliche Bedürfnisse anpassen. Apple CarPlay zeigt optimierte Routen, kann zum Telefonieren, Empfangen und Senden von Textnachrichten und zum Hören von Musik, Hörbüchern oder Podcasts verwendet werden. CarPlay implementiert auch die Siri-Sprachsteuerung und ist speziell für den Einsatz beim Fahren konzipiert worden. Android Auto erlaubt es, Apps und Dienste auf das zentrale Display zu spiegeln. Es wurde entwickelt, um das Abrufen von Informationen während der Fahrt einfacher und sicherer zu gestalten. Der Fahrer kann mit Google Maps oder Waze eine optimierte Routenführung starten, auf Musik, Multimedia-Inhalte und seine bevorzugten Messaging-Anwendungen zugreifen.

 

Das Treffpunkt.Bau-Fazit

Das neue Ducato-Modell vermittelt ein Gefühl von Dynamik, Qualität und Robustheit. Das Neungang-Automatikgetriebe und die variable Turbolader-Geometrie sorgen für ein angenehmes und dynamisches Fahrverhalten. Die zahlreichen Fahrer-Assistenz-Systeme erhöhen Komfort und Sicherheit und auch das Infotainment-System kann mit seinem Funktionsumfang und dem gut ablesbaren sowie einfach zu bedienenden Display überzeugen. Als Pritschenwagen mit Doppelkabine und Dreiseitenkipper eignet sich unser Testmodell beispielsweise ideal für GaLaBau-Unternehmen. Weniger gefallen hat uns die Motorleistung. Etwas mehr Power, gerade im voll beladenen Zustand, hätte dem Fiat Professional Ducato 140 MultiJet₂ nicht geschadet. Dafür gibt es den Ducato in den leistungsstärkeren Varianten 160 MultiJet₂ sowie 180 MultiJet₂. Die sehr gute Geländegängigkeit auf holprigen Schotterwegen und querfeldein hat uns dagegen positiv überrascht.

 

 

Text: David Kern

Bilder: Fiat Professional, Treffpunkt.Bau

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