HDV Bavaria/Gyru-Star – Sieben wie noch nie: Kunststoff schlägt Stahl

HDV Bavaria/Gyru-Star – Sieben wie noch nie: Kunststoff schlägt Stahl

Fünfzig Tonnen Material und mehr rauschen stündlich durch einen großen Schaufelseparator. Es scheuert, schlägt und stopft, wenn sich die Maschine durch Sand, Gestein und bindigen Boden frisst. Stahl, hart und abriebfest, ist der Werkstoff der Wahl, um den täglichen Torturen möglichst lange zu widerstehen. Alle machen das so – nur ein britischer Hersteller nicht. Der Gyru-Star siebt mit flexiblen Polyurethan-Sternen statt mit stahlharten Metallkrallen.

Wheatway Solutions Limited ist der in Gloucester, UK, ansässige Hersteller des Gyru-Star Sternsieblöffels. Bereits seit 2008 bewährt sich die einmalige Konstruktion auf Baustellen in aller Welt. In Deutschland genießt die produktive Maschine allerdings noch Geheimtipp-Status. „Es gab einfach keinen richtigen Vertrieb. Das ändern wir jetzt. Wir kümmern uns intensiv um den Gyru-Star und veranstalten zahlreiche Vorführungen wie hier bei der Firma Geiger. Man muss einfach mit eigenen Augen sehen, wie gut der Gyru-Star auch bei widrigen Bodenbedingungen arbeitet. Das glaubt einem sonst keiner“, sagt Michael Braun, Geschäftsführer von HDV Bavaria, den wir im Rahmen seiner Demotour bei Kraftisried in einer Geiger Kiesgrube treffen.

 

Flüsterleise Großfamilie

Schier unglaublich ist im ersten Moment auch, wie ungewöhnlich leise der Gyru-Star seinen harten Job erledigt. Die typische Geräuschkulisse beim Sieben, das derbe Schlagen und penetrante Klingeln, wenn Stein im schnellen Takt auf Stahl trifft, fehlt fast vollständig. Die Polyurethan-Sterne wühlen sich wie emsige Finger durchs Material, greifen kraftvoll auch in nasse und lehmige Erde, zerschlagen aber kein Gestein. Wir unterhalten uns problemlos nur wenige Schritte vom arbeitenden Gyru-Star entfernt, der Bagger ist wesentlich lauter als der mit Volllast laufende Löffel. „Der Gyru-Star wird in 26 Größen angeboten, für Anbaugeräte mit 2 Tonnen bis über 40 Tonnen. Es gibt ihn nicht nur für Bagger, sondern auch für alle anderen denkbaren Trägergeräte wie Radlader, Telehandler und Kompaktlader. Sogar am Traktor kann man ihn anbauen. Das Geniale dabei: Es ist ebenfalls möglich, ihn kombiniert, also sowohl am Bagger wie auch am Lader einzusetzen. Er ist das ideale Gerät zum Sieben von Erde, Kompost und Zuschlagstoffen und damit auch für den GaLaBau höchst interessant“, so Braun. Da die Polyurethan-Sterne der Siebwellen des Gyru-Star Steine nicht brechen, wird das Erdreich sauber vom groben Material getrennt. Es findet keine Vermischung satt. Die Qualität des Endprodukts ist entsprechend hoch.

 

Achtfache Standzeit

Nicht nur leise ist der Gyru-Star, auch Langlebigkeit, Wartungsarmut und Energieeffizienz zählen laut Hersteller zu den gewinnbringenden Tugenden der einzigartigen Konstruktion. Den Antrieb der Siebwellen übernehmen Carbon-verstärkte Zahnriemen mit vorgespannten, selbst nachstellenden Riemenspannern. Die Lager sind abgedichtet, wodurch ein dauerhaft sauberer, wartungsfreier Antriebsstrang entsteht. „Noch nicht einmal einen Schmiernippel finden Sie am Gyru-Star. Die Geräte laufen extrem lange völlig wartungsfrei. Unser Vorführmodell hat gut 1.600 Stunden drauf, ohne dass wir einen einzigen Siebstern wechseln mussten. Wir erreichen hier die fünf- bis achtfache Standzeit eines Metallsterns“, sagt Braun. Abgenutzte Siebsterne können bei Bedarf einzeln ersetzt werden, es muss nicht immer die gesamte Welle erneuert werden. Zum Einstellen der möglichen Siebkörnungen von 10, 15 oder 20 mm ist allerdings ein Wechsel aller Siebsterne erforderlich. Ein ebenfalls geldwerter Vorteil für den Anwender ist der niedrige Leistungsbedarf des Gyru-Star. „Wir fahren das 1,5 Tonnen schwere Vorführmodell mit 200 bar Hydraulikdruck und 150 Litern pro Minute. Das schafft ein 20-Tonnen-Bagger im Eco-Modus, was gegenüber anderen, leistungshungrigeren Separatoren richtig Sprit spart“, so Braun.

 

Text und Bilder: Franz Nieberle und Peter Hebbeker

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