Kobelco – Gemeinsam stärker: 30 Jahre Partnerschaft Kobelco – EMB Baumaschinen

Kobelco – Gemeinsam stärker: 30 Jahre Partnerschaft Kobelco – EMB Baumaschinen

Seit 1991 besteht die japanisch-bayerische Kooperation, die reiche Früchte trägt. Gut 3.000 Maschinen des japanischen Herstellers konnte das niederbayrische Familienunternehmen EMB Baumaschinen bisher am Markt platzieren. Das 30-jährige Jubiläum der Zusammenarbeit war Anlass einer gemeinsamen Presseveranstaltung. Im Fokus dabei standen die aktuellen Entwicklungen am Markt, neue Modelle und das umfangreiche EMB-Service-Angebot, zu dem auch die Aufrüstung der Bagger mit der Trimble 2D/3D-Steuerung zählt.

Zusammen mit Raupenkranen bilden die Kobelco-Kettenbagger die Baumaschinen-Sparte des japanischen Mischkonzern Kobe Steel Ltd. Etwa 20 % seines Jahresumsatzes 2020 – insgesamt rund 2,57 Mrd. Euro – erwirtschaftete Kobe Steel mit Baumaschinen, wobei die weltweit vermarkteten Kettenbagger rund 90 % ausmachen. Nach dem Heimatmarkt Japan (46 %), wo man aktuell zum Marktführer im Bereich Kettenbagger aufgestiegen ist, China (18 %) und Südostasien (10 %) bildet Europa mit rund 240 Mio. Euro Umsatz (ca. 10 %) den stärksten außerasiatischen Markt, wie Makoto Kato, Managing Direktor KCME, in seiner Vorstellung des über 90-jährigen Baggerherstellers betonte.

 

EMB: Verkauf und Veredelung

Kobelco-Bagger als leistungsfähige und hoch zuverlässige Trägergeräte in Abbruch und Rückbau – am besten noch mit Anbaugeräten der Marke Ellinger – das galt vor 30 Jahren, das gilt noch heute, wie Ludwig Ellinger, Seniorchef des gastgebenden Kobelco-Partners EMB Baumaschinen unterstrich. Gut 3.000 Maschinen des japanischen Herstellers konnte der süddeutsche Händler seit 1991 platzieren – sogar rund 3.500, rechnet man die während der Vertriebskooperation mit CNH zwischen 2004 und 2012 verkauften „New Holland-Kobelco“-Modelle hinzu. Mit 70 eigenen Mitarbeitern an drei Standorten und diversen Kooperationen und Beteiligungen an gut eingeführten Regionalpartnern betreut EMB heute nahezu den gesamten süddeutschen Raum und ist damit einer der größten europäischen Kobelco-Händler. Insgesamt 21 Servicestationen und 64 mobile Werkstätten gewährleisten die hohe Service- Qualität und lückenlose Kundenbetreuung in allen Zielbranchen, was auch die anwesenden Kobelco-Verantwortlichen in ihrer Würdigung der erfolgreichen Zusammenarbeit unterstrichen. Dabei liefert EMB Kobelco-Technologie nicht nur „von der Stange“: Das 1986 gegründete und heute in zweiter Generation von Michael und Sebastian Ellinger geführte Unternehmen spezialisierte sich frühzeitig auf die Um- und Aufrüstung von Serienmaschinen. Auf Kundenwunsch realisiert man in teils mehrwöchigen Maßnahmen umfangreiche Anpassungen an Hydraulik-Ausrüstung, Ausleger-Gestaltung, Kabinen-Positionierung etc., um in Absprache mit dem Hersteller maßgeschneiderte Lösungen für jeden Einsatzzweck zu bieten.

Neben dem erfolgreichen Customizing der türkisfarbenen Hardware arbeitet EMB seit gut drei Jahren auch intensiv an neuen Software-Lösungen für Baggersteuerungen und der Digitalisierung von Bauabläufen. Paradebeispiel ist hier die 3D-Automatik für Bagger, die den Maschinisten beim Anlegen glatter, ebener oder geneigter Flächen deutlich entlastet und die Arbeiten um bis zu 40 % beschleunigt. Der Fahrer steuert nur noch den Baggerstiel manuell – die Maschinensteuerung übernimmt automatisch Ausleger und Baggerschaufel, deren Löffelschneide exakt auf dem festgelegten Sollniveau bleibt.

EMB-Kooperationspartner ist hier Sitech Deutschland, exklusiver deutscher Vertriebspartner von Trimble, dessen umfangreiches Portfolio in Sachen Maschinensteuerung und Positionierung, Hard- und Software für Bauplanung und integriertes Baustellenmanagement Sitech Key Account Manager Herbert Meyer in Neukirchen vorstellte. Unter Federführung von Sebastian Ellinger arbeitet EMB gemeinsam mit Sitech-Spezialisten intensiv an der grundlegenden Abstimmung der Trimble-Automatik Earthworks auf Schnittstellen und Funktionen der Kobelco-Steuerungen und schafft so die Datenbasis für die Automatisierung der entsprechenden Kobelco-Baureihen weltweit. Deren Palette umfasst heute insgesamt 14 Modelle von 14 bis 40 t, darunter konventionelle Bagger und Kurzheck-Maschinen mit Monoblock- bzw. den steuerungstechnisch besonders anspruchsvollen Verstellauslegern. Und nicht nur in der Entwicklung ist man Vorreiter: Dank intensivem Feintuning beim Endkunden und einer großen automatischen Vorführflotte im eigenen Mietpark konnte EMB bis heute insgesamt 55 „automatisierte“ Kobelco-Bagger platzieren – internationale Spitze im internen Händler-Ranking.

 

Stabiles Wachstum in D-A-CH

In den deutschsprachigen Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz konnte sich Kobelco nach Aussage des zuständigen Business Managers Hanns Markus Renz fest etablieren. War man in der D-A-CH-Region 2013 noch mit insgesamt fünf Händlern und einem schmalen Portfolio von elf Modellen gestartet, ist der Hersteller heute über insgesamt zwölf Händler mit mehr als 50 regionalen Standorten flächendeckend präsent. Das Kobelco-Verkaufsprogramm umfasst laut Renz aktuell 38 Modelle von 1 bis 85 t, was jenseits der aktuellen Schwerpunktbranchen Straßen- und Tiefbau sowie Abbruch und Rückbau noch erhebliches Potenzial in weiteren Marktsegmenten biete. Konkret nannte Renz hier die Gewinnung, wo Kobelco durch die Erneuerung bzw. Erweiterung der „schweren“ Gewichtsklassen ab 50 t neu aufgestellt sei, sowie den GaLaBau. Hier, so Renz, rücke man gemeinsam mit den Händlern stärker den Fokus auf den hohen Qualitätsanspruch, großen Arbeitskomfort und die besonders niedrigen Umfeldemissionen durch die iNDr-Technologie. Auch die durch überlegene Maschinenleistung gegebene Multi-Funktionalität der derzeit zwölf Kobelco-„Minis“ bis knapp 6 t Betriebsgewicht solle in den Vordergrund gestellt werden. Als weiteres Zielsegment kennzeichnete Hanns Markus Renz die branchenübergreifende Maschinenvermietung, wobei hier der eigene Premium-Anspruch gerade bei unabhängigen Anbietern noch oft auf Preisvorbehalte stoße.

In der Einzelbetrachtung der deutschsprachigen Märkte konstatiert der seit 2013 für die D-A-CH-Region zuständige Vertriebsleiter eine kontinuierlich wachsende Marktpräsenz und positive Absatzentwicklung. Dies gelte ebenso für die kleineren Märkte Österreich und Schweiz mit ihren seit 2013 nahezu unveränderten Händlerstrukturen wie auch für den deutschen Markt, wo Kobelco inzwischen mit sieben überregionalen Vertriebs- und Servicepartnern flächendeckend vertreten ist. Gerade für die schwereren Klassen ab 6 t Betriebsgewicht registrierte Renz in den vergangenen Jahren durchschnittliche Absatzsteigerungen von um 20 % p. a. Und auch der „Corona-Effekt“ scheint im Griff: Dank einer robusten Baukonjunktur, so Hanns Renz, sei die Auslastung der Endkunden augenscheinlich nur geringfügig bis gar nicht zurückgegangen. Als Folge verzeichne man nach einer spürbaren Zurückhaltung in 2020 bereits zur Jahreshälfte 2021 Bestelleingänge, die teilweise um das Doppelte über den Jahresergebnissen von 2019/20 liegen.

 

Starke Maschinen für starke Märkte

Trotz der anhaltenden Pandemie-Auswirkungen verfolgt Kobelco die Erneuerung seines europäischen Maschinenangebots, wie Product Manager Peter Stuijt unterstrich. Dabei lasse das konsequent verfolgte „Made-in-Japan“ gerade in der Entwicklungs- und Designphase großen Raum für Anregungen und Anforderungen europäischer Endkunden, wie die anwesenden Händlervertreter aus Deutschland und Österreich bestätigten. Auch Stuijt bekräftigte den Premiumanspruch der eigenen Maschinen, wobei er insbesondere die großen Hub- und Zugkräfte bei gleichzeitig hoher Kraftstoffeffizienz und das unter Fahrern besonders geschätzte feinfühlig ausgelegte Ansprechverhalten der Kobelco-Baggersteuerung herausstellte.

Alleine zehn geplante Premieren in 2021 – „Modellpflegen“ nicht mitgerechnet – bringen Neuheiten für alle Klassen. Die Bandbreite reicht von grundlegend überarbeiteten Bestsellern über Modellvarianten mit neuem Anwendungsprofil bis hin zu komplett neuen Maschinenklassen. Im März dieses Jahres präsentierte Kobelco als Pionier der „Short-Range“-Technologie mit dem neuen SK380SRLC (200 kW; 36.600 – 38.200 kg) den nach eigenen Angaben schwersten Kurzheckbagger am

Markt. Mehr Power erhielt der 50-Tonnen-Bagger Kobelco SK500LC-11 (300 kW; 50.400 kg), der gemeinsam mit dem leistungsgleichen Schwestermodell SK530LC-11 (52.500 kg) im Mai vorgestellt wurde. Beide neuen Modelle kommen mit dem „PERFORMANCE X DESIGN“-Kabinenkonzept, das mit neuer Cockpitgestaltung, ergonomischen Bedienelementen und serienmäßiger Rundum-Kameraabdeckung neue Standards in Arbeitskomfort und –sicherheit setzt. Erstmals zeigte Kobelco in Neukirchen den Zwanzigtonner SK210(N)LC-11.

Erhältlich mit Standard-Fahrwerk oder schmalem Unterwagen (Version NLC: 2.800 mm) sowie optionalen Gegengewichten (4.300 / 4.900 kg) bringt der neue Baustellen-Allrounder 21.900 – 23.500 kg auf die Waage und lässt sich mit Monoblock-, Verstellausleger oder langer Arbeitsausrüstung konfigurieren. Mit seinem 124 kW starken Hino-Motor nach Abgasstufe EU V entwickelt der SK210(N) LC-11 eine Grabkraft von 143 kN (157 kN mit Power Boost), außergewöhnliche 228 kN Zugkraft und ein starkes Schwenkmoment von 71,5 kNm. Dabei bietet die Maschine wie alle schweren Kobelco-Bagger drei Betriebsarten (H, S, Eco) für eine optimale Auswahl zwischen hoher Leistung, wirtschaftlichem Betrieb und besonders niedrigem Kraftstoffverbrauch.

So liege der durchschnittliche „Flottenverbrauch“ des Vorgängers SK210LC-10 in Europa laut Kobelco derzeit bei 10,1 Liter pro Stunde. Als weitere Neuheiten für 2021 kündigte Peter Stuijt für den konventionellen Bereich zwischen 25 bis 35 t Betriebsgewicht die Modelle SK260(N)LC, SK300(N)LC und SK350(N) LC an, in der -11-Generation auch alle mit dem wegweisenden „PERFORMANCE X DESIGN“-Konzept. Bei den Minibaggern folgen in Kürze die 5-t-Modelle Kobelco SK50/58SRX-7, die mit einem neuen Hydrauliksystem Maßstäbe in Anbauleistung und Planier-Betrieb setzen sollen. Für den Abbruch kündigt Kobelco den SK550DLC-11 mit „NEXT“-Wechselauslegersystem an: Wahlweise mit 27-m-Longfront bzw. 14,6-m-Verstellausleger und entsprechenden Anbaugewichten von 2.600 kg bzw. 5.300 kg zielt der transportfreundliche 60-Tonner auf Einsätze als flexible Schlüsselmaschine im wirtschaftlichen Rückbau.

 

Text: Bernd Mair

Bilder: Kobelco; Treffpunkt.Bau (Mair)

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