Komatsu – Mehr Investitionen erwartet: Komatsu hat steigende Nachfrage im Visier

Komatsu – Mehr Investitionen erwartet: Komatsu hat steigende Nachfrage im Visier

Volle Auftragsbücher und optimistische Vorhersagen für die nächsten Jahre meldet Komatsu Germany am Standort Hannover. Trotz Corona-Pandemie ist man an der traditionsreichen Fertigungsstätte optimistisch, die kommenden Aufgaben erfolgreich zu meistern. Über neueste technische Entwicklungen des japanischen Baumaschinenherstellers informierten in der niedersächsischen Landeshauptstadt Marco Maschke, Leiter des Deutschland-Büros von Komatsu Europe International, und Ingo Büscher, Geschäftsführer des Werkes in Hannover, kürzlich die Fachpresse.

In diesem Geschäftsjahr (endet im April 2022) streben die über 800 Mitarbeiter einen Umsatz von etwa 300 Millionen Euro an (2020/21 waren es rund 222 Millionen Euro). Das bedeutet, so Maschke, 2.400 Radlader und 660 Mobilbagger laufen vom Band. Im kommenden Geschäftsjahr sollen 4.000 Maschinen produziert werden. Maschke: „Wir sind überzeugt, dieses Ziel zu erreichen. Damit werden wir rund 400 Millionen Euro erwirtschaften.“

Darüber hinaus habe die Fertigungsstätte in Hannover alle Möglichkeiten, die Produktion bei zusätzlichen Nachfragen noch auszubauen. Dazu könnte auch die Mitarbeiterzahl erhöht werden. Für die kommenden vier bis fünf Jahre habe man um die 8.000 Einheiten im Visier. Beide Manager verwiesen dabei auf die großen Bauvorhaben in Deutschland, die trotz Corona kaum eingeschränkt waren – ein Vorteil gegenüber anderen Märkten in Europa. Maschke und Büscher sind zuversichtlich, dass ihre Kunden nach den Boomjahren 2018/19 wieder mehr in neue Technik investieren werden. Die Auftragslage sei vielversprechend. Ebenso ist die Nachfrage an Rohstoffen gestiegen, sodass auch die Gewinnungsindustrie in neue Maschinen ungebrochen verstärkt investiere.

Durch die hohe Wertschöpfungstiefe sei Komatsu auf eine steigende Produktion bestens vorbereitet und könne den Wünschen der Kunden jederzeit nachkommen. Dies gelte nicht nur für Standardkonfigurationen, sondern auch für Sonderlösungen. Kernkomponenten wie Getriebe, Achsen, Schaufeln, Oberwagen oder Vorder- und Hinterrahmen werden in Hannover produziert. Auch Motoren und Hydraulikkomponenten entwickele und produziere Komatsu selbst. So könnten die Teileverfügbarkeit sowie hohe Qualität und Flexibilität sichergestellt werden, betonte Maschke. Aufgrund der globalen Vernetzung erhalte beispielsweise auch Komatsu in Amerika Achsen aus Hannover. Diese Philosophie trage auch das flächendeckende Vertriebs- und Servicenetz in Deutschland mit. Hier liege seit jeher das Hauptaugenmerk auf der Sicherstellung der Service- und Ersatzteilverfügbarkeit.

 

Mit dem Mobilbagger PW148-11 schneller am Ziel

Zum Service gehören auch Gespräche mit Fahrern und Unternehmern, die dazu beitragen, bei den Neu- und Weiterentwicklungen der Technik bestimmte Themen und Hinweise mit zu berücksichtigen. Das gelte auch für die neu entwickelte Version des Mobilbaggers PW148-11, der während der Presseveranstaltung vorgestellt wurde. Damit könne Komatsu nun seinen Kunden die gesamte Mobilbaggerpalette von 8 bis 20 t auf dem neuesten Stand der Technik anbieten. Die größten Neuerungen seien der Motor und die Abgasnachbehandlung. Der Komatsu-Motor verfüge jetzt über 20 kW mehr Leistung und kommt auf 110 kW Gesamtleistung. Ausgestattet mit einem Komatsu-Diesel-Partikelfilter mit 8.000 h langem Wechselintervall erfüllt er die neueste Abgasnorm der EU Stufe V.

Die zusätzliche Leistung mache sich auch bei der Fahrgeschwindigkeit bemerkbar. So beschleunige die Maschine leichter und sei bergauf bis zu 30 % schneller als die Vorgängerversion und man ist schneller am Ziel, hieß es bei der Präsentation. Hingewiesen wurde ebenfalls auf das serienmäßig verbaute und kostenfreie Maschinen- und Flottenmanagement-Werkzeug Komtrax. Es biete dauerhaft verfügbare Live-Maschinendaten und die Möglichkeit, Einsätze und Wartungen optimal zu planen. Damit sei es möglich, die Maschinenverfügbarkeit und Effizienz zu erhöhen. Reparaturen und anstehende Wartungen könnten über das Komatsu-Care-Wartungsprogramm für den Unternehmer kostengünstig und zuverlässig abgewickelt werden.

Außerdem sei ein sicherer Arbeitsplatz mit Abstand das Wichtigste für jede Baustelle. Sicherheit an, in und um die Maschine habe für den Hersteller daher die höchste Priorität. Neben der guten Sicht aus der Kabine durch die großzügige Verglasung verbaute Komatsu serienmäßig das Rundumsicht-Kamerasystem KomVision. Dies garantiere auch im neuen PW148-11 hervorragende Sichtverhältnisse aus der Vogelperspektive bei Tag und Nacht und hilft Unfälle zu vermeiden.

 

Baustellen von morgen

Mit dem 4D-Raum als Teil der digitalen Transformation wolle Komatsu die Baustellen von morgen revolutionieren, erklärte Dirk Fahlbusch, CAE-Administrator – R&D Construction, den Journalisten. Gezeigt wurde ein etwa zwölf Quadratmeter großer Raum, der sogenannte Cave. Dort könne man beispielsweise sich fotorealistisch in die feinsten Verästelungen eines Komatsu-Radladerantriebs hineinzoomen und den Ölfilter virtuell wechseln, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. Zudem sei die Simulatortechnik so realistisch, dass sie ferngesteuertes Arbeiten ermögliche an Stellen, an denen ein Bagger benötigt würde, aber der Einsatz von Menschen zu gefährlich oder zu kompliziert sei. Mithilfe der neuen Technik würden Baustellen effizienter und damit wirtschaftlicher.

 

Fertigkeiten weiterentwickeln

Darüber hinaus wurde die „Driving Academy“ auf dem Testgelände vorgestellt. Für den Arbeitsalltag mit der Baumaschine gebe es viele Kniffe und Tipps, von denen Anfänger wie auch erfahrene Baumaschinenführer profitieren können. In der „Komatsu Driving Academy“ in Hannover lasse sich das sichere und effiziente Bedienen in Theorie und Praxis mithilfe ausgewiesener Experten und innovativer Technologien wie einem Fahrsimulator mit beweglicher Plattform erfahren. Für Neueinsteiger eigne sich das „Basistraining“.

Komatsu-Experten schulten in der Bedienung von Radladern und Baggern in verschiedenen Aufgaben am Simulator und an den Maschinen. Ebenso werden die täglichen Wartungsaufgaben sowie der sichere und produktive Umgang mit der Maschine vermittelt. Erfahrene Baumaschinenführer sollen durch das „Effizienztraining“ angesprochen werden. Es biete eine datenbasierte und praxisorientierte Ausbildung für einen effizienten Maschineneinsatz. Vorrangiges Ziel ist die Verbesserung der Betriebskosten, hieß es bei der Präsentation.

 

Smart Construction auf dem Vormarsch

Karsten Elles, Market Development Manager, informierte während des Pressegespräches über Smart Construction, eine Technologieentwicklung von Komatsu. Sie sei erstmals 2015 eingeführt worden, um die Effizienz zu steigern und den Arbeitskräftemangel in der japanischen Bauindustrie auszugleichen. Heute, im Jahr 2021, sei Smart Construction in ganz Japan, Europa, Amerika und Australien aktiv. Smart Construction bietet eine Reihe von Lösungen an, die Erdbauprojekte von der Angebotsabgabe bis zur Projektübergabe begleiten.

Vom Aufbau einer 3D-Welt mit Drohnenvermessungsdaten bis hin zur Ermittlung der besten Transportroute mit diesen Daten helfe Smart Construction, den Fluss von Maschinen, Menschen und Materialien auf Ihren Baustellen zu verfolgen und zu optimieren. Gemeinsam mit Partnern und Kunden sei Komatsu bestrebt, die Projektvorlaufzeit zu verkürzen, den Gewinn zu steigern und gleichzeitig die Baustellen sicherer und umweltfreundlicher zu machen, betonte der Manager. In Europa sei Smart Construction derzeit in sechs Ländern aktiv, nämlich in Frankreich, Deutschland, Dänemark, dem Vereinigten Königreich, der Slowakei und der Tschechischen Republik.

 

Text: Rainer Oschütz

Bilder: Rainer Oschütz, Komatsu

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