Case // Neue Raupenbagger: „Case never stops“

Case // Neue Raupenbagger: „Case never stops“

Anfang März gab Case die Markteinführung seiner neuen CX Raupenbagger der E-Serie bekannt. Die E-Serie, so heißt es in einem Statement des Herstellers, ist das Ergebnis einer 180-jährigen Innovationsgeschichte – schließlich wurde das Unternehmen 1842 gegründet. Wenn es die äußeren Umstände zulassen, wird Case die neuen Raupenbaggermodelle im Rahmen einer europaweiten Roadshow Mitte des Jahres 2022 vorstellen.

Die E-Serie umfasst die Modelle CX130E, CX160E, CX180E, CX210E, CX240E, CX250E, CX300E mit Einsatzgewichten von 13 bis 30 Tonnen. Die neuen Raupenbagger zeichnen sich besonders durch die erstmalige Integration neuer FPT Industrial (FPT)-Motoren der Stufe V, ein überarbeitetes Kabinendesign mit optimiertem Bedienkomfort, eine effizientere Hydrauliksteuerung mit verbesserten Betriebsarten, überarbeitete Maschinenkomponenten, einen neuen Unterwagen sowie ein neues, umfassendes Dienstleistungsangebot aus. Im Ergebnis sollen Kunden von einer präziseren Feinsteuerung, höherer Zuverlässigkeit, mehr Bedienkomfort, höherer Effizienz und Produktivität sowie niedrigen Gesamtbetriebskosten (TCO) profitieren.

Im Gespräch mit Vladimir Knezevic, CNH Industrial Business Director DACH, Lutz Holthaus, Case Construction Equipment PR Consultant DACH, Lea Jambon, CNH Industrial Marketing Manager DACH, und Lars Midderhoff, Case Produktmanagement, erfuhr die Redaktion des Treffpunkt.Bau mehr zu den neuen Raupenbaggern, den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Entwicklung und den Zukunftsplänen des Unternehmens.

 

Die neue E-Serie bietet zahlreiche neue Ausstattungsmerkmale, die Kunden durch ihr Zusammenspiel eine sehr gute Einsatzverfügbarkeit, Produktivität und Rentabilität garantieren sollen. Welche Änderungen werden Anwender Ihrer Meinung nach sofort bemerken?

Lars Midderhoff: Am Offensichtlichsten sind wahrscheinlich die Änderungen in der Kabine, die den Fahrerkomfort betreffen. Die Kabine verfügt über zahlreiche neue Funktionen, die das Fahrerlebnis insgesamt verbessern. Eine komfortablere Einstiegshöhe, ein brandneuer 10-Zoll-LCD-Monitor mit fünf konfigurierbaren Tasten, eine neue Anordnung der Bedienelemente, eine gefederte Steuerkonsole und größere Ablagefächer. Auch die Neigung der Fahrpedale wurde angepasst und verbessert.

Die Leistung der Klimaautomatik wurde zudem durch ein Kühlsystem-Upgrade und eine optimale Positionierung der Belüftungsdüsen verbessert. Der optionale Case Maximum View Monitor ermöglicht durch die Integration von drei Kameras eine verbesserte Sicht auf die Maschine. Auch das Hydrauliksystem CIHS, das bereits aus der vorherigen Generation bekannt ist, verfügt nun über vier neue Betriebsarten mit zusätzlichen anpassbaren Hydraulikeinstellungen, um die Durchflussmengen für Stiel, Ausleger- oder Schwenkbewegungen anzupassen. Der Super Power (SP)-Modus sorgt für maximale Produktivität, der Power (P)-Modus bietet bei Bedarf einen zusätzlichen Leistungsschub und der Lifting (L)-Modus optimiert Hubeinsätze. Zusammen mit den neuen FPT-Motoren ermöglicht der Eco-Modus (E) bei einigen Modellen deutliche Kraftstoffeinsparungen von bis zu 17 %.

 

Der Pressemitteilung haben wir entnommen, dass die 13- bis 18-Tonnen-Modelle der neuen E-Serie mit dem 4,5-Liter-Motor N45 aus der NEF-Baureihe ausgestattet sind, während der N67 aus derselben Motorenfamilie die 21- bis 30-Tonnen-Modelle mit 6,7 Litern Hubraum antreibt. Wie ist es technisch möglich, mehr Leistung mit einem geringeren Kraftstoffverbrauch zu vereinbaren?

Lars Midderhoff: Das war zugegebenermaßen eine Gratwanderung, denn die neuen Motoren-Abgasstufen sind im ersten Moment eher restriktiv. Case hat hier eine Lösung ohne Abgasrückführung (AGR) entwickelt, die eine höhere Effizienz bei der Kraftstoffverbrennung gewährleistet. In Verbindung mit der selektiven katalytischen Reduktion (SCR) am Filter sowie der AdBlue-Einspritzung bietet die E-Serie ein sehr hohes Einsparungspotential bei den Gesamtbetriebskosten (TCO). Die neue E-Serie ist darüber hinaus mit HI-eSCR2 ausgestattet, einer Nachbehandlungslösung von FPT, die über die gesamte Lebensdauer völlig wartungsfrei ist. Auch eine mechanische Reinigung oder ein Austausch sind während des gesamten Lebenszyklus nicht erforderlich.

Durch die Verdoppelung der Wartungsintervalle auf bis zu 1.000 Stunden für Motoröl, Kraftstofffilter und Ölfilter konnte Case zudem die Wartungsfreundlichkeit deutlich verbessern. Außerdem können alle Modelle der E-Serie mit regulären oder alternativen Kraftstoffen betrieben werden, z. B. mit dem zunehmend beliebteren HVO (hydriertes Pflanzenöl). In Zeiten steigender Energie- und Kraftstoffpreise könnte das ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein.

 

Wie ist Case bei der Entwicklung der Raupenbaggermodelle vorgegangen und wie lange hat die Entwicklung in etwa gedauert?

Lars Midderhoff: Die Entwicklung der neuen Modelle hat etwa drei bis vier Jahre gedauert. Wir standen vor der Herausforderung, ein Produkt zu optimieren, das eigentlich schon sehr gut war. Wir haben diesen Zeitraum benötigt, um sicherzustellen, dass unsere Geräte auch so zuverlässig und haltbar sind, wie es unsere Kunden von uns gewohnt sind und erwarten.

Bei der Entwicklung der neuen Raupenbagger war es uns besonders wichtig, auf Kundenwünsche einzugehen. Deswegen haben wir beispielsweise die Kabine in den Fokus unserer Überlegungen gerückt. Geräumige, voll verstellbare ergonomische Sitze, eine optimierte Armlehnenposition und Joystick-Steuerung vergrößern den Komfort für Fahrer jeder Statur. Die Sicht auf der rechten Seite war bereits zuvor sehr gut – nun ist sie ausgezeichnet. Auch die Betriebssicherheit hat nach wie vor höchste Priorität, und die serienmäßigen Sicherheitsmerkmale wie der FOPS-Schutz Stufe 2 für die Kabine gehören auch weiterhin zum Standard.

Um die Produktivität, Rentabilität und Verfügbarkeit der E-Serie weiter zu verbessern, haben wir zudem die Case Service Solutions integriert, ein Angebot vernetzter und nicht vernetzter Kundendienstleistungen. Ein bidirektionales Modem in den Maschinen ermöglicht beispielsweise den Einsatz von Case SiteConnect und Case SiteWatchTM, einem umfangreichen Flottenmanagement-Tool.

Ein weiterer wesentlicher Punkt waren zudem, wie bereits erwähnt, die Motoren. Schon vor mehr als vier Jahren haben wir uns überlegt die Suzu-Motoren, wo es möglich ist, durch FPT-Motoren zu ersetzen. FPTs Expertise in der Konstruktion von Antriebssträngen für die Bauwirtschaft hat uns zu diesem Schritt bewogen.

Darüber hinaus sind sowohl Case als auch FPT Tochterunternehmen von CNH Industrial, sodass eine Kooperation nahe lag. Dass sich die Arbeit, die wir in den letzten Jahren investiert haben, auszahlt, spiegeln die Tests und Versuche bei den ersten Kunden wider. Kraft, Funktionalität und  Komfort – alles ist on-spot.

 

Welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf Case und die Entwicklung der Raupenbagger-Modelle?

Lars Midderhoff: Betrachtet man das Gesamtbild, dann verliefen die letzten zwei Jahre trotz zahlreicher Hürden sehr gut. Natürlich waren auch wir von Lieferengpässen betroffen. Dennoch haben wir es geschafft, unsere Maschinen in einem akzeptablen Zeitrahmen auszuliefern. Und auch die Reisebeschränkungen stellten uns vor die eine oder andere Herausforderung. Die Raupenbagger werden von einem Partnerunternehmen in Japan gefertigt. Durch die große räumliche Distanz konnten die Prototypen zunächst nur von lokalen Fahrern getestet werden. Erst im Juli letzten Jahres waren wir in der Lage, die ersten Maschinen an europäische Testfahrer auszuliefern. Glücklicherweise fiel das Feedback durchweg positiv aus.

Lea Jambon: Das kann ich so bestätigen. Die letzten zwei Jahre waren anspruchsvoll. Deswegen hat Case sich dazu entschlossen, ein Zeichen zu setzen und, unabhängig von etwaigen Messen, eine europaweite Roadshow auf die Beine zu stellen. Dort werden wir natürlich auch die neuen Raupenbagger der E-Serie zeigen. Für uns, unsere Händler und Kunden ist es wichtig die Maschinen live erleben zu können.

 

Wann wird die Roadshow nach jetzigem Kenntnisstand stattfinden und sieht Case die Veranstaltung als eine Art „Messeersatz“?

Lea Jambon: In Deutschland wird die Roadshow vermutlich Anfang Juni stattfinden. Sobald wir mehr wissen, werden wir Details bekannt geben. Mit ausgefallenen Messen oder einer ausgebliebenen Teilnahme an etwaigen Events hat die Roadshow nichts zu tun. Bei Case hat dieses Veranstaltungsformat eine lange Tradition. 2021 war die Lage pandemiebedingt noch etwas zu unsicher. Dieses Jahr wollen wir ein Zeichen setzen und weiter vorangehen. Die Kunden müssen die Maschinen wieder anfassen, anschauen und ausprobieren können. Und dafür ist so eine Roadshow natürlich das probate Mittel.

Darüber hinaus freuen wir uns darauf, unsere Händler endlich wieder persönlich treffen zu können. Wir versuchen, so nah wie möglich am Kunden zu sein, und wollen möglichst viele Meinungen hören. Diese Art der Rückmeldung ist auch für zukünftige Projekte wichtig.

 

Wie hat Case sich im letzten Jahr entwickelt und wie sehen die Pläne für dieses Jahr aus?

Vladimir Knezevic: 2021 waren unsere Hauptziele, die Case-Produkte und Services auf den deutschsprachigen Märkten noch besser zu positionieren und einen Großteil unserer Geschäftsprozesse zu digitalisieren. Mit der Vorstellung der neuen Radlader der G-Serie sowie den Baggerladern der SV-Serie haben wir 2021 bereits einige positive Impulse gesendet.

Wir befinden uns heute in einer noch besseren Lage als letztes Jahr und werden das Momentum nutzen. Im Rahmen der Digitalisierung haben wir beispielsweise ein komplett neues Händler-Portal mit essenziellen Informationen für unsere Partner lanciert. Jetzt, nach einem Jahr, können wir ganz klar sagen, dass wir mit den neuen Raupenbaggern der E-Serie in einer sehr guten Position sind, um unsere Marktanteile weiter auszubauen.

Unser Ziel für dieses Jahr ist es, die neu eingeführten Produkte und digitalen Dienstleistungen weiter auszubauen, um unseren Kunden die besten und effizientesten Lösungen anbieten zu können. Darüber hinaus wollen wir auch unsere Niederlassung in Unna verstärken. Und natürlich haben wir noch mehr Neuheiten in der Pipeline für 2022 und die kommenden Jahre. Unser Motto lautet schließlich „Case never stops“.

 

Vorteile der neuen Case E-Serie

 

Höhere Produktivität

Die neue E-Serie bietet ein außerordentliches Fahrerlebnis mit verbessertem Einstieg in die ohnehin schon sehr geräumige Kabine. Die Kabine ist mit einem 10-Zoll-LCD-Monitor mit fünf konfigurierbaren Bedienelementen, optimierten Bedienvorrichtungen, schwebenden Steuerkonsolen, optimierter Klimatisierung, mehr Stauraum und neuen Arbeitsmodi ausgestattet.

 

Optimierte Sicherheitsfeatures

Die neuen Modelle bieten eine bessere Sicht auf der rechten Seite, mit permanent aktiven Kameras, deren Sichtfeld auf dem 10-Zoll-LCD-Monitor angezeigt wird. Das Kamerabild wurde durch ein neues Objektiv und eine verbesserte Farbbalance verbessert. Die Außensicht des Fahrers wird durch eine optimierte Scheibenentfrostung und eine neue Scheibenwaschanlage verbessert. Eine neue Sicherheitsfunktion mit automatischer Hebelverriegelung stoppt die Maschine, wenn der Fahrer den Hebel der Torverriegelung unbeabsichtigt löst.

 

TCO- und Effizienzsteigerungen

Die neuen Raupenbagger bieten einen geringeren Kraftstoffverbrauch und Kosteneinsparungen von 12 % bis 17 % (abhängig vom Modell). Der neue FPT Stufe V-Motor mit integriertem SCR-on-Filter ist wartungsfrei und lebenslang nutzbar. Das Weglassen der AGR sorgt für optimierte Verbrennungseffizienz und eine geringere Komplexität. Der verbesserte Fahrmotor sorgt zudem mit seinem höheren Wirkungsgrad für eine längere Lebensdauer. Auch die verlängerten Wartungsintervalle von 1.000 Stunden für Kraftstoff-, Motoröl- und Motorölfilter tragen zu einer höheren Lebensdauer bei.

Mit dem 4.000 AdBlue-Zufuhrmodulfilter werden die Emissionen zusätzlich reduziert. Bei den Modellen CX210E / CX250E konnte zudem eine Verdoppelung der Fahrgetriebe-ölintervalle von 1.000 auf 2.000 Stunden erreicht werden. Die Vorzüge der Vorgängergeneration wurden dennoch beibehalten, wie zum Beispiel die Buchsen des erweiterten Wartungssystems (EMS) sowie die 1.000 Stunden Schmierintervalle für alle Arm- und Auslegerbolzen.

 

Alternative Kraftstoffe

Neben herkömmlichem Diesel können die FPT-Motoren der Stufe V auch mit Biodiesel B7, Gas-to-Liquids (GTL), Biomass-to-Liquids (BTL), Coal-to-Liquids (CTL) und Paraffinkraftstoffen wie HVO angetrieben werden.

 

Gesteigerte Zuverlässigkeit

Durch die verbesserte strukturelle Stabilität des Auslegers bietet die neue E-Serie geringere Toleranzen bei den Zylinderstiften, weniger Spiel in den Buchsen und Rollen sowie eine höhere Stabilität des Unterwagens. Dadurch wird auch die Reinigung erleichtert. Optional sind für den CX210E LC größere Gegengewichte erhältlich, um auch mit schwereren Anbaugeräten arbeiten zu können.

 

Aufgewertete Hydraulik

Neu sind in diesem Bereich das Hydraulikmanagement und vier Arbeitsmodi, welche die Leistung bei jedem Einsatz und mit jedem Anbaugerät unabhängig von der Drosselklappenstellung optimieren. Darüber hinaus können die Anbaugerätetypen und -bezeichnungen ab sofort im Bedienerdisplay gespeichert werden, um eine sicherere und schnellere Werkzeugverwaltung zu ermöglichen. Zudem ist ein neuer Schalter für die Überlaufabschaltung integriert, um Durchflussspitzen zu vermeiden, die das Werkzeug beschädigen könnten.

 

Bedienkomfort

Die bereits vorhandenen Kabinenfeatures wurden um eine Druckkabine mit verbesserter Abdichtung und vergrößertem Einstiegs- und Fußraum erweitert. Die Konsole ist mit dem Sitz verbunden und die Positionen der Bedienhebel wurden optimiert. Ein neuer 10-Zoll-Monitor mit höherer Auflösung mit fünf konfigurierbaren Silikontasten und zusätzlichen Menüinformationen auf dem Display runden das Gesamtbild ab.

 

Sichere und einfache Wartung

Hydrauliktankdeckel mit Entlüftung, eine zweigeteilte Bodenmatte sowie ein verdichteter Schmierzylinder am Unterwagen erleichtern die Wartung und Reinigung.

 

Konnektivität für Ferndiagnose und –unterstützung

Durch das neue bidirektionale Case SiteConnect-Modul und erweiterte Telematikdienste ist eine interaktive Wartung möglich. Mit den Case Connected Services, einem Lösungsportfolio für die E-Serie, das SiteConnect, SiteWatch und SiteManager umfasst, profitieren Kunden von einer erhöhten Maschinenverfügbarkeit, Produktivität, Effizienz, Fernunterstützung, Sicherheit, Standortverfolgung und Ferndiagnose.

 

Erweiterte Garantie und Wartungspläne

Mit dabei ist auch Case Care – ein standardmäßiges, geplantes Wartungsprogramm mit Originalteilen und -schmierstoffen. Das Programm wird unterstützt durch den Support, die Logistik und das technische Know-how des weitreichenden Case Händlernetzes. Case Protect ist ein erweitertes Garantieprogramm und Case Fluid Analysis zielt darauf ab, größere Ausfälle zu verhindern, die Zuverlässigkeit der Anlage zu optimieren und die Betriebsdauer zu verlängern. Case Protect und Case Fluid Analysis sind für Kunden in ganz Europa verfügbar. Case Care ist ab sofort in ausgewählten Märkten erhältlich und wird bald europaweit verfügbar sein.

 

Text: Gloria Schaffarczyk

Bildmaterial: Case

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