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BVMB begrüßt das Infrastruktur-Zukunftsgesetz als Startsignal für eine zukunftsfähige Infrastrukturpolitik
Verband fordert ausgewogenen Ausgleich zwischen Umwelt und leistungsfähiger Infrastruktur
Der Bundestag hat mit den Stimmen der Koalition das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschlossen. „Das ist ein guter Tag für die Verkehrswege in Deutschland ebenso wie für die Bauwirtschaft“, kommentiert Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB). Die Zustimmung des Bundesrats steht allerdings noch aus. Das neue Gesetz räumt Infrastrukturvorhaben im Bereich Straßen, Schienen- und dem Wasserstra-ßenbau ein „überragendes öffentliches Interesse“ im Planungsrecht ein. Damit können solche Projekte künftig schneller genehmigt und umgesetzt werden. Trotz dieser positiven Bewertung muss sichergestellt werden, dass die angestrebten Beschleunigungseffekte nicht durch gegen-läufige gesetzgeberische Maßnahmen geschwächt werden. „Insbesondere darf das sich noch im Stadium eines Referentenentwurfs befindliche Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruk-tur und zur Fortentwicklung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nicht dazu führen, dass die erreichten Verbesserungen durch zusätzliche Anforderungen oder widersprüchliche fach-gesetzliche Vorgaben wieder eingeschränkt werden“, merkt Gilka an und erinnert an die Not-wendigkeit, Beschleunigungen umzusetzen. „Der Sanierungsstau ist zur Hypothek für den Wirt-schaftsstandort Deutschland geworden. Jede unerwartete Sperrung einer wichtigen Verkehrs-verbindung zeigt, wie dringend wir jetzt handeln müssen.“
Vorrang für die Verkehrsinfrastruktur
Straßenneubau kontra Haselmaus – Schienenbau versus Fledermaus – diese Situationen sollen künftig laut Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nicht mehr zum Tagesgeschäft ge-hören. „Wir senken keinen Standard ab, wir machen Umwelt- und Naturschutz nur praxistaugli-cher“, so Schnieder. Verfahrenserleichterungen sollen dafür sorgen, dass Straßen, Schienen-wege und Wasserstraße in Deutschland künftig schneller gebaut werden können. Das Gesetz sieht auch eine sogenannte Ersatzgeldzahlung vor, als gleichwertige Alternative zu den bisher möglichen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen.
„Dass Ersatzzahlungen künftig gleichrangig neben Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen stehen, ist eine gute und längst überfällige Entscheidung. Sie eröffnet eine sinnvolle zusätzliche Option, für die sich die Bauwirtschaft seit Langem eingesetzt hat, und kann einen wichtigen Beitrag zur Be-schleunigung von Infrastrukturvorhaben leisten“, erklärt Gilka
Beschleunigung auf Papier reicht nicht – Infrastruktur braucht mehr Tempo in den Behörden
Generell aber sieht der Verband das neue Regelwerk als „sehr wichtigen und richtigen Schritt nach vorne“ an. Auch den heute im Kabinett beschlossenen Entwurf eines Bundeswehr-Infra-strukturbeschleunigungsgesetzes sieht der Verbandsvertreter als logische flankierende Maß-nahme vor dem Hintergrund der angespannten geopolitischen Weltlage und der sich daraus ergebenden Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der NATO und seinen Verbündeten.
Allerdings sieht die BVMB das Infrastruktur-Zukunftsgesetz aber auch „nicht als Messias“, der nun alle Probleme bei Straße, Schienen und dazugehörigen Brücken beseitigt. „Sollte der Bundesrat auch noch zustimmen, bleibt erst mal abzuwarten, ob das Gesetz wirklich mit voller Schlagkraft umgesetzt wird“, meint Gilka. Damit das Infrastruktur-Zukunftsgesetz zünde, brauche es auch eine agilere Verwaltung. Hinsichtlich weiterer Maßnahmen im Rahmen der Beschleunigungsa-genda wird es in den kommenden parlamentarischen Beratungen daher darauf ankommen, einen ausgewogenen Ausgleich zwischen Umweltbelangen und den Erfordernissen einer leis-tungsfähigen Infrastruktur zu finden. Nur so kann der eingeschlagene Modernisierungskurs dau-erhaft fortgesetzt werden, denn leistungsfähige Verwaltungsstrukturen sowie eine ausreichende finanzielle und personelle Ausstattung der zuständigen Behörden sind wesentliche Voraussetzun-gen für eine wirksame Infrastrukturpolitik.
Text + Bildmaterial: BVMB
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