Neue Fließproduktion treibt Wachstum voran

Die Schwarzmüller Gruppe schöpft aus der größten Produktionsumstellung der Unternehmensgeschichte die erwarteten Wachstumseffekte. Die Umstellung auf eine Fließproduktion ist früher als geplant abgeschlossen worden, das Umsatzwachstum beträgt 2018 nach sechs Monaten 11 %. Das gab der CEO des Unternehmens, Roland Hartwig Ende Juni am Unternehmensstandort in Freinberg bei Schärding bekannt. Hartwig rechnet mit einer gewissen Verflachung des Wachstumskurses im 2. Halbjahr durch äußere Effekte, sieht aber keinerlei Problem, die Jahresziele zu erreichen.

Das Unternehmen hatte einen Umsatz von 370 Millionen Euro und eine Produktion von 9.300 Fahrzeugen für 2018 bekannt gegeben. Nach sechs Monaten hält die Gruppe bei 195 Millionen Euro Umsatz, das sind um 11 % mehr als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt (2017: 175 Millionen Euro). Dennoch erhöht Hartwig seine Gesamtprognose für 2018 nicht und bleibt bei den veröffentlichten 370 Millionen Euro. „Im 2. Halbjahr werden wir voraussichtlich weniger Umsatz generieren als im ersten. Denn der Absatz der hochwertigen Baufahrzeuge geht saisonbedingt nach dem Sommer zurück. Auch der Betriebsurlaub im August schlägt wie jedes Jahr zu Buche. Wir erkennen aber hohe Wertschätzung für unsere Fahrzeuge in den wesentlichen Märkten und sind durch die neue Produktion optimal darauf vorbereitet, diese Chancen zu nutzen“, betonte Hartwig.

 

Marktstellung überall bestätigt

Nach wie vor performt die Schwarzmüller Gruppe besonders gut in Deutschland, wo man den 2017 erreichten Marktanteil von 5 %  Marktanteil 2018 halte. Damit habe man innerhalb von wenigen Jahren den Absatz verdoppelt. In Österreich sei man weiterhin Marktführer mit aktuell 34 %, verkaufe dabei auch hier deutlich mehr hochwertige Baufahrzeuge als früher. Unangetastet ist die Marktführerschaft in der Schweiz (Marktanteil 20 %). In Ungarn habe man in den ersten zwei Quartalen 2018 erstmals die Spitze erreicht.

 

Umbau des Portfolios in der Zielgeraden

Auch im Produkt-Portfolio finden die geplanten Veränderungen statt. Das Unternehmen will bis 2020 deutlich mehr Bau- und Entsorgungsfahrzeuge (Kipper, Tieflader, Schubbodenfahrzeuge) verkaufen und dafür den Anteil an Fernverkehrsfahrzeugen reduzieren. Bei den Baufahrzeugen sei die Zielmarke von 45 % schon 2017 erreicht worden, 2018 habe man bisher diesen Wert stabilisiert.

 

12 Produktionslinien in drei Werken

Hartwig freute sich, dass mit den aktuellen Zahlen die Entscheidung im Frühjahr 2017 gerechtfertigt werde, die Produktion rascher umzubauen und dafür auf höhere Umsatzzuwächse im vergangenen Jahr zu verzichten. „Wir können nun mit voller Kraft auf die 10.000 Fahrzeuge losgehen, die wir im Jahr 2020 herstellen und verkaufen wollen!“ 12 Produktionslinien sind in den drei Werken der Gruppe in Tschechien, Ungarn und Österreich für die Fließproduktion aufgebaut worden, wobei jeder Standort als Kompetenzzentrum funktioniert. Dafür nehme das Unternehmen insgesamt 17 Millionen Euro in die Hand. Heuer betragen die Investitionen dafür 8 Millionen Euro, unter anderem 1,5 Millionen Euro für eine neue Lackierstraße im Mutterwerk in Hanzing (Freinberg bei Schärding).

 

Jetzt kommt der digitale Leitstand

Als letzte Projektphase wird nach der Sommerpause in den drei Werken die Sequenzierung der Fließproduktion eingeführt. Mit den eigens für das Unternehmen entwickelten Algorithmen wird dabei errechnet, in welcher Reihenfolge die bestellten Fahrzeuge hergestellt werden, um eine optimale Auslastung der Ressourcen zu gewährleisten. „Wir produzieren auf den 12 Linien 135 Fahrzeugtypen. Durch die hohe Vielfalt und die zahlreichen individuellen Fahrzeuge ist es schwierig, die optimale Reihenfolge in der Fertigung festzulegen. Das kann nur noch ein Rechner“, erläuterte Hartwig. Sequenzierung sei die komplexeste Art industriell zu produzieren, aber bei einem Premiumprodukt mit vielen individuellen Komponenten jenseits der Preisliste unumgänglich, sagte Hartwig.

 

 

Text und Bilder: Schwarzmüller

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