Fischer-Jung, Josef Bohnen und Metso – Gemeinsam stark für die Flutopferhilfe

Als 1948 der gleichnamige Gründer mit der Josef Bohnen GmbH & Co. KG in Swisttal (Voreifel) die Geschäftstätigkeit aufnahm, fiel die Entscheidung bewusst zugunsten der Kiesgewinnung bzw. gegen einen landwirtschaftlichen Betrieb: Da im Ortsteil Straßfeld bereits einen halben Meter unterhalb der Ackerkrume Kiesvorkommen lagen, gab Bohnen damals aufgrund der günstigen Bodenbeschaffenheit dem gewerblichen Abbau von Sand und Kies den Vorzug.

Heute führen seine Tochter und ihr Ehemann, Ines und Matthias Haus, das Unternehmen mit insgesamt rund 20 Mitarbeitern nebst umfangreichem Anlagen- und Fuhrpark in zweiter Generation. Tochter Katharina und Sohn Vincent sind mittlerweile ebenfalls fester Bestandteil des Unternehmens und vervollständigen den im Raum Köln/Bonn/Euskirchen operierenden Familienbetrieb. Zum ursprünglichen Kerngeschäft der Kiesgewinnung sind mit der Zeit weitere Kompetenzen wie etwa Tiefbau- und Abbrucharbeiten, Bauschuttaufbereitung sowie der Betrieb einer Bauschuttdeponie hinzugekommen.

Die Unwetterkatastrophe im Juli 2021 traf Swisttal und die Firma Bohnen gleichermaßen hart: die vom anhaltenden Starkregen gesättigten Böden konnten kein Wasser mehr aufnehmen, wodurch auf Orte wie das in einer Senke gelegene Straßfeld vermehrt Wassermassen von den Feldern hereinströmten. Kleinere Flüsse wie die Swist oder der Gräbbach traten über ihre Ufer, der Wasserdruck auf die Kellerräume beeinträchtigte besonders die älteren Häuser – Rückstausicherungen waren in vielen Fällen nicht vorhanden.

Einen nicht unbeträchtlichen Teil der Wassermassen, der das Dorf sonst zusätzlich belastet hätte, konnte die nahegelegene Grube der Firma Bohnen auffangen: das betriebseigene Kieswerk mit einer stationären Brecheranlage stand in Folge der Ereignisse auf einer Fläche von 55.000 m² vollflächig bis zu einer Höhe von 1,50 m unter Wasser. Sechs Tage lang versuchte man vergeblich, den angesammelten Niederschlagsmengen mit eigenen Mitteln Herr zu werden, doch die Leistung der vorhandenen Pumpen erwies sich als unzureichend. Für die erfolgreiche Trockenlegung des Geländes bedurfte es zusätzlich noch einmal mehr als vier Tage lang der Hilfe des Technischen Hilfswerks, dessen Mitarbeiter eigens aus Paderborn, Detmold und Solingen angereist waren, um mit leistungsstarken Pumpen im Schichtbetrieb den Wassermassen beizukommen.

Ungeachtet der eigenen Betroffenheit nutzte die Firma Bohnen die ihr zur Verfügung stehenden Mittel, um insbesondere rund um das nahegelegene Euskirchen Soforthilfe zu leisten: mit schweren Radladern wurde Sand für den städtischen Bauhof verladen, in Nachteinsätzen wurde in erreichbaren Orten wie Schweinheim, Flamersheim und Weilerswist mit Sandsäcken und entsprechender Ausleuchtung ausgeholfen. Zwei Wochen nach den Hochwasser-Ereignissen konnte der reguläre Betrieb bei Bohnen erst wieder aufgenommen werden. Das gesamte Ausmaß der Starkregen-Katastrophe stand auch erst viele Wochen danach fest: So wurden in den drei Folgemonaten etwa 50.000 t Bauschutt aus den vom Hochwasser zerstörten Haushalten bei der Firma Bohnen angeliefert – zusätzlich zu den Mengen, die im normalen Tagesgeschäft ohnehin anfallen.

Geschäftsführer Matthias Haus ist sich indes bewusst, dass hier lediglich von der sprichwörtlichen Spitze des Eisberges die Rede sein kann: „Zur Entsorgung der bereits angefallenen Bauschuttmassen – zumeist Pflaster, Gehwegplatten und feuchtes Mauerwerk – kommen die voraussichtlich erst Ende des Jahres anstehenden Abbrucharbeiten hinzu, die allein im Ahrtal schätzungsweise 800 Häuser betreffen. Bisher wurden Notabbrüche lediglich an den Häusern durchgeführt, die aufgrund statischer Gesichtspunkte akut einsturzgefährdet waren. Die zeitliche Verzögerung der weiter anstehenden Abbrüche ist dem Umstand geschuldet, dass die Hauseigentümer verständlicherweise schnellstmöglich mit dem Wiederaufbau beginnen möchten, deren Baugenehmigung verfahrenstechnisch allerdings mit einem Abbruch erst einmal erlöschen würde – viele wollen sich also im Vorfeld entsprechend absichern, um später nicht ohne Baugenehmigung in den eigenen Trümmern zu stehen.“

Da die vorhandene Brechanlage der zusätzlichen Belastung durch die Flutkatastrophe allein nicht gewachsen war, setzte sich Matthias Haus auf der Suche nach einer Lösung mit Ralph Phlippen von Fischer-Jung aus Krefeld in Verbindung. Das Unternehmen ist auf den Vertrieb von Brech- und Siebanlagen spezialisiert und betreut die Firma Bohnen schon sehr lange.

„Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit einer mobilen Prallbrecheranlage von Metso Outotec, einem Lokotrack LT1213S, und schätzen vor allem die Verarbeitungsqualität, Robustheit und die daraus resultierenden, niedrigen Standzeiten“, erklärt Matthias Haus. „Was den Service über die Jahre betrifft, haben wir in diesem Zusammenhang zudem gute Erfahrungen mit der Firma Fischer-Jung gemacht, weshalb ich mich in dieser besonderen Situation auch direkt vertrauensvoll an Ralph Phlippen gewandt habe.“

Im Gespräch kristallisierte sich die Notwendigkeit schneller Hilfe für die betroffenen Ortschaften und deren Flutopfer heraus, woraufhin Ralph Phlippen gemeinsam mit dem finnischen Hersteller Metso Outotec zur Klärung der Details in Kontakt trat. „Als geeignete Maschine für diesen speziellen Zweck kam für uns sofort die Metso Lokotrack Urban LT106 in Betracht“, erläutert Hugo van Benthem, Metso Outotec Deutschland. „Der kompakte und raupenmobile Backenbrecher ist aufgrund der Gummiauskleidung des Aufgeberbodens, eingehauster Austragsbänder und der Hochdruck-Wasserbedüsung besonders emissionsarm, was nicht nur generell den Einsatz in städtischer Umgebung erleichtert, sondern auch in diesem dringlichen Fall das Genehmigungsverfahren so schnell wie möglich auf den Weg brachte.“

Nach dieser Entscheidung wurden nun die Ressourcen von Metso und Fischer-Jung gebündelt, um kurzfristig eine verfügbare Maschine für den Soforteinsatz in Straßfeld ausfindig zu machen. Sehr zur Erleichterung aller Beteiligten konnte schließlich nicht nur der neue Lokotrack Urban LT106 kurzfristig freigegeben werden; Metso Outotec entschloss sich außerdem, den Backenbrecher im Rahmen der Flutopferhilfe für vier Monate kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

„Wir haben uns sehr über die Anfrage unseres Partners Fischer-Jung gefreut, der uns die Möglichkeit gab, bei der Sanierung des Überschwemmungsgebiets aktiv mitzuhelfen“ erklärt Adrian Wood, Vice President Capital Business and Support AGG DMO, Metso Outotec. „Wenn man auf Nachhaltigkeit und Umwelt-erhaltende Maßnahmen bedacht ist, bedeutet dies eben auch, sich direkt an der Beseitigung der Folgen von Naturkatastrophen zu beteiligen. Wir waren begeistert davon zu erfahren, dass unsere Mitbewerber in ähnlicher Weise Ausrüstung für die Flutopferhilfe zur Verfügung gestellt haben. In einer solchen Situation sollten unserer Ansicht nach alle Unternehmen und Branchen an einem Strang ziehen, um bei der Wiederherstellung der Region zu helfen. Ich persönlich freue mich schon darauf, die betroffenen Gebiete in  Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Zuge der Maßnahmen erneut zu besuchen, um zu sehen, was wir bisher erreichen konnten und welche Unterstützung auch weiterhin benötigt wird.“

„Als wir von der großzügigen Geste der mietfreien Bereitstellung der Lokotrack Urban LT106 seitens Metso erfahren haben, sind wir umgehend aktiv geworden, organisierten Transport und Aufbau sowie anschließend die Einweisung und Inbetriebnahme. Als Ergänzung zum Backenbrecher haben wir der Firma Bohnen eine mobile Siebmaschine vom Typ Metso Lokotrack ST2.3 zu außergewöhnlichen Sonderkonditionen vermietet. Insgesamt war es einfach großartig zu erleben, wie alle Hand in Hand gearbeitet haben, um diese kurzfristige, dringend notwendige Flutopferhilfe möglich zu machen“, so Ralph Phlippen von Fischer-Jung.

Privatkunden einiger umliegender Kommunen können nun ihren Bauschutt ganz unbürokratisch bei der Firma Bohnen anliefern – abgerechnet wird mit der Gemeinde selbst, um die Flutopfer zumindest in dieser Hinsicht zu entlasten. Indes arbeitet man mit Hilfe des Backenbrechers Metso Lokotrack Urban und der mobilen Siebanlage Lokotrack ST2.3 bei einem Durchsatz von 130-150 t in der Stunde daran, die massiven Berge Bauschutt in wiederverwendbare Recyclingprodukte umzuwandeln.

„Aktuell arbeiten wir im Einschichtbetrieb, da wir unsere Mitarbeiter nicht noch stärker belasten wollen. Viele von ihnen haben zahlreiche Nacht- und Wochenendschichten bei der Flutopferhilfe vor Ort eingelegt, einige sind auch selbst betroffen“, berichtet Matthias Haus. “Wir sind Metso Outotec in jedem Fall sehr dankbar für die Hilfe, die wir erfahren haben und wir werden die Maschinen auch in den kommenden Monaten bei den anstehenden Abbrucharbeiten dringend benötigen. Wir denken definitiv darüber nach, den Backenbrecher auch nach diesem Riesenberg an Arbeit, der noch vor uns liegt, weiter zu nutzen.“

 

Text und Bilder: Fischer-Jung Aufbereitungstechnik GmbH, Josef Bohnen GmbH & Co. KG, Metso Germany

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