Zeppelin Cat // Maschinentechnik im Härtetest

Cat Muldenkipper 775 trifft auf komplexe Geologie im Steinbruch Mergelstetten

MERGELSTETTEN (SR). Seine Geologie macht den Abbau zu einer täglichen Herausforderung: der Steinbruch Mergelstetten bei Heidenheim an der Brenz. Angesichts der variierenden Schichtstärken von Kalk und Mergel-Einschlüssen müssen die Baumaschinen präzise zusammenspielen, um jeden Tag die geforderten Rohstoffmengen für die gewünschten Rezepturen und vorgegebenen Qualitätsanforderungen in der Zementproduktion im angrenzenden Werk von SCHWENK zu gewinnen. Bis zu neun Ladestellen, verteilt auf verschiedenen Sohlen, müssen in der Lagerstätte angefahren werden. Daraus resultieren lange Distanzen von 800 Metern bis zu drei Kilometern, die zurückzulegen sind. Und dann wären da auch noch Steigungen. Das sind die Bedingungen, denen dort Gewinnungsmaschinen ausgesetzt sind. Diesen muss sich auch der neue Cat Muldenkipper stellen, der soeben die Flotte mit drei weiteren Skw in der knapp 60-Tonnen-Klasse ergänzt.

Dass Baumaschinen Tag für Tag dabei an ihre Belastungsgrenzen gehen müssen, wenn sie im Zwei-Schicht-Betrieb Nachschub für den Brecher und somit für den Zementofen liefern, lässt sich nachvollziehen. Nutzlast, Spritverbrauch, Wartung sowie Service sind Aspekte, auf die es dem Betrieb ankommt. „Wir haben hohe Erwartungen an die Maschinentechnik, die erfüllt werden müssen“, so Manfred Pirker, Werkleiter der Werksgruppe Süd von SCHWENK Zement. Nach über 20 000 erreichten Betriebsstunden war ein Wechsel in der Flotte unausweichlich. Kurzfristig konnte die Zeppelin Niederlassung Ulm eine neue Maschinengeneration liefern. Markenzeichen des Cat 775: eine überarbeitete Kabine mit neuer Sitzposition, die den bisherigen Standard in Sachen Sicht auf den Arbeitsbereich, Bedienung, Komfort und Produktivität anhebt.

Ausprobieren konnten Mitarbeiter das neue Maschinenkonzept des Skw bereits bei einer Field-Follow-Maschine derselben Modellreihe, die auf der bauma erstmals zu sehen war und die SCHWENK rund vier Monate intensiv testen sollte. „Unsere anspruchsvollen Einsatzbedingungen, wie es sie kaum anderswo gibt, bieten sich für einen solchen realitätsnahen Leistungstest an“, erklärt Manfred Pirker. Eine Testmaschine muss grundsätzlich Millionen Tonnen bewegen, bevor sie bei Caterpillar in Serie geht. „Bei SCHWENK kommen in kurzer Zeit viele Kilometer und Stunden zusammen, was sich für einen Test anbietet“, erklärt Reiner Schmid, Zeppelin Gebietsverkaufsleiter. Um zu wissen, welche Bedürfnisse Kunden haben, will der Hersteller die Anforderungen an die Baumaschineneinsätze in der Gewinnung wie beim Transport von Kalkgestein in Mergelstetten genau kennen, bis die Technologie reif für den Markt ist. Auf den Prüfstand kamen bei SCHWENK Hardware- und Technologie-Updates, wie eine neue Rahmenkonstruktion, ein neu gestalteter Muldenkörper, eine neue Aufhängung der Vorderachse und eben besagte Kabine. „Das Feedback der Mannschaft war positiv. Am liebsten hätten wir das Modell gleich übernommen“, so Hanno Hoffmann, SCHWENK Produktionsleiter am Standort Mergelstetten. Doch das war kurzfristig nicht möglich. Bevor die Serienproduktion der neuen Baumaschinengeneration anläuft, wird das Arbeitsgerät noch einmal für die praktischen Anforderungen modifiziert.

Sich stetig weiterzuentwickeln, gilt auch für die SCHWENK Baustoffgruppe. Gemeinsam mit Partnern realisiert sie das Pilotprojekt „catch4climate“, um die Abscheidung von CO2 zu demonstrieren. Dafür wird eine eigene Drehofenlinie mit einer Produktionskapazität von 450 Tagestonnen gebaut, die ausschließlich der Forschung und Entwicklung dient. Auch sie muss mit Rohstoff gefüttert werden, den die Muldenkipper wie der Cat 775 von der Ladestelle zur Weiterverarbeitung transportieren.

 

Text + Bildmaterial: Zeppelin Cat
 

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