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Hoch-Gruppe // Trendsetter mit Augenmaß: Die Hoch-Gruppe auf Wachstumskurs
Was 1995 als bescheidener Reparaturbetrieb für Land- und Baumaschinen begann, hat sich unter der Leitung der Familie Hoch zu einem der dynamischsten Akteure der deutschen Baumaschinenbranche entwickelt. Mit heute über 250 Mitarbeitern und 17 Standorten in Baden-Württemberg sowie den neuen Bundesländern steht die Hoch-Gruppe für ein gesundes Wachstum, das technologische Vorreiterrolle mit bodenständigen Werten vereint.
Mit Bernd Mair spricht Geschäftsführer Dr. Nino Hoch über den unternehmerischen Mut, eigene Marken wie Rocca zu entwickeln, die Grenzen der E-Mobilität auf dem Bau und warum Deutschland einen politischen Weckruf benötigt.
Herr Dr. Hoch, lassen Sie uns mit der Geschichte beginnen. Wer hat das Unternehmen gegründet und mit welcher Vision fing alles an?
Dr. Nino Hoch: Das Unternehmen wurde 1995 von meinem Vater Matthias Hoch gemeinsam mit meiner Mutter Erika Hoch hier in Steinach im Schwarzwald gegründet. Die ursprüngliche Intention war ein reiner Reparaturbetrieb für Land- und Baumaschinen. Von dort aus sind wir nach und nach gewachsen und haben unser Portfolio stetig erweitert.
Wie groß ist die Hoch-Gruppe heute und in welchen Regionen sind Sie aktiv?
Dr. Nino Hoch: Heute umfasst die Gruppe – also Hoch und Kohrmann zusammen – 17 Niederlassungen. Wir beschäftigen knapp über 250 Mitarbeiter. Unser Schwerpunkt liegt in Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wobei wir in der Vermietung deutschlandweit agieren.
2018 gab es einen massiven Wachstumssprung durch die Übernahme der Firma Kohrmann Baumaschinen. War das ein geplanter Meilenstein oder eher ein Risiko?
Dr. Nino Hoch: Es war ein enormer unternehmerischer Meilenstein, der uns massiv nach vorne gebracht hat. Vor 2018 hatten wir zwei Standorte und etwa 80 Mitarbeiter; durch die Übernahme kamen plötzlich 120 Leute und 14 Standorte dazu. Das war für das Management eine völlig neue Herausforderung, da die Standorte plötzlich nicht mehr in ‚Sichtweite‘ lagen. Ein Erfolgsprojekt dieser Übernahme ist unsere Niederlassung in Leipzig: Dort haben wir den Mietumsatz seit 2018 erheblich gesteigert, indem wir konsequent unsere Hoch-Philosophie angewandt und auf Premium-Maschinen sowie moderne Technik wie automatische Maschinensteuerungen und Tiltrotatoren gesetzt haben. Aber auch die Gründung der Hoch Hydraulik GmbH war entscheidend. Hoch Hydraulik ist spezialisiert auf Zylinderreparaturen und -fertigungen. Mit unserer eigenen Metallbearbeitung reparieren wir Hydraulikzylinder für alle gängigen Erdbaumaschinen – vom Minibagger bis zur 100-Tonnen-Klasse. Darüber hinaus bieten wir einen mobilen Schlauchservice mit sechs zur Werkstatt ausgestatteten Fahrzeugen an, vornehmlich entlang der Rheinschiene zwischen Karlsruhe und Basel und neu auch in der Bodensee-Region. Zudem betreiben wir Handel – auch über unseren Onlineshop – mit einem großen Sortiment an Hydraulikkomponenten für Land-, Bau- und Industriemaschinen.
Würden Sie Hoch eher als Trendsetter oder als Traditionalisten bezeichnen?
Dr. Nino Hoch: Es ist ein Mix. Wir sind traditionell, was unsere Werte angeht, und wachsen mit Augenmaß. Wir wollen Innovationsvorreiter sein. Unser Anspruch ist es, über alle relevanten Entwicklungen und Technologiethemen, die unseren Kunden Wettbewerbsvorteile verschaffen, frühzeitig informiert zu sein – und proaktiv auf sie zuzugehen. So schaffen wir echten Mehrwert und differenzieren uns klar vom Wettbewerb.
Welche Marken und Produkte bilden heute den Kern Ihres Geschäfts?
Dr. Nino Hoch: Wir setzen im Vertrieb auf klare Partnerschaften als A-Händler – mit Produkten, hinter denen wir 100-prozentig stehen, die unseren Qualitätsstandards entsprechen. Bei Hoch sind das Kubota, Bergmann und seit neuestem Merlo und Atlas Weycor; bei Kohrmann sind es Takeuchi, Kramer und Hydrema. Im Mietpark, der etwa 2.000 aufsitzbare Maschinen umfasst, ergänzen wir das durch Premium-Marken wie Caterpillar, Liebherr oder Volvo und bieten gezielt auch Spezialmaschinen an, die ein Bauunternehmer nur projektbezogen benötigt. Beispiele dafür sind mobile Böschungsbagger oder Planierraupen auf Gummipads. Zusätzlich haben wir den baumashop24.com als One-Stop-Shop für markenübergreifende Ersatzteile etabliert. Kein Werkstattmeister hat heute mehr die Zeit und die Geduld, sich durch 20 oder mehr Portale zu kämpfen, um Teile zu bestellen. Bei uns bekommt er alles, was er braucht. Das kommt gut an bei den Kunden. Ganz aktuell und wieder mal Neuland für uns ist die Schaffung von Rocca, einer Eigenmarke für spezielle Anbaugeräte.
Mit Rocca sind Sie unter die Hersteller gegangen. Warum braucht der Markt noch eine Marke für Anbaugeräte?
Dr. Nino Hoch: Weil wir eine Nische gesehen haben: Anbaugeräte, die zu 100 % für den Einsatz am Tiltrotator optimiert sind. Herkömmliche Löffel haben oft nicht die nötige Bewegungsfreiheit oder sind zu schwer. Unsere Rocca-Geräte zeichnen sich durch eine sehr hohe Qualität, leichte Bauweise und ein spezielles Design aus, das perfekt mit Tiltrotatoren matcht. Wir lassen diese in Europa aus hochwertigem Material wie Hardox 400 oder Hardox 500 Tuf fertigen und testen sie intensiv in unserem eigenen Mietpark. Erhältlich sind die Geräte derzeit bei Hoch, Kohrmann und online über den baumashop24. Aber auch Händleranfragen sind erwünscht.
In Skandinavien haben fast 90 % der Bagger einen Tiltrotator, in Deutschland ist die Skepsis größer. Woran liegt das?
Dr. Nino Hoch: Das liegt an der Struktur mit vielen kleinen Betrieben in Skandinavien. Ein Tiltrotator macht vor allem dann Sinn, wenn ein fester Fahrer auf der Maschine sitzt, der sich damit identifiziert. Bei wechselnden Fahrern wird es schwierig. Dennoch sehe ich hierzulande eine steigende Tendenz.
Ein weiteres großes Thema ist die Nachhaltigkeit. Wie sieht es mit der Nachfrage nach Elektromaschinen aus?
Dr. Nino Hoch: Die Nachfrage ist hier eher zurückhaltend. Aus unserer normalen Kundschaft kommt die Frage nur auf, wenn der Elektroantrieb explizit vorgeschrieben ist, etwa in Tiefgaragen. Für stationäre Maschinen wie in Kieswerken sehe ich Potenzial, aber für die normale Baustelle fehlt mir für die nächsten zehn Jahre ehrlich gesagt die Fantasie, wie die dafür notwendige Infrastruktur bereitgestellt werden kann.
Wie bewerten Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche?
Dr. Nino Hoch: Es gibt eine Kaufzurückhaltung, die wir aber durch ein starkes Mietgeschäft kompensieren können. Die größte Herausforderung sind die deutlich gestiegenen Maschinenpreise bei gleichzeitig erhöhtem Zinsniveau. Während sich die Investitions- und Finanzierungskosten massiv verteuert haben, verharren die Mietraten vielerorts noch auf dem Niveau von vor fünf bis sechs Jahren. Diese auseinanderlaufende Entwicklung setzt die Wirtschaftlichkeit im Vermietgeschäft spürbar unter Druck.
Was müsste sich politisch ändern, um den Standort Deutschland zu stärken?
Dr. Nino Hoch: Wir leiden unter hoher Bürokratie und unsicheren Rahmenbedingungen. Zudem müssen wir über das Thema Arbeitszeit sprechen. Während wir über 35-Stunden-Wochen diskutieren, laufen uns Länder wie Polen oder Tschechien den Rang ab. Es muss ein Weckruf stattfinden, damit Deutschland international wieder
wettbewerbsfähig wird.
Text: Bernd Mair
Bildmaterial: Siehe Bildquelle
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