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GIPO // Neue Vorbrechanlage im Steinbruch Ebensee
Im Steinbruch Ebensee der ROHRDORFER ZEMENT GmbH wurde eine neue Vorbrechanlage von GIPO in Betrieb genommen. Die Anlage ersetzt einen Brecher, der 28 Jahre lang im Einsatz war und in dieser Zeit rund zwölf Millionen Tonnen Gestein verarbeitet hatte. Bei der Planung standen vor allem die Einbindung in die vorhandene Infrastruktur, die erforderliche Leistung sowie die besonderen Bedingungen am Standort im Vordergrund.
Der Steinbruch Ebensee versorgt das rund 20 Kilometer entfernte Zementwerk Gmunden mit Kalkstein. Der Standort wird bereits seit 1910 für die Rohstoffgewinnung genutzt. Heute werden dort durchschnittlich etwa 500.000 Tonnen Kalkstein pro Jahr gefördert. Das Material gelangt über Förderbänder und per Bahn zum Zementwerk.
Anlage für bis zu 600 Tonnen pro Stunde
Die neue Vorbrechanlage besteht aus einer raupenmobilen Backenbrechanlage des Typs GIPO B 1490 und einer kufenmobilen Aufgabeeinheit. Sie erreicht eine Aufgabeleistung von rund 600 Tonnen pro Stunde und verarbeitet das Material auf eine Körnung von etwa 0 bis 200 Millimetern.
Die Aufgabeeinheit verfügt über einen 40 Kubikmeter großen Trichter und kann Material aus zwei Muldenladungen aufnehmen. Über einen Plattenbandförderer wird das Gestein kontinuierlich zur Brechanlage transportiert. Ein Rollenrost mit zehn Rollen und einer Breite von 1.270 Millimetern trennt feines, flaches, feuchtes oder verunreinigtes Material vor dem eigentlichen Brechvorgang ab. Dadurch wird der Backenbrecher entlastet und nur das Material zerkleinert, das tatsächlich gebrochen werden muss.
Der Backenbrecher besitzt eine Einlauföffnung von 1.330 × 900 Millimetern. Sein Einsatzgewicht beträgt rund 110 Tonnen, die Aufgabeeinheit wiegt weitere rund 90 Tonnen.
Anpassung an den bestehenden Standort
Da die Anlage auf etwa 730 Metern Höhe und unter beengten Platzverhältnissen errichtet wurde, musste ihre Anordnung genau auf den Steinbruch abgestimmt werden. Alle Komponenten der insgesamt rund 200 Tonnen schweren Anlage wurden auf den Berg transportiert. Der Brecher legte einen Teil der Strecke mithilfe eines transportablen Dieselaggregats selbst zurück.
Die Anlage wurde so konzipiert, dass sie in drei unterschiedlichen Varianten aufgestellt werden kann. Damit besteht die Möglichkeit, sie zu einem späteren Zeitpunkt an einen anderen Standort im Steinbruch zu versetzen.
Auch die elektrische Ausstattung wurde an die bestehende Infrastruktur von Rohrdorfer angepasst. Die Steuerung basiert entsprechend dem Unternehmensstandard auf einem Siemens-System. Elektronische Komponenten befinden sich nicht direkt an der Brechanlage, sondern geschützt in einem separaten Container. An der Anlage selbst sind lediglich die erforderlichen Motoren und Sensoren installiert.
Bedienung, Wartung und Arbeitssicherheit
Bei der Ausgestaltung der Anlage wurden auch die Mitarbeitenden des Steinbruchs einbezogen. Dabei ging es unter anderem um die Belegung der Fernbedienung, die Position der Not-Aus-Schalter sowie die Zugänglichkeit wartungsintensiver Komponenten.
Plattformen und Geländer erleichtern den Zugang zu den verschiedenen Anlagenbereichen. Motoren, Hydraulikpumpen und Lagerstellen können für Wartungsarbeiten erreicht werden, ohne größere Anlagenteile demontieren zu müssen. Der Brecher lässt sich außerdem elektrisch um etwa 20 Meter verschieben, beispielsweise für Reinigungsarbeiten.
Im Fall einer Blockade kann die Drehrichtung des Brechers umgekehrt werden. Dadurch lässt sich die Anlage leeren, ohne das Material vollständig manuell entfernen zu müssen. Der Plattenbandförderer dämpft zudem den Aufprall des angelieferten Gesteins und reduziert damit die Belastung der Anlage sowie die Geräuschentwicklung.
Maßnahmen zum Lärm- und Staubschutz
Da sich der Steinbruch und die Brecheranlage im Sicht- und Einflussbereich des Ortes Ebensee befinden, wurden die Anwohner und der örtliche Bürgerbeirat in die Planungen einbezogen. In der Nähe der Anlage wurden Lärmschutzwände sowie eine Staubbindeanlage installiert.
Umsetzung und Inbetriebnahme
Der erste Kontakt zwischen Rohrdorfer und GIPO erfolgte im Juni 2024. Die Abnahme der Anlage im Herstellerwerk fand im Dezember 2025 statt. Noch vor Weihnachten wurden die Komponenten zum Steinbruch transportiert.
Für die Vorbereitung des Standorts waren umfangreiche Bauarbeiten erforderlich. Unter anderem wurden rund 220 Kubikmeter Beton und 25 Tonnen Bewehrungsstahl verarbeitet. Zusätzlich wurden Anpassungen am bestehenden Gebäude vorgenommen.
Nach dem Abschalten der alten Anlage im November 2025 wurde das Zementwerk vorübergehend aus vorhandenen Materiallagern versorgt. Der ursprünglich für Anfang April 2026 geplante Leistungstest konnte bereits einen Monat früher durchgeführt werden. Seit dem 4. März 2026 befindet sich die neue Vorbrechanlage im regulären Betrieb.
Text + Bildmaterial: GIPO
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