Novitec // Für eine lange Lebensdauer: Pflege der Bleistarterbatterie

Starter- und Versorgungs(-blei)batterien lieben es nicht, längere Zeit nicht geladen zu werden; im Extremfall (bei warmen Umgebungstemperaturen) kann die Selbstentladung einer Batterie bis zu 1 % pro Tag erreichen, das ergibt ca. 25 % pro Monat. Dazu kommt noch – bei modernen Fahrzeugen – ein relativ hoher Ruhestrom. Nicht  umsonst kämpfen Anwender nach längere Standzeit mit Batterieproblemen. Die Batterie ist teilentleert, hat einen Standschaden (siehe Ende dieses Artikels) und lässt das Fahrzeug nicht mehr starten. Dabei ist es einfach, diese Übel zu vermeiden bzw. die geschädigte Batterie zu regenerieren.

Novitec rät zum Einsatz eines Erhaltungsladegerätes, das immer bei pausierendem Fahrzeug an die Batterie angeschlossen wird und die Selbstentladung ausgleicht. Moderne Lader (Cetek, 4LOAD, Moll ML30PRO und ähnlich) passen ihren Ladestrom dem Stromhunger der Batterien an und vermeiden Überladung. Hat die Batterie erst durch längeres Stehen ohne Ladung und Einsatz an Kapazität verloren, lässt sich dieser Schaden durch sogenanntes „Megapulsen“ leicht beheben. Die Batterie gewinnt nach Anschluss des Batteriepulsers (Megapulse o.ä.) und eines (schwachen) Ladegerätes die verlorene Kapazität binnen kurzer Zeit (Tage bzw. 1 – 2 Wochen) wieder zurück. Messen lässt sich dies mit einem speziellen Messgerät (CBT12XS oder ähnlich), das den Kälteprüfstrom der Batterie (auch der teilentladenen) messen kann. Und geht der Messwert wieder Richtung 100 % von dem, was auf der Batterie als dritter Wert (in A =) angegeben ist, kann man davon ausgehen, dass auch die zur Verfügung stehende Kapazität angestiegen ist. 

Aus der Geschichte der Bleibatterie

Das Prinzip der wieder aufladbaren Bleibatterie erforschte 1859 der französische Physiker Gaston Planté; Er tauchte zwei verschiedene Bleiplatten in verdünnte Schwefelsäure und legte damit den Grundstein für die heute noch weitgehend unveränderten Bleibatterien. Gleichgültig, ob Nassbatterie (flüssige Schwefelsäure), Gel oder AGM, alle funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Die negative Platte besteht aus reinem Blei, die positive aus Bleioxid. Beide stehen in verdünnter Schwefelsäure (bei Gel oder AGM ist die Säure gebunden) mit einer Dichte von 1,26 bis 1,28 kg/l und sind durch Separatoren getrennt. Während der Entladung nehmen beide Bleiplatten Schwefel aus der Schwefelsäure auf, es entsteht an beiden Bleisulfat. Weil die Platten Schwefel aus der Säure aufnehmen, wird diese dünner, im entladenen Zustand liegt die Säuredichte bei 1,13 kg/l , bei (schädlicher) Tiefentladung auch darunter.

Fachbegriffe

Die wichtigsten Angaben auf der Batterie sind: Nennspannung in Volt (V), Kapazität in Amperestunden (Ah) und der Kaltstartstrom in Ampere (A).

Säuredichte g/cm³

Klemmenspannung V

Ca. Ladezustand

1,28

>12,8

Voll geladen

1,22

12,4

Normal geladen

1,18

12,2

Schwach geladen

1,12

11,9

Normal entladen

1,06

<10,7

Tief entladen

Obige Relation zwischen Säuredichte bzw. Klemmenspannung und dem Ladezustand hat nur Gültigkeit für eine „gesunde“ Batterie (bei 6 V-Batterien die halbe Klemmenspannung). Bei sulfatierten Batterien, die kaum mehr Ladung aufnehmen können, steigt die Spannung beim Laden sehr schnell an, da der noch aktive Teil (also nur ein Bruchteil der neuen Batterie) sehr schnell gesättigt ist. Dieser aktive Teil ist dann also vollgeladen und hat eine hohe Ruhespannung. Wird jedoch ein großer Strom entnommen, bricht die Spannung schnell zusammen.

Kaltstartstrom (Kälteprüfstrom) – Angabe in A (Ampere)

Abkürzung CCA (Cold Crancing Amps), diese Angabe ist unterschiedlich je nach der Norm, nach der gemessen wird. Die gebräuchlichsten sind :
EN :  Entladung bei – 18 Grad für 10 s bis 7,5 V (1,25 V/Zelle), nach 10 s Pause muss die Batterie anschließend eine Entladung mit 60 % des ursprünglichen Stroms für 90 s aushalten, ohne dass die Spannung unter 6 V absinkt.
SAE : Entladung bei – 18 Grad für 30 s bis Spannung 7,2 V (1,2 V/Zelle)
DIN:  Entladung bei – 18 Grad für 30 s bis Spannung 9,0 V (1,5 V/Zelle)

Nennkapazität – Angabe in Ah (Amperestunden)

Die Angabe der Kapazität Q erfolgt in der Maßeinheit Amperestunden (Ah) für hier z. B. 20 Stunden Entladezeit T bei 27 °C (K20).  Eine vollgeladene Starterbatterie mit einer z.B. angegebenen Nennkapazität Q = 36 Ah kann dann bei 27 °C für 20 Stunden einen mittleren Strom von I = 1,8 A liefern. Mit der Formel Q = I*T folgt bei gegebener Kapazität und gegebener Zeit der – bei etwas abnehmender Spannung auch abnehmende – mittlere Strom I = Q/T, hier also: QN = 1,8 A * 20 h

Dass man die Kapazität bei der 20-stündigen Entladung definiert (eigentlich muss die Batterie ja nur für kurze Zeit einen hohen Strom abgeben), resultiert noch aus grauen Vorzeiten als von Straßenbeleuchtung noch nicht die Rede war. Da mussten die Fahrzeuge noch mit Standlicht abgestellt werden.
 

Text: Novitec

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