Kränzle // 50 Jahre Kränzle: Qualität hat einen Namen

„Lieber perfekt als billig“ – mit diesem Slogan formulierte Firmengründer Josef Kränzle seinen Anspruch, nicht die günstigsten, sondern die besten Geräte zu fertigen. Hochdruckreiniger, Industriestaubsauger und Handkehrmaschinen für den Weltmarkt produziert das 250 Mitarbeiter große Familienunternehmen in Illertissen. „Wir Schwaben sind sparsame Leute. Ich kaufe lieber einmal etwas Gescheites als dreimal etwas Billiges“, sagt Ludwig Kränzle. Die Qualität-sticht-Preis-Philosophie hält der geschäftsführende Gesellschafter auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hoch.
 

Ihr Vater Josef Kränzle hat 1974 ein Ein-Mann-Unternehmen gegründet. Wo steht Kränzle heute?

Ludwig Kränzle: 1966 legte mein Vater mit 21 Jahren die Prüfung zum Drehermeister ab. Die Messing- und Stahlbearbeitung war und ist bis heute seine große Leidenschaft und Stärke. Schon 1970 entwickelte und vermarktete er erfolgreich sein erstes Produkt: eine Steckkupplung für Hochdruckschläuche aus Messing und Edelstahl. Damals eine absolute Neuheit, die großen Absatz fand. Nebenberuflich fertigte er ca. 3.000 Stück pro Monat in reiner Handarbeit – daheim nach der Arbeit bei der Firma Wieland am Küchentisch. 1973 folgte die Entwicklung einer Abschaltpistole für Sprührohre und Spritzlanzen. Nebenberuflich war die Fertigung in nennenswerten Stückzahlen nicht zu stemmen, daher gründete mein Vater am 1. September  1974 die Firma Josef Kränzle Armaturenbau in Illertissen. Danach folgten die Innovationen Schlag auf Schlag. Ein Meilenstein für unser Wachstum war die Sicherheits-Abschaltpistole Starlet 2, von der wir seit 1979 über 3.000.000 Stück gefertigt haben. 1981 erfolgte die Entwicklung der ersten eigenen Hochdruckpumpe, die 13 Liter pro Minute bei 150 bar leistete. Seit 1985 fertigt Kränzle Hochdruckreiniger. Unsere erste Eigenentwicklung war der tragbare ‚Putzi‘ – ein weiterer Meilenstein. Zwei Jahre später, 1987, haben wir bereits 20.000 Hochdruckreiniger pro Jahr produziert. 1989 bin ich in das Unternehmen eingetreten. 1990 brachten wir den legendären Kränzle Spaceshuttle Hochdruckreiniger auf den Markt. Ein modernes, leicht handhabbares Gerät, fahrbar auf zwei Rädern und mit Kabeltrommel ausgestattet. Mit dem Spaceshuttle hat sich Kränzle als Hochdruckreinigerhersteller einen Namen gemacht. 1994 ging dann unser erster Heißwasser-Hochdruckreiniger in Serie. 1996 führten wir mit den Kränzle Handkehrmaschinen eine neue Produktkategorie ein. 2000 folgten die Industriestaubsauger. Diese drei Produktreihen – Hochdruckreiniger, Handkehrmaschinen und Industriestaubsauger – sind heute unsere Standbeine, wobei der Hochdruckreiniger das wichtigste Produkt ist. Seit 2001 produzieren wir die quadro-Serie, unseren Bestseller für den Bau. 2011 führten wir die äußerst erfolgreiche K 2000-Serie ein. 2014 folgte die bully-Serie und seit 2015 produzieren wir die Consumer-Serie K 1050 in hoher Stückzahl. Ein wichtiger Meilenstein für das Fortbestehen von Kränzle als Familienunternehmen war 2022 der Eintritt von Leonard Würfel. Er repräsentiert in der Nachfolge auf meinen Vater und mich die dritte Generation und übernimmt als Zerspanungsmechanikermeister und Betriebswirt Verantwortung in unserer Firma. 2023 haben wir über 100.000 Hochdruckreiniger gefertigt und einen Jahresumsatz von 80 Millionen Euro erzielt. Kränzle ist aktiv in über 70 Ländern. Wir betreiben zwei Standorte in Illertissen mit 54.000 m² Betriebsfläche und aktuell 245 Mitarbeitern. 75 Prozent der Maschinen fertigen wir für professionelle Anwender. 40 Prozent der Geräte bleiben in Deutschland, 60 Prozent gehen in den Export, wobei besonders unsere Nachbarländer einen großen Anteil haben. 2024 feiern wir unser Jubiläum unter dem Motto: ‚Kränzle – 50 Jahre nachhaltige Qualität‘. Unsere Geräte behalten über eine lange Nutzungsdauer ihre Leistung und Wertigkeit. Gerade eben war ein Kunde bei uns im Service, der ein Ersatzteil für seinen 30 Jahre alten Hochdruckreiniger abgeholt hat. Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit sind Kränzles Beitrag gegen die Wegwerfmentalität.
 

Wieso sind Kränzle Hochdruckreiniger so langlebig?

Ludwig Kränzle: Herzstück der Geräte ist die Pumpe. Kränzle verwendet ausschließlich geschmiedetes Sondermessing für die Pumpenköpfe und setzt bei allen Hochdruckreinigern Edelstahlplunger mit Keramikbeschichtung ein. Die Kombination der guten Wärmeleitfähigkeit von Edelstahl mit der hohen Verschleißfestigkeit von Keramik erhöht die Lebensdauer markant. Die Kränzle Pumpen sind keine kostenoptimierte Massenware, sondern auf Zuverlässigkeit und Leistung getrimmte Feinmechaniken, die wir mit großer Sorgfalt selbst fertigen und als Markenzeichen bei allen unseren Kaltwassergeräten sichtbar platzieren. Um die Lebensdauer der Pumpen weiter zu erhöhen, schalten unsere Hochdruckreiniger beim Schließen der Sicherheits-Abschaltpistole in den druckreduzierten Bypass-Betrieb. Das Wasser wird dann mit einem Restdruck von 10 bar im Kreislauf gefördert. Modelle mit der Zusatzbezeichnung TS verfügen über eine Totalstop-Funktion, die den Motor in diesem Fall sogar total abschaltet. Die Pumpen sind pro Plunger mit einer Gewebemanschette und einem Teflon-Graphit-Backring ausgerüstet. Die ausgezeichneten Gleiteigenschaften von Teflon-Graphit reduzieren die Reibungswiderstände und damit auch die Temperaturen in der Maschine. Deshalb können Kränzle-Hochdruckreiniger längere Zeit problemlos ohne Wasser laufen. Alle wasserführenden Komponenten der Pumpe und der Sicherheitssysteme sind aus Sondermessing oder Edelstahl gefertigt. Funktionsstörungen durch Korrosion können daher nicht auftreten. Obendrein lassen sich die frei verbauten Pumpen im Bedarfsfall äußerst einfach warten bzw. reparieren. Andere Hersteller verwenden statt Messing Aluminium oder sogar Plastik für das Pumpengehäuse und verzichten auf die aufwendige Keramik-Oberflächenbeschichtung der Plunger. Das kommt für uns nicht infrage. An der Qualität wird bei Kränzle nicht gespart. Die hochwertige Pumpe sichert die überragende Zuverlässigkeit und die ist das Alleinstellungsmerkmal von Kränzle. Letztlich, da brauchen wir uns nichts vormachen, werden im Profialltag unsere Geräte meist wenig pfleglich behandelt und müssen trotzdem immer funktionieren. Robustheit und Haltbarkeit sind das A und O. Dafür ist Kränzle bekannt und geschätzt. Die guten Erfahrungen unserer treuen Kunden bilden das Fundament für den fortdauernden Erfolg von Kränzle. Hinzu kommt unser Vertriebskonzept, das auf dem Fachhandel aufbaut. Wir schulen unsere Fachhändler regelmäßig. Eine fundierte Beratung und ein guter Service runden unser erstklassiges Produkt ab.
 

Welche Geräte hat Kränzle für den Baubereich?

Ludwig Kränzle: Fahrzeug- und Maschinenreinigung zählen zu den Kerneinsatzgebieten unserer Hochdruckreiniger und natürlich auch die Gebäudereinigung. Ein Unterschied gegenüber den Einsätzen in der Landwirtschaft und Industrie ist, dass im Baubereich vornehmlich Kaltwassergeräte verwendet werden, da die desinfizierende Wirkung von Heißwasser nicht erforderlich ist. Wenn Maschinen allerdings sehr ölig sind, können durch die Verwendung von Heißwasser der Einsatz von Reinigungsmitteln und die Reinigungszeit reduziert werden. Je nach Einsatzzweck unterscheiden sich die Anforderungen an den Hochdruckreiniger. Wenn viel Schmutz von den Maschinen geschwemmt werden muss, braucht es ein Gerät mit hohem Wasserdurchsatz und eher moderatem Druck. Wir verwenden hier Reihenpumpen, die bis zu 1.600 Liter Wasser pro Stunde bei 150 bar fördern können. Im Baunebengewerbe wollen die Anwender dagegen meist mit möglichst wenig Wasser und maximalem Druck reinigen. Sie brauchen zudem ein leicht zu transportierendes, kompaktes Gerät. Selbst unsere kleineren Hochdruckreiniger liefern bis zu 200 bar bei Wassermengen von 7–8 Litern pro Minute. Bei allen unseren Geräten kann der Arbeitsdruck und damit die Wassermenge genau auf die jeweilige Reinigungsaufgabe stufenlos eingestellt werden. Generell decken wir das komplette Feld im Baubereich mit unseren Geräten ab. Für die Anwendungsfälle überwiegend mobil oder vorwiegend stationär haben wir jeweils angepasste Hochdruckreiniger.
 

Wie feiert Kränzle sein 50. Jubiläum und wie geht es weiter?

Ludwig Kränzle: Wir sind dankbar für die Treue, die uns die Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner teilweise über Jahrzehnte halten. Viel Brimborium um sich selbst zu machen passt nicht zu Kränzle, auch mein Vater wünscht das nicht. Wir werden für unsere Mitarbeiter und auch für unsere langjährigen Partner eine Feier organisieren. Für unsere Kunden wollen wir im Jubiläumsjahr neue Produkte vorstellen, die preislich besonders attraktiv sind und einen Mehrwert bieten.Die Corona-Jahre haben uns Rekordumsätze mit zweistelligen Wachstumsraten beschert. Gegenwärtig belasten die Inflation und die hohen Kreditzinsen auch unser Geschäft. Vor allem die Krise im Hochbau spüren wir. Die Unternehmer halten ihr Geld zusammen, reparieren lieber alte Maschinen, als in neue Technik zu investieren. Da wir breit aufgestellt sind, konnten wir jedoch trotz aller Herausforderungen gut ins Jahr 2024 starten. Was uns in Deutschland einbremst, ist die ausufernde Bürokratie und der zunehmende Facharbeitermangel. Eine 4-Tage-Woche funktioniert in der Produktion nicht. Um in der Fertigung die Produktivität zu steigern, werden wir weiter in die Automatisierung investieren – immer im gesunden Rahmen. Die Standortsicherung hat bei mir höchsten Stellenwert. Wir haben eine Fertigungstiefe von etwa 80 Prozent, montieren und prüfen die Geräte komplett selbst. Die Produktion ins Ausland zu verlegen oder größere Teile an Zulieferer auszulagern ist für Kränzle nicht zielführend. Wir wollen maximal flexibel bleiben, schnell auf Kundenfeedback und Markterfordernisse reagieren können und – ganz entscheidend – wir wollen auch zukünftig die Qualität unserer Produkte selbst in der Hand behalten.

 

Text: Franz Nieberle und Peter Hebbeker

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