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FRD // Hydraulikhämmer im Jura-Kalk: Die Qualität gibt den Ausschlag
Hydraulikhämmer kommen meist dort zum Einsatz, wo die Grab- oder Reißarbeit eines Baggers nicht mehr ausreicht und Material gezielt gelöst oder mechanisch nachbearbeitet werden muss. Dabei entscheidet nicht allein die reine Schlagleistung, sondern auch die technische Abstimmung auf die jeweilige Baggerklasse und Hydraulik, eine robuste Bauweise sowie die zuverlässige Verfügbarkeit im Bedarfsfall.
Aus diesem Grund hat sich die E. Rathei GmbH erst vor Kurzem für einen Hydraulikhammer von FRD (Furukawa Rock Drill) entschieden. Bernd Mair begleitete die Übergabe des FXJ475 Ende Januar für Treffpunkt.Bau. Im Mittelpunkt des Austauschs mit dem Hersteller FRD, dem Händler Z&P und dem Anwender Rathei ging es um die Anforderungen im täglichen Betrieb, um bisherige Erfahrungen mit FRD-Hydraulikhämmern sowie um die technische Entwicklung aktueller Baureihen.
Rathei: Breites Einsatzfeld, klarer Praxisfokus
Die E. Rathei GmbH ist ein inhabergeführter Familienbetrieb mit Sitz in Schernfeld-Wegscheid, der 1965 vom Großvater gegründet wurde. Seit dem Jahr 2000 liegt die Verantwortung mit Ernst und Erich Rathei in der Hand der zweiten beziehungsweise dritten Generation.Inhaltlich ist der Betrieb breit aufgestellt. „Im Grunde machen wir alles, von Erdbau über Transporte bis hin zu Schotterwerk und Deponie“, beschreibt Rathei Senior die Ausrichtung. Die technische Ausstattung ist darauf ausgelegt und umfasst neben verschiedenen Baggern auch Wegebau-Grader und Maschinensteuerungssysteme. Insgesamt umfasst der Fuhrpark rund 40 Maschinen, bei aktuell sieben Mitarbeitenden. Im Gewinnungsbereich arbeitet Rathei im Jura-Kalkstein. Hydraulikhämmer gehören zum routinierten Tagesablauf und kommen immer dann zum Einsatz, wenn das Material mit dem Bagger allein nicht mehr sauber gelöst werden kann. Gerade in diesen Phasen wird der Hammer punktuell eingesetzt und muss zuverlässig funktionieren. Daraus ergibt sich ein klares Anforderungsprofil: Robustheit, eine zuverlässige Arbeitsweise und eine hohe Einsatzbereitschaft stehen im Vordergrund.
FRD: Technik aus dem Einsatz heraus entwickelt
Auf exakt solche Anforderungen hat sich FRD (Furukawa Rock Drill) spezialisiert. Der japanische Anbaugerätehersteller ist seit vielen Jahren im schweren Erd- und Gewinnungsumfeld präsent. Im Gespräch mit dem FRD-Mitarbeiter vor Ort wurde deutlich, dass sich die grundlegenden Anforderungen an die Arbeit im Material kaum verändert haben, während sich die Bauweise der Hämmer kontinuierlich weiterentwickelt hat. „Der Bedarf ist nicht anders geworden, aber die Hämmer haben sich weiterentwickelt“, bringt Heinz Ziemer, Geschäftsführer Z&P, diese Entwicklung auf den Punkt. Gemeint sind konstruktive Anpassungen, die sich über mehrere Generationen hinweg ergeben haben. Als Beispiel nennt er den Wegfall klassischer Zuganker. „Früher hat man Zugschrauben gehabt, das hat man heute beispielsweise nicht mehr.“ Nach Einschätzung von FRD ist diese Entwicklung das Ergebnis vieler Rückmeldungen aus dem Einsatz. Frühere Ausführungen seien noch ohne umfassenden Schall- und Vibrationsschutz ausgekommen, aber die aktuelle Generation sei dagegen gezielt überarbeitet und insgesamt robuster ausgelegt worden. Neben der Standfestigkeit spielen dabei auch geringere Geräusch- und Vibrationswerte eine Rolle, etwa bei längeren Einsatzzeiten oder in sensiblen Umfeldern. Ziel war es, bekannte Schwachstellen zu reduzieren und die Hämmer langfristig belastbarer zu machen.
FXJ-Serie und FXJ475 im Überblick
Die FXJ-Serie ist als durchgehende Baureihe konzipiert und umfasst acht Modelle für unterschiedliche Baggerklassen. Welche Ausführung zum Einsatz kommt, richtet sich nach dem jeweiligen Trägergerät, der konkreten Aufgabe sowie der benötigten Schlagenergie. Der FXJ475, für den sich Rathei entschieden hat, ist für größere Trägergeräte ausgelegt und entsprechend robust dimensioniert. Mit einem Dienstgewicht von 3.200 kg, einem Arbeitsdruck von 16 bis 18 MPa und einem erforderlichen Öl-strom von 200 bis 300 l/min bewegt er sich exakt im Leistungsbereich dieser Maschinenklasse. Der Durchmesser des Einsteckwerkzeugs beträgt 170 mm. Ausgelegt für Bagger der 33‑ bis 55‑Tonnen‑Klasse, arbeitet der FXJ475 bei Rathei an einem 40‑Tonnen‑Hidromek. Konstruktiv setzt der FXJ475 auf ein besonders wartungsarmes Monoblock‑Design ohne separaten Zylinder, Vorderzylinder oder Spann-schrauben. Die quadratische Bauweise sorgt für maximale Festigkeit. Eine auswechselbare Zylinderlaufbuchse mit konzentrischen Öffnungen hält den Kolben präzise ausgerichtet, steigert die Schlagleistung und reduziert langfristig die Wartungskosten. Das SV‑Gehäuse dämpft Schall und Vibrationen. Ein intelligenter Leerschlagschutz verhindert wirkungsloses Schlagen, während das automatische Schmiersystem "SenciLube" für optimale Schmierung und minimale Stillstandzeiten sorgt. Ergänzend nutzt Rathei Modelle der FXJ Serie – für eine breite Geräteauswahl, die unterschiedlichste Aufgaben im Betrieb abdeckt.
Einsatz im Jura-Kalkstein
Die Einsatzbedingungen ergeben sich bei Rathei vor allem aus dem Material. Jura-Kalkstein gilt als zäh, ohne die extreme Härte von Dolomit zu erreichen. Die Herausforderung liegt also weniger in der Druckfestigkeit als in der gewachsenen Struktur, die ein sauberes Lösen erschwert. Ein Großteil des Materials lässt sich direkt mit dem Bagger gewinnen, rund 20 % müssen nach Einschätzung des Unternehmens mechanisch herausgelöst oder nachbearbeitet werden. Da der Kalkstein als wenig abrasiv gilt, wirkt sich das besonders positiv auf den Verschleiß des Einsteckwerkzeugs und des Schlagwerks aus. Der Hydraulikhammer wird bei Rathei gezielt und bedarfsorientiert eingesetzt. Umso wichtiger ist, dass er auch nach Standzeiten sofort einsatzbereit ist und sich ohne zusätzliche Anpassungen in den laufenden Betrieb integrieren lässt.
Entscheidung, Betrieb und Abstimmung
Für den neuen Hydraulikhammer entschied sich Rathei aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit dem regionalen Händler Z&P Baumaschinen. Der FXJ475 ist nun der fünfte Hydraulikhammer von FRD im Unternehmen. Der erste wurde vor rund zwölf Jahren angeschafft. Ausschlaggebend waren nicht die einzelnen technischen Kennwerte, sondern die positiven Erfahrungen mit früheren FRD-Geräten im täglichen Einsatz. Ratheis Wartungsstrategie folgt dabei dem Prinzip „Eingriff nach Bedarf“ statt starrer Intervalle, ein Ansatz, der sich im Betrieb bewährt hat. Auch die Abstimmung mit dem Trägergerät spielt eine Rolle: Für den 40-Tonnen-Bagger war der FXJ475 ideal geeignet. Schmierung, Hydraulikeinstellungen und Bedienung beeinflussen zudem, wie das Anbaugerät im Alltag arbeitet. Der Ölfluss lässt sich bequem über das Display in der Fahrerkabine einstellen, sodass kein Umbau erforderlich war.
Z&P verbindet Hersteller und Anwender
Als Händler fungiert Z&P Baumaschinen als Bindeglied zwischen Hersteller und Anwender. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 35 Mitarbeitende und setzt pro Jahr etwa 120 bis 130 Maschinen ab, darunter Großmaschinen ab 20 Tonnen. Neben dem Vertrieb von Baumaschinen gehört der Bereich der Anbaugeräte fest zum Angebot. In diesem Segment verfolgt Z&P eine klare Linie und bietet ausschließlich Produkte von FRD an. Ausschlaggebend sind aus Sicht des Unternehmens vor allem das breite Produktspektrum sowie die Eignung der Anbaugeräte für unterschiedliche Baggerklassen. Die persönliche Präsenz bei der Übergabe neuer Maschinen und Anbaugeräte gehört nach Aussage von Stephan und Heinz Ziemer, Geschäftsführung von Z&P, zum eigenen Selbstverständnis. Übergabe und Inbetriebnahme werden bewusst genutzt, um das Gerät, die Trägermaschine und den vorgesehenen Einsatz gemeinsam zu betrachten. Diese Form der Begleitung ist insbesondere bei langjährigen Kunden fester Bestandteil der Zusammenarbeit. Die Übergabe des Hydraulikhammers FXJ475 steht damit beispielhaft für ein Zusammenspiel aus Händler, Hersteller und Anwender, das sich im betrieblichen Alltag bewährt hat.
Text und Bildmaterial: Bernd Mair & Gloria Schaffarczyk
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