Dynapac Discovery Days 2026 // Innovationen für die Straße von morgen

Unter den aktuellen Brennpunkten der Bauwirtschaft in Deutschland nimmt der Straßenbau eine besondere Rolle ein. Intakte Verkehrswege sind Garanten für Mobilität und Wirtschaftskraft im Lande. Um die gegenwärtigen und anstehenden Verkehrsbauprojekte schnell und qualitätsgerecht zu verwirklichen, müssen neueste Technologien und leistungsstarke Maschinen auf den Baustellen für schnelles und qualitätsgerechtes Arbeiten zum Einsatz kommen. Praktische Lösungen dazu präsentierte kürzlich Dynapac zu den „Discovery Days 2026“. Der Hersteller aus Wardenburg, der zur französischen Fayat-Gruppe gehört, hatte über 200 Fachleute und Kunden aus 20 Ländern zum Branchentreff auf dem Eventhof im niedersächsischen Wüsting eingeladen.

Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit war eine zentrale Botschaft des Events. Dabei wurde deutlich: Nachhaltiger Straßenbau bedeutet nicht allein den Einsatz elektrischer Antriebe. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Technologien und eine möglichst effiziente Gestaltung der gesamten Baustelle, um auch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Im Fokus des Veranstalters standen „Innovationen für die Straße von morgen“.

Baustellen vernetzen

Eine Baustellenvernetzung wurde am Beispiel Asphalttransport vorgestellt. Mit dem Baustellensystem Nexus ist es möglich, vom Lkw bis zur finalen Endverdichtung der letzten Walze eine lückenlose Dokumentation aller beteiligten Maschinen zu erstellen. Das spielt bereits bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen eine entscheidende Rolle. Die digitale Systemvernetzung wird zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Auftragsvergabe.

Digitalisierung hilft

Großen Zulauf hatte eine Live Demonstration zum Thema Digitalisierung. Weitgehend autonom steuerte ein Fertiger der neuesten XD-Generation durch die Demofläche. Unterstützt wurde die Straßenbaumaschine dabei durch Steuersensoren von Leica-Geosystems. Viel Beachtung fand ebenfalls der Fertiger SD25 80C, der einen automatisierten Einbau unter Praxisbedingungen vornahm. Diese Entwicklung im Straßenbau ermöglicht präzise Einbauergebnisse. Direkt an der Bohle kommt dabei auch weniger Personal zum Einsatz. 

Expert Talks

In den Expert Talks wurden aktuelle Entwicklungen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten diskutiert. Unter anderem gab Prof. Dr. Christian Schulze, Uni Siegen, tiefere Einblicke in die Herstellung und die Verarbeitung von Niedrigtemperaturasphalt. Dieser Straßenbaustoff wird in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Arbeitsschutz und CO2-Einsparungen sind entscheidende Faktoren. Wichtig dabei ist der rasche Einbau des Materials und die bessere Vorverdichtung z. B. durch die Hochverdichterbohle oder Technologien wie Seismic, da der temperaturabgesenkte Asphalt deutlich schneller auskühlt als klassisches Asphaltmischgut. Weiterhin erläuterte der schwedische Kollege Andreas Persson, aka Mr. Seismic, die Verdichtungstechnologie Seismic Asphalt, und Marketing Director Sönke Demuth referierte zum autonomen Einbau und der Vernetzung aller Maschinen auf der Baustelle.

Strategischer Meilenstein

Die Entwicklung der Light-Equipment-Line-up bedeutet für Dynapac einen strategischen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Bereits 1954 brachte der Hersteller den „Frog“ – einen Stampfer – auf den Markt. In den Folgejahren verlagerte sich der Fokus jedoch auf schwere Verdichtungstechnik. Der Wiedereinstieg in dieses Geschäftsfeld „Leichte Verdichtungeräte“ begann 2018. Dynapac stellte ein komplett neues Portfolio vor. Zu den Discovery Days 2026 wurde eine weiterentwickelte Generation für den innerstädtischen Wegebau vorgestellt. Dazu gehören unter anderem die handgeführte Walze DW70D, der robuste Vibrationsstampfer DT7 sowie der Materialverteiler S100 für präzises Ausbringen von Splitt oder Sand.

Kraftstoff und Zeit gespart

Im Fokus der Dynapac-Veranstaltung stand auch die sogenannte Seismic-Technologie für Asphalt- und Erdverdichtung. Mit diesem System lassen sich Verdichtungsprozesse gezielter steuern. Es wird während der Fahrt automatisch die Resonanzfrequenz des Bodens erfasst und die Vibrationsfrequenz der Bandage ständig angepasst. Das schützt vor Überverdichtung und spart messbar Zeit und Kraftstoff. Ein weiterer Vorteil: Das System arbeitet vollautomatisch im Hintergrund und schützt den Bediener vor teuren Fehlentscheidungen.

 

Autor des Beitrags: Rainer Oschütz
Fotos: Rainer Oschütz

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