Geoplan // Der steinexpo-Messechef im Interview: „Die Vorzeichen stehen gut!“

Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen und volatilen Rahmenbedingungen in der Bau- und Rohstoffbranche blicken die Messemacher von Geoplan optimistisch nach vorne. Mit der 12. Auflage der steinexpo 2026 steht eines der eindrucksvollsten Branchenevents vor der Tür. Im Interview spricht Messechef Dominik Rese über die veränderte Topografie des Steinbruchs, optimierte Live-Demonstrationen, den gezielten Einsatz zukunftsweisender Technologien und warum der persönliche Austausch gegenwärtig besonders wichtig ist. 

Jede Neuauflage will einen draufsetzen. Wird die steinexpo 2026 die von 2023 toppen? Welche Highlights und Superlative erwarten die Besucher?
Dominik Rese: Es liegt in der Natur der Sache, dass wir alle gerne Wachstum sehen wollen. Die steinexpo 2023 konnte nach einer schmerzlichen Corona-Pause von sechs Jahren eine wirklich heftige Benchmark setzen – mit 61.700 Fachbesuchern und 305 Ausstellenden. Dieser enorme Erfolg – aufgebaut über die vergangenen 25 Jahre – hat uns alle mehr als nur gefreut. In 2026 ist die allgemeine Wirtschaftssituation leider durch die geopolitischen Konflikte und die daraus resultierenden Folgen nicht allzu optimistisch. Ausstellerseitig konnten wir 328 Ausstellende mit über 400 Marken gewinnen – ein Ergebnis, was uns nicht nur sehr freut, sondern auch die steinexpo 2023 leicht toppt. Besucherseitig sind wir mit der Prognose vorsichtiger: Wir erwarten eine Besucherzahl auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2023.

Keine steinexpo ist wie die vorherige – allein schon, weil sich das Messegelände durch den laufenden Betrieb im Steinbruch verändert. Was ist 2026 neu?
Dominik Rese: Der Messe-Steinbruch wandelt sich zu jeder neuen steinexpo ganz enorm in den Flächenverhältnissen. Für 2026 konnten wir erneut vier Demo-Flächen (A bis D) realisieren. Durch den Haupteingang auf Demo D führt der Besucherweg an den beiden Großpavillons vorbei zum zentralen Tunnelvorplatz. Von hier aus kann die Demo-Fläche B direkt erreicht werden; zur Demo-Fläche C wartet ein kleiner Fußmarsch über die Rampe oder die Nutzung des einzigen internen Shuttles auf den Besucher. Die Demo-Fläche A mit der Allgemein-Demo ist diesmal erstmalig über die Demo-Fläche B erreichbar. Flächenmäßig ist die auf dem tiefsten Niveau gelegene Demo-Fläche A der größte Bereich. Dieser hat in Relation zu 2023 deutlich an Größe gewonnen. Die Demo-Flächen B (mittleres Höhenniveau) und C (höchstes Höhenniveau) hingegen haben durch die voranschreitende Rohstoffgewinnung an Ausdehnung verloren. Die Demo-Fläche D konnte sich im direkten Vergleich der Ausstellungsflächen vergrößern.

Die steinexpo „lebt“ von den Live-Demonstrationen. Das Programm für die Vorführungen der schweren Maschinen wurde für 2026 zeitlich gestrafft und kompakter gestaltet. Wie profitieren Besucher und Aussteller von der Neuorganisation?
Dominik Rese: Fachbesucher haben durch die kompakteren Demos die Möglichkeit, mehr Maschinen und mehr Informationen in kürzerer Zeit präsentiert zu bekommen. Hierdurch ergibt sich ein verbessertes Live-Erlebnis: Die LED-Wall, welche die Fachmoderation und die entsprechenden Features optimal transportiert, komplettiert die praxisnahen Shows. Die beteiligten Aussteller profitieren von der Möglichkeit, den praxisnahen Maschineneinsatz bestmöglich sichtbar zu machen und hier in der kompakten Show ihre Leistungsmerkmale und Features konzentriert zu zeigen.

Unter dem Motto „Quarry Next Gen – We’re In“ präsentieren Aussteller zukunftsweisende Technologien direkt an ihren Ständen. Wo sehen Sie die spannendsten Entwicklungen?
Dominik Rese: Wir sehen hier Neu- und Weiterentwicklungen im Schwerpunkt von Unterstützungssystemen für den Fahrer bzw. Bediener. Hier liegen sicherlich noch ungenutzte Potenziale, um den Menschen bei der Erzielung des optimalen Arbeitsergebnisses zu unterstützen.

Auch die steinexpo hat technologisch aufgerüstet und bietet 2026 erstmals ein glasfasergestütztes Mobilfunknetz im Steinbruch an. Warum ist die Konnektivität so wichtig geworden, dass sich der hohe Aufwand lohnt?
Dominik Rese: Die infrastrukturelle Internetanbindung ist Grundlage für zahlreiche Anwendungen. Allein die allgemeine Entwicklung von Digitalstrukturen weg von lokalen Anwendungen hin zu cloudbasierten Lösungen und intensiver Vernetzung von verschiedensten Komponenten ist ganz elementar auf eine gute Datenanbindung angewiesen. Insofern erfordern auch zahlreiche Maschinen sowie Präsentationslösungen eine stabile Anbindung. Das alles hat uns zu dieser Weiterentwicklung bewegt.

Die Bauwirtschaft steht unter wirtschaftlichem Druck. Spüren Sie das bei den Ausstellerzahlen oder investiert die Roh- und Baustoffbranche gerade jetzt in effizientere Technologien?
Dominik Rese: Es ist kein Geheimnis, dass auch die Roh- und Baustoffbranche mit den volatilen Energiekosten und den fehlenden Effekten des vielgepriesenen ‚Bau-Turbos‘ zu kämpfen hat. Gerade der Ausfall von Umsetzungen wichtiger Infrastrukturbauwerke hat dabei besondere Auswirkungen. Dies wirkt sich auch wenig positiv auf die ausstellenden Unternehmen aus, allerdings ist es gerade in schwierigen Zeiten notwendig, die eigene Leistungsfähigkeit zu zeigen. Daher merken wir das in den Ausstellerzahlen nur sekundär.

Auf der steinexpo geht es nicht nur laut, leistungsstark und ungeschminkt zu – das Netzwerken in entspannter Atmosphäre gehört ebenfalls zum Konzept. Wie fördern Sie das Kontakteknüpfen?
Dominik Rese: Vollkommen richtig! Das Netzwerken ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der steinexpo. Deshalb schaffen wir bewusst Räume und Formate, die den fachlichen Austausch erleichtern und persönliche Gespräche fördern. Neben den Vorführungen und Produktpräsentationen bieten die neuen Catering-Bereiche steinexpoVILLAGE (Demo-Fläche B) und steinexpoBISTRO (Demo-Fläche D) eine entspannte Atmosphäre für Begegnungen. Viele unserer Aussteller bieten auf ihren Messestände zudem gezielt Bereiche als Treffpunkte für Kunden, Partner und Interessenten. Ergänzt wird dies durch zahlreiche Abendveranstaltungen in dieser besonderen Umgebung des Steinbruchs.

Wenn Sie am Abend des 5. Septembers 2026 auf die 12. steinexpo zurückblicken: Wann wäre die Messe für Sie persönlich und für die Geoplan GmbH ein Erfolg?
Dominik Rese: Die Vorzeichen stehen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation gut für eine steinexpo auf dem hohen Niveau der steinexpo 2023: Wir konnten mehr Aussteller gewinnen und mehr Fläche belegen. Die Organisation läuft auf Hochtouren und schafft die perfekte Basis für eine erfolgreiche Messe – also kein Grund zu Sorge. Für mich persönlich steht die Zufriedenheit unserer Aussteller an erster Stelle: Ohne das Engagement eines jeden Beteiligten wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht sinnvoll möglich. Kurzum: Solange alle Beteiligten zufrieden sind und wir die Veranstaltung ohne Zwischenfälle umsetzen können, ist das definitiv als Erfolg zu werten.

 

Autor des Textes: Peter Hebbeker
Fotos: Geoplan

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