SBM Mineral Processing // Neuer Meilenstein in der Aufbereitungstechnik

Der neue raupenmobile Prallbrecher „REMAX 600“ von SBM Mineral Processing war zweifellos eine der Hauptattraktionen auf der letzten bauma. SBM Mineral Processing, ein österreichischer Spezialist für Aufbereitungstechnik, feierte nun zusammen mit über 170 Händlern und geladenen Kunden die internationale Markteinführung bei einem offiziellen Produktlaunch im Steinbruch Ramsau der Hans Zöchling GmbH in Niederösterreich.

Durch Leistungsdemonstrationen mit Naturstein und typischen Recycling-Materialien wurden die vielseitigen Qualitäten des neuen 600-t/h-Brechers unter Beweis gestellt. Die Montanuniversität Leoben, ein Kooperationspartner von SBM, gewährte Einblicke in die laufenden Entwicklungsarbeiten zum KI-basierten „autonomen Brechen“, das schon bald mit dem „REMAX 600“ und anderen SBM-Anlagen möglich sein soll.

 

Modelle von 23 bis 160 Tonnen Transportgewicht

Über drei Jahre intensive Entwicklungsarbeit eigener und externer Experten stecken laut Helmut Haider, SBM-Vertriebsleiter Aufbereitung, im neuen Remax 600. „Wir haben wieder pünktlich geliefert,“ so Helmut Haider angesichts der eng getakteten Modellpremieren in den vergangenen Jahren, mit denen der Aufbereitungsspezialist seine Palette an raupenmobilen „JAWMAX“-Backenbrechern und Remax-Prallbrechern zu einem hochaktuellen, abgerundeten Portfolio mit jeweils sechs Modellen von 23 bis 160 Tonnen Transportgewicht ausbaute.

Bis auf den Großbackenbrecher Jawmax 800 bieten alle Modelle kompakte Abmessungen für den wirtschaftlichen One-Piece-Transport und dies trotz dieselelektrischem Hybrid-Antrieb mit Plug-In-Option und großteils klassenführenden Brecher- und Siebausrüstungen.

 

Neuentwicklung: Remax 600

Auch beim grundlegend neu entwickelten Remax 600 mit seinem für kommende Anlagen-Generationen richtungsweisenden Design setzte SBM Mineral Processing auf das hochmobile Anlagenkonzept, das Naturstein-Produzenten und Recyclingbetrieben gleichermaßen die volle Flexibilität und hohe Produktivität eines Groß-Prallbrechers eröffnet.

Tatsächlich definiert der Remax 600 mit den 600 t/h seines weiterentwickelten 1400er-Prallbrechers 13/14/4 mit 1380 x 1000 mm-Einlauf (B x H) für Aufgabegrößen bis 900 mm ein komplett neues Leistungssegment in der mobilen Primär- und Sekundärzerkleinerung. Dank effizienter Vorabsiebung, dreifacher Windsichtung und hocheffizienter Magnetabscheidung sowie dem optionalen Ein-/Zwei-/Dreideck-Nachsieb lassen sich bis zu fünf hochwertige Fraktionen in einem Durchgang produzieren. „Ähnlich schwere Anlagen im Wettbewerb bieten nur deutlich kleinere Brecher, vergleicht man Durchsatzleistungen, Produktvielfalt und relevante Ausrüstungen, liegen wir meist schon deutlich über 100 Tonnen Transportgewicht in mehreren Einheiten,“ erklärt Helmut Haider. Je nach Ausrüstung lediglich zwischen 60 und 80 Tonnen bringt hingegen der Remax 600 aufs Tiefbett – selbst voll ausgerüstet misst die Anlage schlanke 22,0 x 3,49 x 3.80 m (LxBxH).

 

Vollständiges Paket an Standardausrüstung

Dabei bietet der Remax 600 ein vollständiges Paket an Standardausrüstungen und Optionen, das die hohe Wertschöpfung durch eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Endkörnungen gewährleistet. Dazu zählen neben der serienmäßigen Vorabsiebung über ein Doppeldeck-Kreisschwingersieb (B: 1.300 mm x L: 2.400 mm) insbesondere die drei optionalen Kreisschwinger-Nachsiebeinheiten (1-, 2-, 3-Deck; B:1.800 x L:5.500 mm) – jeweils inkl. Überkorn-Rückführung und hoch auskragenden Austragsbändern für groß dimensionierte Produkthalden. Ein echtes Novum in dieser Maschinenklasse ist laut SBM der sehr effiziente Überbandmagnet mit optionalem Längsaustrag, der gerade im Recycling eine hohe Reinheit der Endprodukte gewährleistet.

Alle Ausrüstungen und die Seitenwände des 9-m³-Aufgabebunkers lassen sich hydraulisch einklappen und verbleiben an der Maschine. Dies ermöglicht kurze Rüstzeiten der stützenlosen Anlage ohne weitere Hilfsmittel selbst im Ein-Mann-Betrieb. Unterstützt wird der Maschinist dabei von den Startroutinen der SBM-Anlagensteuerung „CRUSH CONTROL“ mit ihrem zentralen 10‘‘-Display, der multifunktionalen Funkfernbedienung sowie dem cloudbasierten Fernzugriff auf alle Betriebszustände via Smartphone oder Tablet.

 

Dieselelektrischer Hybrid-Antrieb

Ein entscheidendes Argument für den Remax 600 ist wie bei allen SBM-Mobilanlagen der verbrauchsoptimierte dieselelektrische Hybrid-Antrieb mit optionalem Netzbetrieb: Eine kompakte Einheit aus 15-Liter-Cummins-Turbodiesel (EU-V) und 553-kVa-Generator übernimmt die Versorgung aller elektrischen Antriebe – vom 250 kW starken E-Motor des Brechers über die komplette Förder- und Siebtechnik bis hin zu den beiden elektrisch angetriebenen Hydraulikeinheiten von Fahrwerk und Arbeitshydraulik. Durch diese Auslegung bleiben auch im vollelektrischen Netzbetrieb alle Anlagenfunktionen verfügbar, was Vor-Ort-Emissionen (Abgase, Lärm) gegenüber anderen Hybrid-Konzepten mit kurzzeitigen Diesel-Interventionen erheblich reduziert.

Auch im dieselgestützten Betrieb überzeugt der drehmomentstarke Antrieb mit dauerhaft niedrigen Drehzahlen, was neben einer geringen Umfeldbelastung vor allem zu einem günstigen Verbrauch selbst unter hoher Auslastung aller Nebenaggregate führt. Die seit Anfang dieses Jahres laufenden Feldtests, die der Kooperationspartner Hans Zöchling GmbH unter Baustellenbedingungen im Steinbruch Ramsau und angrenzenden Recyclingdepots mit inzwischen mehreren Zehntausend Tonnen unterschiedlichster Ausgangsstoffe durchführt, ergaben laut SBM wirtschaftliche Durchschnittswerte von 34 – 46 l/h Diesel bzw. eine Leistungsaufnahme von 140 – 200 kWh.

„Dieser SBM-typische Verbrauchsvorteil war sicherlich auch entscheidend dafür, dass die auf der bauma spürbare Begeisterung sehr schnell in echtes Kaufinteresse und bereits lange vor Markstart in konkrete Bestellungen umschlug“, berichtet Helmut Haider. „Neben unseren eigenen Händlern zeichneten bereits auch die ersten Endkunden – wir gehen davon aus, dass wir unsere Produktionsplanungen für den Remax 600 im nächsten Jahr deutlich nach oben anpassen dürfen.“

 

Mensch/Maschine neu gedacht

Einen wichtigen Anteil an diesem Erfolg misst SBM auch der engen Zusammenarbeit mit Forschern am renommierten Lehrstuhl „Aufbereitung und Veredlung“ an der Montanuniversität Leoben bei. Bereits seit mehreren Jahren kooperiert der Aufbereitungsspezialist mit dem dortigen Innovationszentrum für Rohstoffe (IZR) unter anderem regelmäßig in der computergestützten oder experimentellen Validierung neu- oder weiterentwickelter Aufbereitungslösungen und Komponenten aus der eigenen F&E-Abteilung am Hauptsitz Oberweis.

Seit 2021 laufen die Arbeiten an dem groß angelegten F&E-Projekt „Autonomes Brechen“: Auftrag und Ziel ist die Entwicklung von „intelligenten“, selbstlernenden mobilen Brechern, die den entscheidenden Schritt von der bereits heute weitgehend überwachten und im Zusammenspiel aller Prozessschritte optimierten Zerkleinerung zur autonomen, voll automatisierten Produktion ermöglichen sollen. Ein erster Meilenstein und idealer Technologieträger für die weitere Entwicklung ist der jetzt präsentierte marktreife „konventionelle“ Remax 600 mit seiner umfangreichen technischen Ausrüstung, dem weiter optimierten elektrischen Antrieb und der aktuellen Generation der Crush Control-Maschinensteuerung, die bereits heute einen Großteil der anfallenden Maschinendaten verarbeitet.

Derzeit arbeiten die Teams an der Entwicklung der leistungsfähigen Sensorik, mit der die Maschine eigenständig Art und Zusammensetzung des Aufgabeguts und die Korngrößenverteilung der Endprodukte erfassen kann. Gemeinsam mit den ebenfalls in Echtzeit ermittelten Lastzuständen von Brecher und Fördereinrichtungen leitet die Crush Control-Steuerung alle vor Ort ermittelten Werte über eine Cloudlösung in die SBM-Zentrale. Ein dort erstellter „digitaler Zwilling“ gleicht die realen Maschinenleistungen mit Tausenden hinterlegter Referenz-Daten aus 1:1-Güteprüfungen, Labortests und Computersimulationen ab (Gesteinseigenschaften, Sieblinien, Kornformen etc.). Die daraus ermittelten Optimierungspotenziale werden an die Maschinensteuerung zurückgesandt und ermöglichen dank innovativer maschinentechnischer Lösungen vor Ort eine unmittelbare und ständige Anpassung aller Prozessstufen bis hin zu Windsichtern und Magnetaustrag ohne Betriebsunterbrechungen.

 

Autonomes Brechen dient zur Unterstützung

Laut SBM soll das autonome Brechen Betreiber und Bedienpersonal erheblich unterstützen und entlasten: So lässt sich die Anlage datenbasiert bereits vor Standort- oder Materialwechseln über die richtige Auswahl der Siebmedien exakt auf die Anforderungen hin konfigurieren. Über eine interaktive Menüsteuerung können auch unerfahrene Maschinisten die Produktion präzise einstellen – je nachdem ob maximaler Ausstoß, minimaler Kraftstoffverbrauch („Eco-Mode“) oder die mengenoptimierte Produktion bestimmter Wertkörnungen gefragt sind. Eine weitere Entlastung bringt auch eine neuartige integrierte Werkzeugüberwachung im Prallbrecher, die während der Produktion verschleißbedingten Qualitätseinbußen entgegensteuert und wichtige Unterstützung bei der vorausschauenden Wartung leistet.

 

Text: SBM Mineral Processing

Bildmaterial: Manfred Zwick/Treffpunkt.Bau; SBM Mineral Processing

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