JCB // Weitere Meilensteine auf dem Weg „Road to Zero“

Strikte und konsequente Weiterentwicklungen, in der Gegenwart vor allem auf elektrisch betriebene Arbeitsmaschinen ausgerichtet – das ist das Credo von JCB. Wie sich das Unternehmen eine emissionsfreie Maschinenzukunft vorstellt, konnte ein ausgewählter Kreis an Medienleuten, angereist aus ganz Europa, feststellen.

Während die Präsentation des ersten nahezu serienreifen Wasserstoffmotors noch im englischen Rochester erfolgte, fand das Treffen dieses Mal in der Deutschlandzentrale in Frechen bei Köln statt. Mit dabei waren eine Menge an Neuheiten im englischen Gepäck. Selbstverständlich konnten sämtliche Maschinen auch direkt im Trainings- und Testareal „erfahren“ werden.

 

Elektrischer Radlader erweitert bestehende Produktpalette

Wer sich vorstellt, dass elektrisch betriebene Baumaschinen lediglich behäbige und langsame Arbeitsgeräte sind, wird durch den neuen und ersten vollelektrischen Radlader 403E von JCB eines Besseren belehrt. Er kann mit durchaus flotten 20 km/h durch die Lande bewegt werden. Die dafür notwendige Power kommt von einem 20 kWh großen Lithium-Ionen-Batteriepaket. Der Elektro-Radlader bietet die gleiche Leistung wie das dieselbetriebene Brudermodell 403 Smart Power, ist jedoch geräusch- und vibrationsärmer und frei von CO2-Emissionen. Durch die hohe Leistung der Batterien können ein durchschnittlicher Arbeitstag auf der Baustelle bzw. 4 Stunden Dauerbetrieb absolviert werden. Das integrierte Ladegerät ermöglicht es, unterschiedliche Stromquellen zu nutzen. Bei einer vollständigen Entladung wird bei einem Anschluss an eine 230-V-Steckdose eine Ladezeit von 8 Stunden benötigt. Durch das externe JCB-Schnellladegerät verkürzt sich die Zeit beachtlich auf unter 2 Stunden. Das Antriebskonzept baut auf zwei unabhängigen Elektromotoren auf – einem für den Antriebsstrang sowie einem weiteren für die Hydraulik. Der Radlader verfügt über einen permanenten Allradantrieb. Der Antriebsmotor liefert eine Spitzenleistung von 33,4 kW. Eine 20-kW-Hydraulikpumpe ist zuständig für den Schaufel- und Gabelbetrieb. Hase, Schildkröte und Schnecke – Bezeichnungen, die eher der englischen Jagdhistorie zugeordnet werden würden. Beim Radlader 403E stehen diese Begriffe für die einstellbaren Fahrmodi. Hase steht für Straßenfahrt und 20 km/h. Der Modus Schildkröte ermöglicht eine längere Akkulaufzeit und eine feine Geschwindigkeitsdosierung mit maximal 8 km/h. Sehr präzises Fahren ist im „Schneckenmodus“ möglich, welcher eine Höchstgeschwindigkeit von 5 km/h erlaubt und in 0,5 km/h Schritten einstellbar ist. Das Hubgerüst ist in zwei Varianten erhältlich. Das Standard-Hubgerüst hat eine Bolzenhöhe von 2,9 m, während das High-Lift-Modell eine Bolzenhöhe von 3,1 m erreicht. Das geringe Gewicht von lediglich 2.671 kg ermöglicht den Transport auf einem handelsüblichen Maschinen-Transportanhänger innerhalb der 3,5 t Anhängelast.

Standardmäßig kann der Radlader zunächst mit einem festen oder klappbaren Fahrerschutzdach bestellt werden und soll im Jahresverlauf auch alternativ mit einer vollverglasten Kabine erhältlich sein. In der Kabine findet der Fahrer auch ein neues digitales Multifunktionsdisplay, auf dem die verschiedenen Menüpunkte mit einem Drehregler neben dem Joystick ausgewählt werden können. Die Kabine bietet eine optimale Übersicht sowie eine einfache Bedienung der Maschine. Angezeigt werden alle wichtigen Betriebsdaten, einschließlich Fahrmodus, Ladezustand der Batterie und Fahrgeschwindigkeit. Das Hydrauliksystem arbeitet mit zwei Modi, die über einen Wippschalter an der Hauptkonsole umgeschaltet werden können. Der Schaufelmodus bietet ein dynamisches Ansprechverhalten, während der Gabelbetrieb eine präzisere Steuerung ermöglicht.

 

Erweiterung der Produktpalette bei E-Tech Gelenk-Teleskop-Arbeitsbühnen

In der JCB Deutschland-Zentrale wurden auch erstmals zwei neue Gelenk-Teleskop-Arbeitsbühnen vorgestellt, welche wahlweise mit vollem Batterie-Elektro- oder Diesel-Elektro-Hybridantrieb ausgestattet sind: die Modelle A45E und die A45EH. Die Arbeitsbühne A45E stellt die vollelektrische Version des Diesel-Modells AJ48D dar und bietet die gleiche Leistung, Arbeitshöhe und Reichweite – jedoch emmissionsfrei. Der Antrieb erfolgt über acht 6-V-Batterien, welche ein 48-V-System mit 400 Ah bilden. Die Batteriepakete sind jeweils an den Seiten des Chassis angeordnet und bieten dadurch den Vorteil eines niedrigen Schwerpunktes, sorgen für zusätzliche Stabilität und gewährleisten ebenso eine verbesserte Traktion. Das Modell A45EH ist eine dieselelektrische Hybridversion basierend auf der gleichen Maschine. Der 14,8-kW-Dreizylinder-Dieselmotor und der 7,5-kW-Generator versorgen die acht 6-V-Batterien der Maschine. Der wesentliche Vorteil des Hybridantriebes liegt darin, dass er die Arbeitsbühne zu einer idealen emissionsarmen Lösung macht, die auch entlegenere Standorte und kurzfristig wechselnde Einsatzbereiche erreicht, wo es keinen sofortigen Zugang zu einer Stromversorgung gibt.

Beide Arbeitsbühnen sind serienmäßig mit Allradantrieb und Zweiradlenkung ausgestattet. Die Räder werden einzeln von vier Wechselstrommotoren angetrieben, welche über ein Energierückgewinnungssystem verfügen und somit die elektrische Einsatzzeit verlängern. Der Einzelradantrieb ermöglicht die Überwindung beeindruckender Steigungen von bis zu 40 %. Eine optimale Traktion gewährleistet die Pendelachse, welche automatisch gesperrt wird, wenn in den Modus zum Anheben des Auslegers gewechselt wird. Ein kleines, aber wichtiges Detail am Rande: Es sind bereits standardmäßig abriebfeste und nicht markierende Reifen verbaut.

Überzeugend während der Vorführungen waren auch die sicherheitstechnischen Aspekte. Verbessert wurde beispielsweises der Einstieg mit nun drei Einstiegspunkten und das Gurt-Geschirr kann zukünftig an vier Stellen eingehängt werden. Einen zusätzlichen Bedienerschutz garantiert die auch bislang schon eingebaute Abschaltvorrichtung für den Ausleger. Eine Fahrtrichtungsanzeige im Ausleger lässt den Fahrer die Seitenverschwenkung des Auslegers erkennen und der Neigungssensor verhindert das Ausfahren bei einer Neigung von mehr als 5°. Ein 5-Zoll-Farb-Touchscreen-Display auf der Plattform mit intuitiver Bedienerführung trägt ebenso zur Sicherheitssteigerung bei wie das neuartige Steuersystem, welches einen Wechsel zwischen Plattform- und Bodensteuerung überflüssig macht. Die maximale Plattformhöhe beträgt bei beiden Modellen 13,84 m sowie eine horizontale Reichweite von bis zu 7,47 m und einer Übergreifhöhe von 7,48 m. Die Tragfähigkeit wurde auf 300 kg gesteigert. Wie schon seit Jahren in anderen Maschinenbaureihen zu finden, trägt in Zukunft das integrierte LiveLink-Telematik-System von JCB zur Produktivitätsteigerung bei. Es liefert Echtzeit-Betriebsdaten zu Leistung, Wartungsplänen und Fehlercodes. Mietpark-Manager oder Flottenmanager können damit aus der Ferne u. a. den Motorbetrieb, Warnungen bei niedrigem Kraftstoffstand, Neigungssensorwarnungen und Überlastwarnungen aufzeichnen. LiveLink liefert auch Daten zur Batteriespannung, zum Kraftstoffstand und zur prozentualen Auslastung der Maschine.

 

Wenn der Strom zur Baustelle kommt – mobile Energieversorgung

Nicht immer besteht die Möglichkeit, die Arbeitsmaschine an eine stationäre Stromquelle anzuschließen. JCB hat dem bereits in der Vergangenheit Rechnung getragen und in Köln drei weitere größere Powerpackmodelle 3.50QE, 3.75QE und 3.100QE präsentiert, welche einen dreiphasigen 400-V-Anschluss besitzen. Somit sind mittlerweile fünf Modelle mit einer Speicherkapazität von 23 bis 104 kWh verfügbar. Mit einer Dauerleistung von 36 kW bei 250C bietet jedes Gerät mehrere Steckdosenanschlüsse mit RCD-Schutz sowie Eingangs- und Ausgangssammelschienen. Jedes Powerpack verfügt über ein Vollstahlgehäuse mit Hebepunkten und Gabelstaplertaschen.

Ausgestattet mit einer Lithium-Ionen-Batterietechnologie, liefern die Powerpacks eine sehr hohe Leistung bei geringem Raumbedarf und verringern gleichzeitig die Abhängigkeit von dieselbetriebenen Stromgeneratoren auf der Baustelle und stellen eine umweltfreundliche Lösung für das Aufladen von JCB E-Tech-Elektromaschinen wie Minibaggern, kompakten Teleskopladern und Dumpern dar. Die Powerpacks können mit Ökostrom aufgeladen und dann zum Einsatzort transportiert werden, um die Maschinen bei Bedarf direkt vor Ort aufzuladen. Dies ermöglicht den Einsatz umweltfreundlicher Elektromaschinen ohne Netzstromversorgung vor Ort – auch an abgelegenen Standorten. Die Powerpacks sind vielseitig einsetzbar und nicht nur auf das Laden verschiedenster Arbeitsmaschinen beschränkt. So können beispielsweise auch Arbeitscontainer versorgt werden. Ebenso denkbar sind Einsatzbereiche bei der Videoüberwachung oder der Sicherheitsbeleuchtung. Neben dem Wegfall unnötiger CO2-Emissionen gibt es natürlicherweise auch keinerlei Lärmbelastungen, welches den Einsatz nochmals erweitern kann. Wartungs- und Betriebskosten werden deutlich reduziert.

Die Powerpacks sind JCB LiveLink-fähig, was eine Fernüberwachung ermöglicht und sicherstellt, dass der Strom zur Verfügung steht, wann und wo er benötigt wird. LiveLink bietet dem Benutzer auch die Möglichkeit, einige der Ausgangssteckdosen zu steuern, sodass er nicht mehr benötigte Steckdosen aus der Ferne abschalten kann, um die Effizienz seines Standorts zu verbessern. Welche Bedeutung und hohe Priorität die entwicklungstechnische Zukunft beinhaltet, unterstrich Tim Burnhope, Chief Innovation and Growth Officer, zum Abschluss der Veranstaltung: „Der Markt zeigt definitiv Interesse an elektrischen Produkten und JCB beabsichtigt, bei deren Entwicklung in vorderster Reihe mitzuarbeiten.“

 

Textmaterial: Michael Schulte

Bildmaterial: Michael Schulte; JCB

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