Gipo // Fünf Jahrzehnte aus der Schweiz in die Welt

Wer mit dem Auto in den Kanton Uri fährt, passiert je nach Route den Seelisbergtunnel. Für den Mechaniker Emil Gisler und seine Frau Elisabeth Gisler-Muff war 1973 der Bau genau dieses Tunnels die Initialzündung für die eigene Selbständigkeit. Ihr Kleinunternehmen konnte Reparaturarbeiten an den Tunnelvortriebsmaschinen ausführen und dadurch schon bald einen ersten Mitarbeiter einstellen.

Emil Gisler war ein visionärer Unternehmer und Techniker, der das Unternehmen mit seinem Engagement für Qualität und Innovation aufbaute. In den zurückliegenden 50 Jahren hat die Emil Gisler AG/Gipo AG eine beeindruckende Geschichte geschrieben.

 

Von damals bis heute

Den bedeutendsten Meilenstein für die Firma setzte Emil Gisler im Jahr 1982, als er für die Aggregat AG die erste raupenmobile Brechanlage produzierte – einen fahrbaren Steinbrecher in der Größe eines Raupenbaggers, der bis dahin erste seiner Art weit und breit. Eine weitere Spezialität wurden Tunnelpressrohr-Vortriebsmaschinen für die Firma Herrenknecht. Bereits sieben Jahre später, 1989, wurde die Gipo AG (die Abkürzung steht für Gisler Power) als Verkaufsgesellschaft der Emil Gisler AG gegründet. Dank der hervorragenden Auftragslage stieg die Mitarbeiterzahl stetig. Das Produktionsgelände wurde in diesen Jahren regelmäßig erweitert. Nach dem überraschenden Tod von Emil Gisler im Jahr 2017 übernahmen seine Töchter Sabine Arnold-Gisler und Claudia Gisler die unternehmerische Verantwortung für einen der größten privaten Arbeitgeber im Kanton Uri. 

Der ebenfalls große Erfolg in Osteuropa sprach für sich, weshalb 2018 die Tochtergesellschaft Gipo d.o.o. in Senj, Kroatien, gegründet wurde. Die bewährten Gipo-Brechanlagen wurden immer größer und umfangreicher gebaut, was eine grundlegende Arealerweiterung und Umstrukturierung der Werkshallen im Zeitraum 2019 bis 2021 zur Folge hatte. 

Mit großem Stolz wurde 2021 die 1.000. Gipo-Anlage ausgeliefert. Ein spezieller Erfolg in Gipos Firmengeschichte ist allerdings auch die 1.001. Anlage. Diese wurde der Agir Aggregat AG übergeben, welche damit die allererste Gipo-Anlage überhaupt kaufte. Von den bescheidenen Anfängen ist das Unternehmen zu einem globalen Player in der Herstellung von Baumaschinen und -anlagen gewachsen. „Der beharrliche Einsatz für Exzellenz und Kundenzufriedenheit hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind“, so Claudia Gisler.

 

Mitarbeitende sind die Basis des Erfolgs

Die Mitarbeitenden stellen den hohen Standard der Gipo Produkte und Dienstleistungen sicher. Was vor 50 Jahren mit einem Einmannbetrieb startete, ist zu einem Unternehmen mit 250 Beschäftigten gewachsen. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen in Kroatien leisten heute über 320 Mitarbeitende tagtäglich vollen Einsatz in Verwaltung, Verkauf, Produktion und Montage. Die erfahrenen Fachleute sind der Garant für Gipos kompetenten Service. Viele junge Menschen haben zudem die Möglichkeit, bei Gipo eine qualifizierte Ausbildung zu erlangen. Es werden über elf verschiedene Lehrberufe verteilt auf 20 Ausbildungsplätze angeboten. So schafft Gipo die Basis, auch in Zukunft auf engagierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen zu können. Das Unternehmen ist stolz darauf, ein attraktiver Arbeitgeber für Auszubildende zu sein und ihnen beste Voraussetzungen für ihre berufliche Zukunft zu bieten.

 

Flexibilität durch Höchstmaß an Eigenfertigung

Gipos Produktpalette ist ein Teil der Firmengeschichte und des Erbes. Was 1982 mit der Konstruktion und Herstellung der weltweit ersten raupenmobilen, vollhydraulischen Steinbrechanlage begann, hat sich bis heute zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Gipo hat sich auf die Fertigung hochwertiger und robuster Anlagen für die Bau-, Bergbau- und Recyclingindustrie spezialisiert. Und Gipos Ingenieure stellten und stellen nach wie vor die Weichen für die Weiterentwicklung der Komponenten und Maschinentypen.

Für Staunen sorgte 2003 der Bau der „GIPOKOMBI RC 170 FDR“ als weltweit größte raupenmobile Kombianlage mit Prallbrecher und Siebmaschine auf einem Maschinenchassis. Nach über 56.000 Betriebsstunden weist die Anlage eine Verfügbarkeit von 99,5 % auf und das bei einem Durchsatz von bis zu 1.100 t/h (im Durchschnitt 857 t/h). Die Gipo-Anlagen werden heute in Steinbrüchen, auf Deponien, Recyclingplätzen oder direkt bei Abbruchobjekten zur Zerkleinerung des Gesteins und Aufbereitung von Abbruchmaterial in Kombination mit dem Aussortieren von Eisen und Leichtstoffen eingesetzt. Einsätze bei Temperaturen von über 50 Grad wie in Dubai oder minus 50 Grad beispielsweise in Russland sind keine Seltenheit und zeugen von der enormen Robustheit der Gipo-Anlagen.

Mit den individuell auf jeden Wunsch und die Bedürfnisse des Kunden angepassten Anlagen besetzt Gipo eine Nische, in der gut ein Prozent Anteil am Gesamtmarkt erwirtschaftet wird. Der Hersteller setzt auf ein Höchstmaß an Eigenfertigung, um die eigenen hohen Qualitätsansprüche an Material und Anlagen sicherzustellen. Als einziger Hersteller in der Schweiz fertigt Gipo eigenen Angaben zufolge diverse Komponenten wie Prallmühlen, Backenbrecher, Stahlplattenbänder und Förderbänder in seinem Werk in Seedorf selbst und erreicht dadurch maximale Unabhängigkeit und Flexibilität. Gelebtes Teamwork zwischen Engineering, Fertigung und gut ausgebildeten Mitarbeitenden erzeugt zudem eine vielseitige und kreative Dynamik. Bei Gipo dreht sich alles um die Wünsche der Kunden und kostengünstige Lösungen. Die Produkte sind für ihre Robustheit, Zuverlässigkeit und Effizienz bekannt und tragen nicht nur zur Verbesserung der Arbeitsprozesse, sondern auch zur Schonung der Umwelt bei.

 

Gemeinsam auf 50 Jahre Erfolg anstoßen

In nunmehr 50 Jahren hat sich die kleine, aber vielseitige Werkstatt von Emil Gisler mit innovativer Kraft zu zwei weltweit renommierten Unternehmen weiterentwickelt – der Emil Gisler AG (Hersteller) und der Gipo AG (Vertrieb). Deshalb lud das Unternehmen am 22. und 23. September zu den Open Days zur Feier des 50-jährigen Jubiläums ein. In diesem Rahmen wurden außerdem die Türen zu Gipos Produktionshallen für Geschäftspartner und die breite Bevölkerung geöffnet. 

Die Besucher, zu denen auch das Treffpunkt.Bau-Team zählte, erhielten einen Einblick in die Produktion und erlebten hautnah, wie die eindrucksvollen raupenmobilen Brechanlagen hergestellt werden. Dabei wurden die verschiedenen Gipo-Anlagenausführungen mit den innovativen und unterschiedlichen Antriebskonzepten sowie die neueste Ergänzung der Handelsproduktpalette präsentiert.

„Auch künftig werden wir exzellente Produkte und Dienstleistungen anbieten. Vielen Dank an all unsere Mitarbeitenden, Kunden und Partner, die uns in den zurückliegenden 50 Jahren begleitet haben. Gemeinsam werden wir die nächsten Jahrzehnte genauso erfolgreich gestalten“, resümierten Sabine Arnold-Gisler und Claudia Gisler.

 

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