Schwing-Stetter // Aufbau eines mobilen Betonmischwerkes

Geschwindigkeit, Mobilität, Flexibilität, Leistung – die mobile Betonmischanlage M 3.0 von Schwing-Stetter verspricht, wesentliche Kriterien effizienter Betonproduktion zu erfüllen. Aufbau und Inbetriebnahme einer solchen Anlage lassen sich unter idealen Bedingungen innerhalb von 72 Stunden realisieren – Dank vorgefertigter Plug & Play-Komponenten und werksseitigen Vorinstallationen.

Montagmorgen im bayerischen Memmingen. Die Schwertransporter auf dem Gelände des Stetter-Werks sind beladen und stehen bereit für den Transfer der Betonmischanlage M 3.0 in den Münchner Westen. Transportiert werden an diesem regnerischen Morgen ab Werk im Wesentlichen die Hauptanlage des Mischerturms mit seinem 3-m³-Doppelwellenmischer als Herz der Anlage sowie das Basismodul des Reihensilos für die spätere Aufnahme der Zuschläge, jeweils über 25 t schwer. Am Einsatzort eingetroffen, wartet bereits der Schwerlastkran, um die Fahrzeuge zu entladen.


Die Orchestrierung des Aufbaus beginnt

„In der Regel sind die Grundstücke für Mobilanlagen klein, da hat der Kunde nie viel Platz. Hier ist es noch kleiner, als wir es sonst vorfinden. Wir haben hier keine 1.500 m², um diese Anlage aufzustellen. Und diese Anlage hat es in sich“, beschreibt Patrick Grassinger, Richtmeister Mechanik, die Herausforderung der kommenden Tage.
Bereits eingetroffen sind verschiedene Komponenten wie die mobilen Silofundamente aus Beton, die die vorausgegangenen Grundarbeiten auf dem Gelände ergänzen. Die Stellfläche für die Anlage wurde nach vorheriger Eignungsprüfung durch den Anlagenbetreiber verdichtet und betoniert. Der Untergrund spielt eine entscheidende Rolle bei der Standortauswahl. Ihren ersten Vorteil spielt die M 3.0 schon durch die großen Auflageflächen der Mobilfundamente für Mischanlage, Silos und Reihendoseur aus. So ist die charakteristische Flächenpressung mit 250 kN/m² vergleichsweise niedrig.


Aufbau von Grundmodul und Reihensilo

Am Kran hängt das Grundmodul, das von den beiden Richtmeistern Patrick Grassinger und Alexander Tolksdorf auf den markierten Platz gelotst wird. Im nächsten Schritt folgt das Reihensilo, welches den direkten Anschluss an die Mischanlage erhält. Die Schwertransporter tauschen ihren Platz mit den Silolieferanten, deren Ware – fünf an der Zahl – ebenfalls auf dem Gelände zwischengelagert werden.
Der Kran errichtet den Mischerturm, kippt diesen um gut 90° in die Vertikale. Das Team um Richtmeister und Kollegen sichert die Verbindung zum Reihensilo und klappt die Stützen des Mischerturms aus. „Wir beginnen zumeist mit der Grundanlage, dem Mischerturm. Von dieser aus werden dann die Bindemittelsilos zugeordnet. Über ein spezielles Messsystem, einer Schablone, können wir die Ausrichtung der Silos dann präzise gestalten“, beschreibt Herbert Stiegeler die ersten Schritte. Der Projektleiter für den Vertrieb von Stetter Mischanlagen schaut sich den Aufbau vor Ort an, denn wie bei den meisten Anlagen liegt auch hier der Vorteil in der hohen Flexibilität bei der Modulauswahl. „Wir haben standardmäßig über 30 Varianten dieser Anlage im Einsatz, dieses hier ist Variante 31 und aus mehreren Gründen spannend. Ein kleines Grundstück, Sonderausstattung wie eine CO2- Kühlung in einem der fünf Bindemittelsilos für Spezialbeton, ein neuer Kunde. Aber wir haben die Lösungen gefunden.“
Die Münchner Anlage hat mit dem Stetter-Doppelwellenmischer DW 3.0 B inklusive Hochdruckreinigung, einem 4-Kammer-Reihensilo mit integriertem Mobilfundament, mit den Plug & Play-Anschlüssen und den optional erhältlichen einsteckbaren Seitenteilen für die Anfahrrampe die etablierten Leistungsträger bereits verbaut. Das spart Transportkosten und Zeit, erhöht die Geschwindigkeit beim Aufbau und verkürzt das Zeitfenster zur Inbetriebnahme.


Mit Plug & Play zur Inbetriebnahme

„Wir sind bei diesen Anlagen durch die Modulbauweise auch so schnell, weil wir die wesentlichen Bauteile nur noch verbolzen müssen: Die Stützen des Mischerturms, die Seitenwände des Reihensilos, die Bindemittelsilos auf dem mobilen Betonfundamenten“, beschreibt Alexander Tolksdorf, Richtmeister Elektrik, die Vorteile. Und in seinem Verantwortungsbereich ist es vergleichbar: „Auch die komplett vormontierte und werkseitig geprüfte Elektronik wird bloß mit Plug & Play zusammengeschlossen und dann können wir die Anlage schon betreiben.“
Im Idealfall und je nach Anlagentyp, je nach Komponentenanzahl und optimiertem Standort kann eine Mischanlage nach wenigen Tagen ihren Betrieb aufnehmen, versichern die Stetter-
Experten vor Ort. „Wir werben mit 72 Stunden Aufbauzeit, die wir unter den genannten Bedingungen auch erreichen können. Diese Anlage hier weicht von ihrer Komplexität davon ab, aber das Grundprinzip funktioniert auch hier wie erwartet“, beschreibt Patrick Grassinger den mehrtägigen Aufbau.


Großzügige Podeste für die Wartung

Der Aufbau der Betonmischanlage im Münchner Westen läuft, einige Handgriffe werden parallel erledigt. Die Bindemittelsilos wurden per Schablone zentimetergenau platziert, die Seitenwände des Reihensilos aufgesetzt und verbolzt. Und auch die Mischer- und Wagenbühne erhält ihre Verkleidung. „Bei der M 3.0 verfügen diese Komponenten im Vergleich zu anderen mobilen Mischanlagen über großzügig dimensionierte Podeste. Das ermöglicht einen nahezu ungehinderten 360°-Rundgang um den kompakt gebauten Doppelwellenmischer DW 3.0 B und eine außergewöhnliche Wartungszugänglichkeit“, sagt Herbert Stiegeler. Man bekommt demnach ein großzügiges Produkt, welches nicht den Charakter einer mobile Anlage hat, sondern eher dem einer horizontalen Anlage, verbunden mit einer schnellen Montage.
Auch das Anschließen der Schnecken der fünf Bindemittelsilos verläuft mit der gewünschten Präzision. Nur wenn die Silos auf den Zentimeter genau platziert und im richtigen Winkel zum Mischanlage ausgerichtet sind, wird es passgenau. „Unsere Kunden bestellen zwischen einem und sechs Silos, jede Option verlangt die gleiche Präzision. Wir haben hier wenig Spielraum, da wir sowohl für das grobe Stellen als auch das präzise Ausrichten den Schwerlastkran benötigen. Und der ist irgendwann wieder weg“, beschreibt Patrick Grassinger den Aufbau.
Am Ende der Woche ist die Anlage funktionsfertig und betriebsbereit. Der Arbeitscontainer ist verkabelt, die optionale Mischanlagensteuerung in Funktion. Die Stetter-Arbeiten sind abgeschlossen. Vor dem Werkgelände positionieren sich die Fahrmischer. „Wir probieren jeden Kundenwunsch zu integrieren, sei es auch noch so abstrakt. Ob die Faserwaage dazu kommt für Stahl oder Kunststoff, jegliche Ausführung an Zusatzmitteln, ob es fünf, zehn oder 15 Sorten sind – mit dieser Anlage ist alles möglich“, sagt Herbert Stiegeler. Dem Kunden bleiben auch noch genügend Aufgaben neben dem Erwerb und dem Erschließen des Geländes. „Wir bieten unseren Kunden den vollen Service, auf Wunsch ein Rundum-Paket von der Beratung und Planung über Produktion, Transport bis hin zum Einsatz von externen Gewerken. Es verkürzt die Montagezeit ungemein, wenn alles aus einer Hand kommt. Der Kunde trägt die Verantwortung für das Grundstück und die benötigten Anschlüsse wie Wasser und Betriebsstrom.“ „Und wenn alles wie gewünscht fließt, fließt auch Beton“, fügt er hinzu. „Zwischen 135 und 163 m³ pro Stunde Festbeton sind dann möglich“.

 

Text und Bildmaterial: Schwing-Stetter

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