VDBUM // 52. Großseminar: Aufruf an die Macher

Das VDBUM-Großseminar 2024 stand unter dem Motto „Menschen – Maschinen – Machen“. Dies nahmen viele Redner und Rednerinnen mit wertschätzenden Erläuterungen in ihre Ausführungen auf. Vor allem ein Satz war immer wieder zu hören – in der Podiumsdiskussion, den Abendveranstaltungen, dem Vortragsprogramm oder bei Gesprächen in der begleitenden Fachausstellung: „Einfach machen!“ Er spiegelt bestens die positive Stimmung wider, die vom 30. Januar bis 2. Februar im Kongresszentrum Sauerland Stern Hotel in Willingen herrschte.

Für viele der mehr als 1.100 Teilnehmenden ist der Besuch des jährlichen Fitnessprogramms für Führungskräfte längst zu einer Art Familientreffen geworden. Der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) als Veranstalter konnte sich in diesem Jahr aber auch über einen hohen Anteil von Teilnehmenden freuen, die zum ersten Mal dabei waren. Ihr Anteil lag bei 25 %. Erstmals fand die Eröffnungsgala im neuen Format als Lounge Talk mit Moderatorin Alexandra von Lingen, VDBUM-Präsident Peter Guttenberger und den drei Schwerpunktpartnern statt. Ein sehr gelungener Auftakt, bei dem Rudolf Arnold, Geschäftsführer der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH, Marco Maschke, Leiter des Deutschlandbüros bei Komatsu Europe International, und Bernd Holz, Geschäftsführer der Ammann Verdichtung GmbH, Einblicke in ihre jeweilige Baumaschinen-Herstellerwelt gaben.
 

Unterschiedliche Sichtweisen ergänzen sich

Die Podiumsdiskussion am Mittwochmorgen stand unter dem Motto „Was bedeutet der Arbeits- und Fachkräftemangel für den Unternehmensstandort Deutschland?“. Kurzweilig führte Alexandra von Lingen durch die 90-minütige Gesprächsrunde. Dabei traten sehr unterschiedliche Sichtweisen zu Tage, die sich jedoch nicht als Widerspruch darstellten, sondern sich ergänzten, sodass am Ende die Erkenntnis stand: Wir müssen es einfach machen! Barbara Hagedorn, Geschäftsführerin der Hagedorn-Unternehmensgruppe lebt dieses „Jetzt anfangen, einfach machen“. Das zeigt etwa die von ihr ins Leben gerufene Kampagne „Frau am Bau“. Es gelte, so Barbara Hagedorn, nicht immer an große Lösungen zu denken und diese für die Zukunft aufbewahren, sondern kleine Schritte sofort umzusetzen und weiterzuentwickeln.        
Dr. Tina Müller (TLGG-Denkfabrik) erklärte, dass der digitale Wandel die gesamte Baubranche über die nächsten zehn bis 15 Jahre begleiten wird. Die gesamte Wertschöpfungskette müsse sich verändern. Dies wiederum erfordere eine andere Form der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden. Nadine Hellmold (Co-Check) erinnerte daran, dass Adolph Freiherr Knigge bereits vor 200 Jahren die industriellen und gesellschaftlichen Veränderungen als Anlass für sein bekanntestes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ genommen hat. „Auch für uns sind gegenseitige Wertschätzung, Respekt innerhalb der digitalen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen, ein extrem wichtiger Baustein für die Bindung und Gewinnung von Mitarbeitenden“ fasste Hellmond zusammen.        
Florian Semmler (Mediapool) rief dazu auf, das Recruiting der Zielgruppe anzupassen und nicht wie bisher umgekehrt. Die Gen Z gehe die kurzen, zeitsparenden Bewerbungswege, sie setze eigene Schwerpunkte für ihre zukünftigen Lebensschwerpunkte. Semmler wies darauf hin, dass schon der nächste Wandel ins Haus stünde: „In ein bis zwei Jahren erwarten wir die Generation Alpha und werden wieder neue Veränderungen denken müssen. Nur wer die Bedürfnisse der Generationen erkennt, wird im Kampf um die talentiertesten und besten Köpfe für handwerkliche, digitale oder Führungsaufgaben erfolgreich sein“, bekräftigte Semmler. Dr. Volker Müller, Geschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e. V., führte aus, dass für die meisten Unternehmen die digitale Transformation zur Unternehmensentwicklung gehöre. Die Frage sei: Wie steht es um die Verwaltungen der öffentlichen Hand? Die Lücke werde immer größer und genau hier bestehe aktuell der größte Nachholbedarf. Die Bürokratie und ihr schleppender Abbau sei ein weiterer Hemmschuh für die Geschwindigkeit und Entwicklung unserer Wirtschaft.        
Peter Guttenberger, Präsident des VDBUM und langjähriger Geschäftsführer der Max Bögl Transport und Geräte GmbH und Co. KG, erklärte, dass die Bauwirtschaft tagtäglich zeige, dass sie die digitale Transformation nutzt um die Prozesse zu beschleunigen. „Die digitalen Anforderungen müssen von allen Generationen in unseren Unternehmen inklusive der Führungskräfte nutzbar sein. Aktuell verlieren wir viel zu viel Zeit und zu viele Mitarbeiterstunden aufgrund fehlender Standards der Daten. Hier sind wir als Bauwirtschaft gefordert – aber auch die Auftraggeber, die oftmals Datenstandards fordern, jedoch bei Ausschreibungen, den Planungen und Auftragsvergaben, dieses selbst nicht umsetzen“, mahnte Peter Guttenberger. Genau an dieser Stelle gebe es ein sehr großes Potenzial, Arbeitszeit einzusparen, um sie in den Unternehmen anderweitig einzusetzen. „Der VDBUM ist als Weiterbildungsverband seit mehr als einem Jahrzehnt intensiver Verbandsdienstleister für die Nachwuchsgewinnung mit Aktionen wie dem Baumaschinenerlebnistag, dem Azubi-Cup, dem Patenschaftsprogramm für Meisterschüler:innen und Studierende und auch mit Angeboten für junge Führungskräfte in den Arbeitskreisen des Verbandes oder seinem Zukunftszirkel“, sagte Peter Guttenberger und schloss an: „Diese Verbandsarbeit wird der VDBUM beibehalten und in Abstimmung mit unseren Mitgliedern weiter ausbauen.“ Die mehr als 400 Zuhörer:innen erlebten eine kompetente Diskussion und starke Persönlichkeiten, die deutlich aufzeigten, welches ‚dicke Brett‘ die Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik bohren muss und dass es dabei schlussendlich nur darum geht, einfach damit anzufangen – einfach machen, eben!
 

Vortragsprogramm und VDBUM-Förderpreis

Die sehr breit und unterschiedlich aufgestellten Fachvorträge in den Themenblöcken „Forschung und Entwicklung“, „Infrastrukturbau“, „Transportlösungen“, „Maschinen und Innovationen“, „Entwicklungen im Kranbau“ und „Werkstattmanagement“ waren stark besucht. Ihre Inhalte wurden in den Netzwerkpausen in der sehr attraktiven Fachausstellung weiter diskutiert. Bei der Verleihung des 11. VDBUM-Förderpreises begeisterte ein neues Format das Publikum. Die Vorstandsmitglieder Dirk Bennje (Vizepräsident) und Prof. Jan Scholten dankten den Jury-Mitgliedern für ihre umfangreichen Bewertungen und das Zeitinvest über den Jahreswechsel. Sie präsentierten noch vor dem Galabuffet die Förderpreissieger 2024 aus insgesamt 36 nominierten Einreichungen. Sieger der Kategorie „Innovationen aus der Praxis“ wurde der „R-Beton 100“ von PST Spezialtiefbau Süd, den zweiten Platz erreichte der „2-Rad-Lader“ von QuiMo, den dritten Platz die „Pister PF Baggerpalettengabel“ von Hain. Die Kategorie „Projekte aus Hochschulen und Universitäten“ gewann die „Mobile GPSSensorik“ der Excav UG/Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Im Anschluss kamen die Top 3 der von der Jury platzierten Unternehmen der Kategorie „Entwicklungen aus der Industrie“ zum Zuge. Sie präsentierten ihre Innovationen mit dem Hinweis, dass das Publikum nach dem Essen mit seiner Stimme das Zünglein an der Waage sein wird und per QR-Code auf ein Abstimmungstool geführt wird. Zur Auswahl standen die „Transparente Schaufel für Radlader“ von Develon, die „Fahrassistenten Sway Control Plus, Hook Carrier und Side-Pull Control für Turmdrehkrane“ von Liebherr sowie der „Baustellen-Drucker Karlos“ von Putzmeister. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen erreichte Putzmeister am Ende knapp den 1. Platz. Dirk Bennje, Jan Scholten und Peter Guttenberger danken allen Nominierten für ihre Einreichungen und gratulierten den Siegern mit dem jeweiligen Siegerscheck in Höhe von 2.500 Euro. Das 53. VDBUM-Großseminar wird vom 4. bis 7. Februar 2025 im Kongresszentrum Sauerland Stern in Willingen veranstaltet.
 

Ausstellerstimmen

Ronja Berg, Marketing & Communication Supervisor bei Komatsu Europe:        
Als Schwerpunktpartner des VDBUM-Großseminars 2024 zeigen wir nicht nur neue Produkte und Lösungen, sondern liefern auch Input in Form von Fachvorträgen, die die digitale und vernetzte Baustelle thematisieren sowie die Vorteile aufzeigen, die in der Baumaschine verbaute digitale Systeme und Assistenten bieten. Die intelligente Maschine ist bei Komatsu bereits seit 10 Jahren Realität. Wir waren die Vorreiter in diesem Bereich und haben bewiesen, dass unsere digitalen Systeme auch unter harten Bedingungen stabil laufen und für die Anwender tagtäglich Nutzen generieren. Diesen Vorsprung bauen wir weiter aus und profitieren als Komatsu Europe erheblich von den technologiebegeisterten japanischen Entwicklern, die besonders auf dem Gebiet der Digitalisierung Schritte voraus sind. CO2-Neutralität ist ein weiteres Ziel, das Komatsu intensiv verfolgt. Wir gehen hier neue Wege, die nicht beim Produkt stehen bleiben. Das E-Support-Kundenprogramm berücksichtigt mit neu entwickelten Serviceleistungen die speziellen Belange des batterieelektrischen Antriebs. Der auf dem Großseminar vorgestellte 3,6-t-Elektro-Minibagger PC33E-6 kommt als erster in den Genuss des Komatsu E-Supports. Das Kundenprogramm umfasst drei Teile: Die vom Werk geplante und von einem von Komatsu geschulten Techniker mit Originalteilen durchgeführte Wartung, eine zusätzliche Gewährleistung für die Maschine und eine Gewährleistung für ausgewählte Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs. In Summe profitiert der Kunde von attraktiven Kostenvorteilen und der Gewissheit, über lange Jahre eine zuverlässig funktionierende Maschine einsetzen zu können. Der PC33E-6 hat einen 17,4 kW starken Motor, der von einem langlebigen 35-kWh-Lithium-Ionen-Batteriepack versorgt wird. Komatsu konzentriert sich jedoch nicht allein auf Elektro, sondern forscht und entwickelt auch auf anderen Gebieten wie dem Wasserstoffantrieb. Auch den Dieselmotor optimieren wir und liefern Bagger sowie Radlader ab Werk betankt mit HVO-Kraftstoff, der die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent senkt. Für jedes Anforderungsprofil die richtige Maschine mit dem optimalen Antrieb – das ist die Strategie von Komatsu.

 

Bernd Holz, Executive Vice President Light Equipment Ammann:        
Ammann engagiert sich 2024 als Schwerpunktpartner des VDBUM-Großseminars. Für uns ist die Veranstaltung eine äußerst wichtige und intensiv genutzte Plattform, um mit den Entscheidern in den Firmen direkt zu sprechen. Alle diese Kontakte ließen sich vor Ort bei den Kunden oder auf großen Messen unmöglich herstellen. Wir können hier neue Informationen streuen, Trends einholen und Interesse an unseren Maschinen und Lösungen wecken. Wir schätzen besonders den guten, offenen Austausch auf dem Großseminar. Die Workshops vermitteln darüber hinaus hochaktuelles, herstellerübergreifendes Know-how wie beispielsweise zum gegenwärtigen Topthema in unserem Metier: dem Niedrigtemperaturasphalt. Produktseitig fokussieren wir uns in der leichten Verdichtung auch auf Elektroantriebe. Am Stand zeigen wir elektrische Stampfer und Verdichtungsplatten. Bei den kleinen Geräten verwenden wir Honda-Systeme, die bereits eine hohe Verbreitung haben. Wir wollen unseren Kunden und Vermietpartnern nicht noch ein weiteres Akkusystem zumuten. Im Bereich Verdichtung ist Ammann sehr gut etabliert und wir stützen uns auf ein großes Händlernetz. Wirtschaftlich rechnen wir für dieses Jahr im deutschen Markt mit einer Seitwärtsbewegung. Aktuell sind die Händlerbestände noch zu hoch, wir befinden uns jedoch erst am Anfang der Saison. 2024 wird für die Branche aber sicherlich kein einfaches Jahr. Für 2025 verfolgen wir das zentrale Ziel, die neue Produktlinie an Asphaltfertigern, die wir von Volvo übernehmen, in die Ammann-Welt zu integrieren. Bislang haben wir bei den Fertigern auf eine OEM-Lösung mit Dynapac zurückgegriffen. Angesichts von über 150 Jahren Erfahrung im Bereich Asphalt sind wir der Überzeugung, dass wir das bessere Setup anbieten können, wenn wir als Hersteller die Maschinen selbst bauen und mit dem geschärften Blick auf die Anforderungen unserer Kunden weiterentwickeln.

 

Anja Wiehoff, Regional Communication Manager West Europe Atlas Copco:        
Unsere Lithium-Ionen-Energiespeichersysteme bilden den Schwerpunkt unserer Produktpräsentation beim diesjährigen VDBUM-Großseminar. Zu diesem Thema haben wir einen Fachvortrag ausgearbeitet. Mit der richtigen Kombination und dem gekonnten Handling der Systeme auf den Baustellen eröffnen sich auch Kosteneinsparpotentiale, die wir ebenfalls aufzeigen. Besonders freuen wir uns, dass die Atlas Copco Lithium-Ionen-Energiespeichersysteme auf die Wahlliste zum VDBUM-Förderpreis gesetzt wurden. Unsere Speichersysteme sind kompakt im Vergleich zu herkömmlichen Alternativen und ideal für Anwendungen mit hohem Energiebedarf und variablen Lastprofilen, die sowohl niedrige Lasten als auch Lastspitzen aufweisen. Sie funktionieren eigenständig und synchronisiert als Herzstück dezentraler Hybridsysteme mit verschiedenen Energieeingängen wie dem Netz, Stromerzeugern und erneuerbaren Energien. Das VDBUM-Großseminar ist für uns die ideale Plattform, um mit Entscheidern und anderen Unternehmen in Kontakt zu kommen und unsere Innovationen vorzustellen. Hier schlägt der Puls der Branche. Das Feedback aus diesem großen Kreis von erfahrenen Praktikern ist äußerst wertvoll, um unsere Produkte weiterzuentwickeln, neue Gedanken mitzunehmen und Trends aufzuspüren. Von Investitionszurückhaltung spüren wir wenig, im Gegenteil: Die Unternehmen investieren verstärkt in den Ausbau ihrer Elektro-Infrastruktur. Das betrifft nahezu alle von uns bedienten Bereiche – die Industrie, die Logistik und natürlich die Bauwirtschaft. Beim Aufbau einer leistungsfähigen, flexibel nutzbaren Infrastruktur für elektrische Maschinen ergeben sich für viele Unternehmen völlig neue Fragen und Herausforderungen. Hier stehen unsere Spezialisten und die hochqualifizierten Atlas Copco-Händler mit Rat und Tat zur Seite und zeigen oder entwickeln Möglichkeiten, wie sich die Energiespeichersysteme vorteilhaft in die firmenspezifischen Arbeitsprozesse integrieren lassen. Diese Umstellung geschieht nicht von heute auf morgen. Der Wandel in der Energieversorgung ist ein langer Prozess, in dem sich Atlas Copco als starker Partner beweist, der nicht nur die passenden Produkte zur Verfügung stellt, sondern auch das nötige Know-how und praxiserprobte Ideen liefert.

 


Fotos: Treffpunkt.Bau        

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