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Conrad Electronic // Conrad Sourcing Platform: Optimal mit Technik versorgt – auch bei ungeplanten Bedarfen
Conrad gibt es nicht mehr? Weit gefehlt! Seit 2021 ist Ralf Bühler CEO von Conrad Electronic. Unter seiner Leitung ist dem Familienunternehmen mit über 100-jähriger Geschichte die Transformation vom Technikhändler zur Beschaffungsplattform mit Online-Marktplatz und klarem Fokus auf Geschäftskunden gelungen. Was zeichnet eine umfassende Plattformökonomie aus? Welche Vorteile bietet das Sourcing von technischem Bedarf aus einer Hand? Und wie schafft es Conrad, auch bei ungeplanten Bedarfen verlässlicher Partner zu sein? Darüber spricht Ralf Bühler im Interview mit Treffpunkt.Bau.
Conrad wendet sich heute mit seinem Plattformmodell in erster Linie an B2B-Kunden. Was genau verbirgt sich hinter der Conrad Sourcing Platform?
Ralf Bühler: In der Tat hat sich Conrad grundlegend transformiert und macht mittlerweile 80 % des Umsatzes im B2B-Bereich. Dabei haben wir ein klares Ziel vor Augen: Wir wollen mit unserer Beschaffungsplattform die erste Adresse für technische Bedarfsdeckung in Europa sein. Als solche sind wir nicht einfach nur Händler, sondern agieren als Netzwerk aus engagierten Menschen, digitalen Lösungen, smarten Services und starken Partnern als mehrdimensionaler Lösungsanbieter.
Ihr Kundenversprechen lautet, Beschaffung einfacher und effizienter zu machen. Wie gelingt das?
Ralf Bühler: Unsere Plattform vereint Eigensortiment, Marktplatz, E-Procurement, Services und Beratung zu einer ganzheitlichen Lösung, um stets optimal mit Technik versorgt zu sein, Lieferengpässe zu vermeiden und komplexe Beschaffungsprozesse zu vereinfachen. Mit einem Sortiment von über 10 Millionen Produktangeboten ermöglichen wir verlässliches und reibungsloses Beschaffen aus einer Hand. Wir verbinden digitales Know-how mit tiefem Kundenverständnis – und richten unser Handeln konsequent auf Effizienz und Vertrauen aus. Unternehmen profitieren von einem Plattformmodell, das die passenden Lösungen für ihre Anforderungen bietet. Wir wachsen gezielt, investieren in KI und Systemanbindungen und setzen auf starke Partnerschaften mit Lieferanten und Marktplatz-Sellern.
Was zeichnet den Conrad Marketplace aus?
Ralf Bühler: Mit dem Conrad Marketplace bieten wir unseren Geschäftskunden Zugriff auf ein noch umfangreicheres Sortiment. Im B2B-Bereich spielt außerdem die Produktqualität eine entscheidende Rolle. Deshalb haben wir uns von Anfang an für ein kuratiertes Marktplatzmodell entschieden, um der von Kundenseite gewünschten und geforderten Kombination aus Preis, Verfügbarkeit und Qualität Rechnung zu tragen. Das heißt: Der Sortimentsbereich des technischen Bedarfs ist klar definiert. Und, noch wichtiger: Über den Conrad Marketplace bieten ausschließlich geprüfte Seller ihre Ware an.
Welche Vorteile haben Mittelstand und Industrie durch Ihre Plattform-Lösung?
Ralf Bühler: Wir liefern vor allem C-Teile und decken indirekte Bedarfe für Baubranche und Produktion. Unvorhergesehene Maschinenausfälle oder ein defektes Gerät auf der Baustelle bringen ungeplante Bedarfe mit sich. Genau hier hat Conrad seine Stärke: Wir sind der zuverlässige Partner, wenn akuter Handlungsbedarf besteht und es schnell gehen muss. Unsere Plattform ist die Lösung, um stets optimal mit Technik versorgt zu sein. Im vergangenen Jahr haben wir außerdem die Initiative ProcurePlus gestartet, mit der wir Unternehmen dabei unterstützen, ihre indirekte Beschaffung ganzheitlich zu optimieren und die Kosten in diesem Bereich um bis zu 30 % der Kosten zu reduzieren.
Weshalb ist das Senken der Prozesskosten so relevant?
Ralf Bühler: Insbesondere bei der indirekten Beschaffung geht es weniger um wiederkehrende Bestellungen mit großem Auftragsvolumen, sondern um sporadische Einzelbedarfe. Dahinter stehen in der Regel nicht Tausende an Euro Auftragsvolumen. Es geht häufig um Klein- und Kleinstbeträge für den Artikel selbst, die zum Teil geringer sind als die durch sie ausgelösten Prozesskosten. Diese liegen bei einem Großkonzern im Schnitt zwischen 50 und 120 Euro pro Bestellung. Genau hier liegt der entscheidende Vorteil der Digitalisierung und Automatisierung von Beschaffungsprozessen, wodurch sich Zeit und somit auch Kosten sparen lassen.
Die Digitalisierung von Beschaffungsprozessen steckt bei vielen Unternehmen noch in den Kinderschuhen. Wie kann Conrad unterstützen?
Ralf Bühler: Was uns auszeichnet, ist unser Verständnis für reale Herausforderungen im Unternehmensalltag. ‚One size fits all‘ funktioniert da nicht. Es braucht Customized Lösungen, um unsere Systeme mit denen unserer Kunden so zu vernetzen, dass Transaktionen durch die jeweils passende Anbindung idealerweise komplett automatisiert laufen. Deshalb haben wir neben klassischen E-Procurement-Anbindungen auch eine Lösung für Firmen ohne eigenes
ERP-System im Portfolio: Unsere eigene, browserbasierte Lösung Conrad Smart Procure ermöglicht so auch kleineren Unternehmen, die Vorteile elektronischer Beschaffung zu nutzen.
Auch Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Wie stehen Sie als CEO von Conrad zu diesem Thema?
Ralf Bühler: Bei Conrad nutzen wir KI unter anderem für die Produktkategorisierung, die Anzeige von Alternativprodukten, die Vereinheitlichung des Produktdaten-Contents in unserem Online-shop oder eine KI-gestützter Bonitätsprüfung. Für unsere Marketplace-Seller haben wir bereits seit geraumer Zeit KI-unterstützte Dashboards im Einsatz und analysieren Kundenbedarfe mithilfe von KI-Tools. Egal welches Einsatzgebiet: Für mich ist entscheidend, dass der Einsatz von KI einen echten Mehrwert bietet. KI darf kein Selbstweck sein. Sie macht immer dann Sinn, wenn sie uns Menschen die Arbeit erleichtert und Freiräume schafft. Nach diesem Grundsatz prüfen wir die Möglichkeiten und treffen unsere Entscheidungen bezüglich des Einsatzes neuer Lösungen, ohne dabei den Faktor Mensch aus den Augen zu verlieren.
Sie sprechen immer wieder von der Bedeutung des Faktor Mensch. Inwiefern zeigt sich diese Überzeugung in Ihrem aktuellen Geschäftsmodell?
Ralf Bühler: Natürlich agiert die Conrad Sourcing Platform in hohem Maße digital. Persönliche Betreuung ist und bleibt für uns jedoch ein elementarer Bestandteil vertrauensvoller Partnerschaft. Für mich funktioniert Conrad deshalb nur in der Symbiose aus Menschen und Maschinen. Unsere Mitarbeitenden kennen den Arbeitsalltag unserer Kunden – auf dieser Basis entwickeln wir unsere Lösungen. Prozesseffizienz in der Beschaffung wird immer wichtiger, keine Frage. Im Idealfall gibt es jedoch on top eigene Teams, die Kunden bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützen – bei der Sonderbeschaffung ebenso wie mit individuell entwickelten Turnkey-Lösungen.
Die Lieferketten-Problematik stellt Unternehmen aktuell immer wieder vor Herausforderungen. Wie gelingt es Conrad als Beschaffungspartner, konstante Materialverfügbarkeit sicherzustellen?
Ralf Bühler: Als erfahrener Distributor verfügen wir über ein gewachsenes und weltweit agierendes Lieferantennetzwerk und können auf langfristige und verlässliche Partnerschaften bauen. Auch mit Blick auf das umfangreiche Produktangebot auf dem Conrad Marketplace sind wir gut aufgestellt und haben uns bewusst für ein im Bedarfsfall skalierbares Marktplatz-Modell entschieden. Seit rund zwei Jahren gehört außerdem der Distributor Electronic Direct zur Conrad Gruppe, dessen Schwerpunkt auf der Sonderbeschaffung elektronischer Bauteile liegt und somit unsere Kunden auch in diesem Bereich kompetent unterstützt.
Text: Treffpunkt.Bau
Bildmaterial: Siehe Bildquelle
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