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Stihl // Erfolgsmeldungen: Stihl steigert Umsatz und forciert Akku-Transformation
Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 blickt die Stihl Gruppe zurück und stellt in einem anhaltend anspruchsvollen Marktumfeld ihre strategische Weitsicht unter Beweis. Dem führenden Hersteller von Motorsägen und motorgetriebenen Gartengeräten gelang es, den weltweiten Umsatz auf 5,48 Milliarden Euro zu steigern, was einem Zuwachs von 2,8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit bewegt sich das Familienunternehmen fast wieder auf dem Niveau des historischen Rekordjahres 2022. Dieter Arl besuchte für Treffpunkt.Bau die Bilanzpressekonferenz am 20. Mai 2026 in Waiblingen.
Das starke Ergebnis ist umso bemerkenswerter, da der Markt im Berichtszeitraum von erheblichen externen Faktoren geprägt war. Neben einer vielerorts lahmenden Konjunktur, einer spürbaren Kaufzurückhaltung der Kunden und negativen Wechselkurseffekten stellte insbesondere die herausfordernde Zollpolitik in den USA als dem größten Einzelmarkt eine Belastung dar. Dass Stihl diese Hürden erfolgreich meistern konnte, liegt maßgeblich an der soliden wirtschaftlichen Basis des Unternehmens. Die ohnehin hohe Eigenkapitalquote konnte im vergangenen Jahr nochmals auf 71,2 % gesteigert werden. Zusammen mit einer ebenfalls verbesserten Liquidität ist das Unternehmen in der Lage, notwendige Zukunftsinvestitionen grundsätzlich aus eigenen Mitteln zu bestreiten und unabhängig von externen Kapitalmärkten agieren zu können. Auch die weltweite Belegschaft wuchs antizyklisch um 2,6 % auf insgesamt 20.246 Mitarbeitende zum Jahresende an.
Differenzierte Entwicklung auf den globalen Märkten
Das internationale Geschäft bleibt das tragende Fundament der Unternehmensgruppe, die knapp 91 % ihrer Erlöse im Ausland erwirtschaftet. Die einzelnen Vertriebsregionen zeigten im Jahr 2025 jedoch ein sehr differenziertes Bild. In Westeuropa konnte sich Stihl in einem insgesamt schwächer werdenden Marktumfeld behaupten und Marktanteile hinzugewinnen, obwohl untypisch trockene und heiße Sommermonate das klassische Geschäft phasenweise dämpften. Ein starker Wachstumsmotor in dieser Region war das Segment der Akku-Geräte, das zweistellige Zuwachsraten von teilweise über 20 % verzeichnete. Osteuropa zeigte eine leichte Erholung, wenngleich die handelspolitischen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und schwache Lokalwährungen die Dynamik bremsten. Dennoch konnte auch hier der Absatzanteil im Akku-Segment in allen Hauptmärkten auf ein Niveau von deutlich über 20 % angehoben werden.
Nordamerika behauptete seine Position als größter Einzelmarkt mit einem Anteil von rund einem Drittel am Gesamtumsatz. Trotz eines verunsicherten Marktumfelds lag der Umsatz leicht über dem Vorjahr. Neben vorteilhaften Wetterbedingungen und einem starken Aftermarket-Geschäft spielten hierbei Sondereffekte der US-Zollpolitik eine Rolle, da viele Fachhändler ihre Lager angesichts angekündigter neuer Zölle vorzeitig auffüllten. In Lateinamerika zeigte sich ein gemischtes Bild. Während im Kernmarkt Brasilien gestiegene Steuern, hohe Zinsen und Sozialabgaben die Kaufkraft schwächten, verzeichnete Argentinien eine Erholung. Länder wie Kolumbien, Peru, Ecuador, Nicaragua und Honduras verbuchten dank hoher Erzeugerpreise für Agrargüter wie Kaffee und Kakao eine ausgeprägte Investitionsbereitschaft und zweistellige Zuwächse.
In Asien entwickelten sich die Schlüsselmärkte China und Indien positiv. Insbesondere in China führte ein optimierter Produktmix bei Motorsägen und Ketten zu einer deutlichen Verbesserung der Ergebnisqualität bei gleichzeitigem Umsatzwachstum. Die dynamischste Entwicklung verzeichnete die Region Afrika und Naher Osten, wo sowohl der etablierten Tochtergesellschaft in Südafrika als auch den neuen Standorten in Ostafrika erhebliche Umsatz- und Marktanteilsgewinne gelangen. Einzig die Region Ozeanien musste infolge einer schwachen Binnen- und Exportkonjunktur in Australien und Neuseeland Rückgänge bei Absatz und Umsatz hinnehmen, wenngleich das Akku-Segment auch dort gegen den Trend zulegte.
Akku-Transformation: Stihl investiert strategisch in Produktion und Produkte
Der strategische Fokus von Stihl liegt unmissverständlich auf der Transformation hin zur Akku-Technologie, ohne dabei die traditionellen Stärken im Verbrennungssegment zu vernachlässigen. Der weltweite Absatzanteil akkubetriebener Produkte stieg 2025 auf 27 %. Vorreiter ist hierbei Westeuropa, wo bereits rund zwei Drittel aller verkauften Stihl Geräte mit einem Akku ausgestattet sind. Um den erklärten Anspruch der doppelten Technologieführerschaft zu untermauern, hat das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr bedeutende Infrastrukturprojekte realisiert. Im rumänischen Oradea wurde ein neues Werk eingeweiht, das als europäisches Kompetenzzentrum ausschließlich für die Fertigung von Akku-Packs und Akku-Geräten zuständig ist. Das Investitionsvolumen für diesen strategisch wichtigen Standort belief sich auf 125 Millionen Euro.
Gleichzeitig wurde am deutschen Stammsitz in Waiblingen die Eigenfertigung von EC-Motoren gestartet. Diese hocheffizienten Motoren bilden das Herzstück moderner Akku-Werkzeuge und wurden in der Vergangenheit von Zulieferern bezogen. Durch diesen Schritt erhöht Stihl die eigene Wertschöpfungstiefe und stärkt die technologische Unabhängigkeit. Dass der Verbrennungsmotor weiterhin eine tragende Säule im Profi-Einsatz darstellt, bewies das Unternehmen parallel mit der Markteinführung der neuen Benzin-Motorsäge Stihl MS 300, die ein optimiertes Verhältnis von maximaler Leistung bei minimalem Gewicht bietet.
Insgesamt investierte die Unternehmensgruppe im Jahr 2025 zukunftsorientierte 335,7 Millionen Euro in die globale Wettbewerbsfähigkeit, wobei mehr als die Hälfte dieser Summe auf das deutsche Stammhaus entfiel. Der größte Teil dieser Inlandsinvestitionen floss in den Erwerb eines zusätzlichen Firmenareals in Waiblingen, um bislang verstreute Unternehmenseinheiten mittelfristig zusammenzuführen, Strukturen zu straffen und logistische Synergien zu heben. Auch der internationale Fertigungsverbund wurde gestärkt, unter anderem durch die Inbetriebnahme einer neuen, hochflexiblen Montagelinie am brasilianischen Standort in São Leopoldo.
Stammhaus: Sondereffekte treiben Umsatz auf 1,85 Milliarden Euro
Das deutsche Stammhaus mit seinen acht Standorten verzeichnete für das Jahr 2025 ein Umsatzplus von mehr als 13 % auf 1,85 Milliarden Euro. Dieser Zuwachs basiert primär auf einem logistischen Sondereffekt. Aufgrund der Umstellung auf ein neues System zur Unternehmenssteuerung zum Jahreswechsel 2025/26 wurde ein erheblicher Teil der Produktion im Stammhaus vorgezogen, weshalb für das laufende Geschäftsjahr 2026 mit einem entsprechenden, gegenläufigen Effekt zu rechnen ist. Die Zahl der Beschäftigten am Stammhaus ging leicht auf 5.831 Personen zurück. Dennoch unterstrich das Familienunternehmen seine Standorttreue durchdie vorzeitige Verlängerung des Beschäftigungs- und Standortsicherungsvertrags bis Ende des Jahres 2027.
Ausblick: Jubiläumsjahr mit technologischem Meilenstein
Im Jahr 2026 feiert Stihl sein 100-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird im Unternehmen als Anlass genommen, die Brücke zwischen historischer Ingenieurskunst und dem Mut zur technologischen Erneuerung zu schlagen. Angesichts anhaltender globaler Unsicherheiten, volatiler Märkte und Währungskrisen plant der Vorstand für das Jubiläumsjahr bewusst konservativ und hat sich das Halten des aktuellen Umsatzniveaus als ambitioniertes Ziel gesetzt.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Stihl im Jubiläumsjahr einen wegweisenden Innovationsimpuls für die Bau- und Forstwirtschaft sowie den Garten- und Landschaftsbau. Mit der Vorstellung des neuen Allpro-Akkusystems ist dem Hersteller ein Technologiesprung gelungen. Das System wurde speziell für professionelle Anwender entwickelt und erschließt Leistungsklassen, in denen Profis bislang zwingend auf Verbrennungsantriebe angewiesen waren. Ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil für Betriebe ist die vollständige Abwärtskompatibilität zum bestehenden AP-Akkusystem des Herstellers. Das technologische Herzstück des Allpro-Systems bilden Hochleistungs-Akkus der neuesten Generation, die sich durch extreme Robustheit, längere Laufzeiten und eine deutlich gesteigerte Lebensdauer auszeichnen.
Ein zentraler Faktor für den harten Arbeitsalltag auf der Baustelle oder im Forst ist die neue Schnellladetechnologie: In Kombination mit dem passenden mobilen Schnellladegerät lassen sich die Energiespeicher in lediglich neun Minuten wieder auf 80 % ihrer Kapazität aufladen. Mit dieser Innovation verbindet die Stihl Gruppe den traditionellen Anspruch des Firmengründers Andreas Stihl, den Menschen die schwere Arbeit mit und in der Natur zu erleichtern, mit den modernen Anforderungen an emissionsfreie, hocheffiziente Baustellen- und Forstgeräte der Zukunft.
Text: Dieter Arl
Bildmaterial: Siehe Bildquelle
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