Liebherr 1000 EC-H 50 Litronic High-Top-Kran wächst mit seiner Aufgabe

Liebherr 1000 EC-H 50 Litronic High-Top-Kran wächst mit seiner Aufgabe

Bereits mit seinen 80 m freistehender Hakenhöhe ist der Liebherr 1000 EC-H 50 Litronic ein Großer. Für seine Aufgabe bei HeidelbergCement muss er sich jedoch gewaltig strecken. Auf über 150 m türmt der drahtige Riese bis zu 50 t schwere Aggregate und sperrige Bauteile. Wie er das schafft? Von unten betrachtet ganz einfach: Er klammert sich mit eisernem Griff ans fest gefügte Bauwerk und wächst mit der selbst errichteten Stahlkonstruktion Etage für Etage in die Höhe. Welche Herausforderungen solch ein XL-Kletterprojekt tatsächlich birgt, erläutert Daniel Huck, Thyssenkrupp Industrial Solutions, bei einem Vororttermin Bernd Mair, Geschäftsführer Treffpunkt.Bau.

„Thyssenkrupp ist bei diesem Projekt Auftragnehmer von Heidelberg-Cement in Sachen Stahlbau und Montage. Den Liebherr 1000 EC-H 50 Litronic nutzen wir zur Montage des Zyklon-Vorwärmerturms des Zementwerks. Der Kran erfüllt die gestellten Aufgaben mit Bravour“, sagt Huck und präzisiert: „Die hohe Tragkraft von maximal 50 t war auf dieser Baustelle bereits häufig gefragt. Da sind wir oftmals an die Grenze gegangen. Noch bis Mitte/Ende Januar 2019 werden wir den 1000 EC-H hier im Zementwerk einsetzen. Dann sind der Stahlbau und die Montagearbeiten abgeschlossen.“ Obgleich gewaltige Lasten an ihm zerren, kommt der Kran in diesem Fall ohne Bodenballast aus. An der Basis hält ihn eine massive Verschraubung in der Senkrechten, am Mast stützen ihn drei am Bauwerk verankerte Ringe. So gesichert, hebt er am lang ausgestreckten Arm bei 50 m Ausladung stattliche 20,3 t – mehr als ein vollbesetzter Reisebus wiegt.

 

Hochstapeln von 80 auf 150 m

Auf den ersten Metern lief alles wie gewohnt. Der Liebherr-Kran hievte routiniert im Eiltempo Tonne um Tonne Material in die Höhe – bis ihm bei 80 m unterm Haken die Luft ausging. Dann wurde es spannend: Die Kletterpartie begann. Die ersten Höhenmeter kraxelte die Konstruktion noch etwas steifbeinig, so Huck. Seine Expertencrew musste den Klettermechanismus mit der gebotenen Vorsicht in Betrieb nehmen. Als alles rundlief, konnten problemlos bis zu drei Turmelemente pro Tag eingesetzt werden, was 17 m Wachstum bedeutet. Der Rekord liegt bei sechs Elementen pro Tag – über Nacht schoss der Kran um kirchturmhohe 34 m in den Himmel. Gegenwärtig beträgt die maximale Hakenhöhe 152 m. In dieser Höhe sind seine vollen 50 t Tragkraft nicht mehr nötig, sodass vom 4-Strang-Betrieb auf den schnelleren Betrieb mit 2 Strängen umgerüstet werden konnte. Den Umbau erledigten die Spezialisten von Liebherr. Ebenfalls umgerüstet bzw. aufgerüstet werden musste die Kabine. Der Hochsitz erhielt eine leistungsstarke Zwangsbelüftung, die über einen Schlauch Frischluft aus Bodennähe ansaugt. Nötig wurde diese Sicherheitsmaßnahme aufgrund der Rauchgasfahne aus dem alten Kamin der Anlage, die speziell bei Inversionswetterlagen genau auf Höhe der Kabine am Kran vorbeizieht. Zusätzlich zur Zwangsbelüftung bekam der 1000 EC-H eine Fernsteuerung von Liebherr, die bei den Fahrern sehr beliebt ist. „Der Fahrer erhält sämtliche relevanten Informationen über das Display der Fernsteuerung und kann den Kran optimal auch außerhalb der Kabine steuern“, sagt Huck und ergänzt: „Dennoch lohnt sich der weite Weg nach oben: Die Aussicht ist einfach fantastisch und der Fahrer kann sie dank der nachgerüsteten Belüftungsanlage nun auch ungetrübt genießen.“

 

 

Text und Bilder: Bernd Mair

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