Petzl – Spektakulärer Wettkampf in der Höhe

Petzl – Spektakulärer Wettkampf in der Höhe

Am 25. Januar ging es im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) der Stiftung Bergwacht in Bad Tölz hoch her: Bei der Petzl RopeTrip Series Germany, der inoffiziellen deutschen Meisterschaft der Seilzugangstechniker, zeigten zehn Teams, zu welchen Höchstleistungen sie mithilfe der richtigen Höhenzugangstechnik fähig sind. Das Gewinnerteam konnte sich für die Endrunde des internationalen Petzl RopeTrip qualifizieren, die im April in Singapur stattfinden wird.

Die Teams, bestehend aus jeweils drei Personen, mussten an drei Einzel- und einer Mannschafts-Station beweisen, dass sie mit großer Präzision und in möglichst kurzer Zeit in der Lage sind, schwierige Aufgaben zu lösen, die an ihren Arbeitsalltag angelehnt sind. Neben dem richtigen Umgang mit Persönlicher Schautzausrüstung (PSA) waren dabei Geschick, Ausdauer und strukturiertes Vorgehen ge fragt. An allen Stationen kam Petzl PSA zum Einsatz, darunter Gurte, Helme, Falldämpfer, Seile und vieles mehr.

 

Näher am deutschen Kunden

Petzl ist ein französischer Ausrüstungshersteller für den Bergsport, die Höhenrettung und das professionelle Arbeiten in großen Höhen. Besonders bekannt ist das inhabergeführte Unternehmen hierzulande für seine leistungsstarken LED-Stirnlampen. 2014 hat Petzl seine erste deutsche Niederlassung in Geretsried in der Nähe von München eröffnet, um näher am Kunden sein zu können. „Natürlich haben wir die Niederlassung in der Nähe von München auch aus logistischen Gründen gewählt. Im Süden Deutschlands ist ein Großteil des Wettbewerbs. Deswegen wollten wir uns dort ebenfalls platzieren. Was den Vertrieb der Petzl-Produkte angeht, waren wir in Deutschland schon sehr gut aufgestellt. Da unsere Produkte aber teilweise sehr technisch und damit erklärungsbedürftig sind, wollten wir noch näher beim Kunden sein. Wir wollen da sein, wenn Fragen aufkommen. Wenn Probleme im Arbeitsalltag entstehen, sollen Anwender uns erreichen können und nicht irgendwo im Headquarter in Frankreich anrufen und mit irgendjemandem auf Englisch sprechen müssen. Sie sollen mit unseren Experten im Innen- sowie im Außendienst direkt in Kontakt treten können und eine kompetente Beratung erhalten. Die Anwender werden dann auch an den entsprechenden Handelspartner verwiesen, der sie vor Ort unterstützt. Das sehen wir als unsere Kernaufgabe“, so Christoph Driever, Chef von Petzl Deutschland.

 

Inoffizielle Meisterschaft der Seilzugangstechniker

Seit 2012 ist Petzl Ausrichter des Petzl RopeTrips. Dieser bringt im Zwei-Jahres-Rhythmus Seilzugangstechniker aus aller Welt zu einem Wettkampf mit begleitendem Symposium zusammen. Seilzugangstechniker seilen sich mittels seilunterstützter Zugangs- und Positionsierungsverfahren (SZP) zu ihrem jeweiligen Arbeitsort ab. Ihre Arbeitsplätze befinden sich oft in luftiger Höhe und sind schwer erreichbar. Die dabei angewandten Abseiltechniken erfordern ein entsprechendes Fachwissen, das im Rahmen spezieller Ausbildungsmaßnahmen vermittelt wird. Ihre möglichen Einsatzgebiete reichen beispielsweise von Montage- und Reparaturarbeiten über die Fassadenreinigung bis hin zur Höhenrettung. Marek Proba, Leiter des Petzl Technical Instituts und damit Ausrichter des deutschen Vorentscheids, zeigte sich mit der diesjährigen Veranstaltung sehr zufrieden. Die kniffligen Aufgaben, die vorab von ihm und seinem Team konzipiert wurden, erforderten nicht nur Kraft, sondern auch strukturiertes Vorgehen. Den Zuschauern bot sich ein teils spektakulärer Anblick der Höhenarbeiter. „Alle haben ihr Bestes gegeben“, so Proba. Ihm war wichtig, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. „Die Teams sind ehrgeizig, aber nicht verbissen“, schilderte er die gute und kollegiale Stimmung unter den Teilnehmern. „Natürlich soll den Teilnehmern hier auch ein Forum geboten werden, bei dem sie sich nebenher auch austauschen, kennenlernen und netzwerken können. Und wenn wir dann vielleicht sogar Feedback zu unseren Produkten erhalten, können wir dieses direkt an unser Qualitätsmanagement weiterleiten“, ergänzte Driever.

 

Endrunde findet in Singapur statt

Am besten kam das Team Rope Sheperds II mit den Aufgaben zurecht und konnte somit die Gesamtwertung für sich entscheiden. Damit qualifizierten sie sich für den internationalen Wettbewerb und dürfen sich gleichzeitig freuen, zu dieser Reise von Petzl eingeladen zu werden. Zusammen mit einem weiteren Team vertreten sie nun im April Deutschland beim Petzl RopeTrip in Singapur, bei dem 40 Teams aus aller Welt gegeneinander antreten werden.

 

 

Text: Gloria Schaffarczyk

Bilder: Treffpunkt.Bau, Petzl

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