VDMA/HDB – Einschätzung der aktuellen Situation

VDMA/HDB – Einschätzung der aktuellen Situation

Mitte Mai veranstalteten der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) eine gemeinsame Online-Pressekonferenz zu den wirtschaftlichen Konsequenzen und Erwartungen angesichts der Covid-19 Pandemie. Eine vorläufige Prognose beider Verbände, die auf Umfragen unter den Verbandsmitgliedern beruht, sagt für das Bauhauptgewerbe im Jahr 2020 eine nominale Stagnation des baugewerblichen Umsatzes voraus.

Aktuell rechnet die Baumaschinenbranche mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 30 Prozent zum Jahresende. Das sei zwar, so Sebastian Popp, Stellvertretender Vorsitzender des VDMA, einschneidend, aber bei weitem nicht so dramatisch wie in den Jahren 2008 und 2009.

 

Gute Ergebnisse im ersten Quartal

Das erste Quartal 2020 erzielte in den meisten Unternehmen noch unbeeinflusst von der Krise akzeptable Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang lag bei Baumaschinen mit 6 Prozent im Plus über dem Vorjahresniveau. Die Baustoffanlagen drehten im selben Zeitraum mit 22 Prozent ins Minus im Vergleich zum Vorjahr.

 

Einbußen in Europa und den USA

Negative Tendenzen zeigten sich Ende März in den Ergebnissen der zweiten VDMA-Blitzumfrage zur Corona Krise. 57 Prozent der Unternehmen, die aus dem Baumaschinen- und Baustoffanlagenbereich teilnahmen, gaben an, dass sie signifikante oder starke Rückgänge beim Auftragseingang hinnehmen mussten. In der im April darauffolgenden Runde waren es bereits 72 Prozent.

 

Kaum Stornierungen

Bemerkenswert ist, dass es kaum Stornierungen von Aufträgen gab, sondern mehrheitlich fehlende neue Bestellungen. Störungen in der Lieferkette blieben weitestgehend stabil, von Ende März bis Mitte April waren diese sogar leicht rückläufig. Das zeigt, dass es den Unternehmen gelingt, Prozesse anzupassen und Alternativen einzusetzen. Die vierte Umfrage vom 7. – 8. Mai zeigt an dieser Stelle weitere positive Tendenzen. Anders sieht es beim Auftragseingang aus. 87 Prozent der Unternehmen gaben an, gravierende oder signifikante Einbußen zu haben – vorwiegend in Europa und den USA. Im Bereich Baustoffanlagen sind Zulieferer der Zementbranche, am Umsatzvolumen gemessen, das größte Segment. Die weltweite Drosselung der Zementproduktion führt auch bei den Maschinen- und Anlagenbauern dieser Branche zu Einbußen.

 

Schutzschirm für Kommunen

Dem HDB zufolge wird es wesentlich sein, die Nachfrage nach Bauleistungen aufseiten der öffentlichen und der privaten Auftraggeber stabil zu halten und auszuweiten. Die Folgen für die kommunalen Haushalte sind enorm. Die Gewerbesteuern werden zusammenbrechen, mittelfristig auch die Einnahmen aus der Einkommenssteuer sinken. Es braucht daher nicht weniger als einen Schutzschirm für Kommunen.

 

Mehr Digitalisierung könnte helfen

„Die aktuelle Krisensituation gibt zusätzliche Impulse, die Automatisierung bspw. im Bereich des modularen und seriellen Bauens ebenso rascher voranzutreiben wie auch die Bestrebungen zur Standardisierung der Maschinendaten, der Schnittstellen und der Maschinenkommunikation. Schon heute können wir feststellen, dass diese Faktoren die Aufrechterhaltung unseres Baugeschäftes auch in solchen schwierigen Zeiten positiv beeinflussen“, ergänzt Ralf Lüddemann, Vorsitzender des Geräteausschusses des HDB.

 

 

Text: Gloria Schaffarczyk

Bild: VDMA/HDB

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