Geiger Unternehmensgruppe – Hand in Hand: Rohstoffgewinnung und Naturschutz

Geiger Unternehmensgruppe – Hand in Hand: Rohstoffgewinnung und Naturschutz

Die deutsche Bauwirtschaft boomt und der Bedarf an Rohstoffen ist ungebrochen hoch. Als Massenrohstoff Nummer eins steht Kies an der Spitze der benötigten Baustoffe. Dieser kann, wie nahezu alle benötigten mineralischen Baustoffe, regional gewonnen werden, doch immer wieder steht die Gewinnung in der Kritik. Eine Problematik, die auch die Allgäuer Unternehmensgruppe Geiger kennt.

Mit einer Informationsveranstaltung Anfang Oktober unternahm Geiger erste Schritte, um für mehr Akzeptanz in Bezug auf die verantwortungsvolle Gewinnung von mineralischen Rohstoffen zu werben. Denn wo bekannt wird, dass Unternehmen sich für die Förderung von Rohstoffen interessieren, da lassen Bürgerinitiativen meist nicht lange auf sich warten. Referenten der Veranstaltung waren unter anderem Dr. Christoph Heim, Genehmigungsmanagement Geiger Gruppe, Dr. Stephanie Gillhuber, Bayerischer Industrieverband Baustoffe, Steine, Erden e. V. (BIV), sowie Jenny Sachwitz, Naturschutz- und Nachhaltigkeitsexpertin der Geiger Gruppe.

 

Tradition und Zukunft der Geiger Gruppe

Ihren Hauptsitz hat die Geiger Gruppe in Oberstdorf im Allgäu. Mit über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie rund 50 Standorten im deutschen und europäischen Raum liefert, baut, saniert und entsorgt Geiger für Kunden aus den Bereichen Infrastruktur, Immobilien und Umwelt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1923 hat sich die Unternehmensgruppe zu einem vielseitigen Firmenverbund mit mehr als einem Dutzend Geschäftsfeldern entwickelt.

Ungeachtet seiner Größe und eines Jahresumsatzes von 600 Millionen Euro ist das Unternehmen seiner Philosophie „langfristig eigenständig erfolgreich sein“ bis heute treu geblieben. Die  Firmengruppe legt viel Wert auf Beständigkeit und unternehmerische Verantwortung. Erst vor Kurzem wurde beschlossen, mehr als zehn Millionen Euro in den Ausbau eines bestehenden Standortes in Herzmanns bei Waltenhofen zu investieren. „Unsere Familien haben sich hier vor rund 60 Jahren etwas aufgebaut, weil sie von diesem Standort überzeugt waren. Bis heute hat sich an dieser Einstellung nichts geändert.

Diese Historie möchten wir nun erfolgreich fortführen“, so Pius Geiger, Gesellschafter der Geiger Unternehmensgruppe. Auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit kommen nicht zu kurz: „Sämtliche Vorgaben der Behörden werden eingehalten, insbesondere beim Schallschutz. Schließlich ist unser Unternehmen an strikte Grenzwerte gebunden, die von den Behörden verbindlich festgelegt wurden. Die Grundlagen für diese Auflagen wurden von unabhängigen, teils sogar staatlich bestellten und vereidigten Fachleuten ermittelt“, betont Pius Geiger. Um weniger Fläche zu verbrauchen sowie dem eigenen Bedürfnis nach mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit gerecht zu werden, baut das Unternehmen größtenteils auf einer früheren Deponiefläche.

 

Eine Industrie, die mehr zurückgibt, als sie nutzt

Regionale Gruben und Steinbrüche sind nicht nur wirtschaftlich sinnvoll. Sie können auch Hand in Hand gehen mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit. „Rohstoffe sollen dort gewonnen werden, wo sie geologisch auch vorkommen, damit die Bauwirtschaft ortsnah auf kurzen Transportwegen mit diesen mineralischen Rohstoffen versorgt werden kann“, so Dr. Stephanie Gillhuber im Rahmen der Geiger-Informationsveranstaltung. Dem Verein zufolge kann der in Bayern benötigte Bedarf an Sand, Kies, Schotter und sonstigen mineralischen Rohstoffen nur zu etwa 10 Prozent durch Recyclingmaterial gedeckt werden.

Um die restlichen 90 Prozent nachhaltig zu decken, sei die regionale Rohstoffgewinnung unabdingbar. Darüber hinaus leisten die rohstoffgewinnenden Betriebe mit ihren Gruben und Steinbrüchen einer Untersuchung zufolge einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Bio-Diversität. Im gemeinsamen Auftrag des BIV und des Landesamtes für Umwelt Bayern untersuchten Biologen die bayerischen Steinbrüche und Gruben. Die Wissenschaftler konnten vor Ort 155 in Bayern gefährdete Pflanzenarten nachweisen. Sie fanden zudem 123 Vogelarten, von denen 51 Arten in ihrem Bestand bedroht sind. „Unsere Kiesgruben sind sogar während der Rohstoffgewinnung, die ja einen gewissen Rohbodenstandort bieten, ein Lebensraum für seltene und bedrohte Tierarten. Das heißt, wir haben in unseren Gruben einen Hotspot für die Bio-Diversität und für die Artenvielfalt“, so Dr. Gillhuber.

Ohne ausgefeiltes Nachnutzungskonzept würden ohnehin keine Genehmigungen erteilt. „Wir müssen unzählige Gutachten vorlegen, Verordnungen beachten, Bundesgesetze befolgen und die beteiligten Behörden sind alle kritisch. Ein Genehmigungsverfahren dauert momentan durchschnittlich etwa sechs bis acht Jahre. Im besten Fall sind es zwei Jahre“, so Dr. Heim.

 

Aufklärung und Dialog mit Anwohnern

Eine Gewinnungsstätte ist ein gewisser Eingriff in das Landschaftsbild. Die Unternehmen der Rohstoffgewinnung werden jedoch im Rahmen der Genehmigungsverfahren verpflichtet, die Auswirkungen so gering wie möglich zu gestalten und hohe Umweltstandards einzuhalten. Ein Großteil der Betriebe engagiert sich weit über die Vorgaben hinaus für Umwelt und Anwohner. Das oft von Interessengruppen gezeichnete Negativbild entspricht dem BIV zufolge in den wenigsten Fällen der Meinung der breiten Öffentlichkeit.

So hat eine forsa-Umfrage in Bayern ergeben, dass die Mehrheit der Menschen, die in der Nähe einer Grube oder eines Steinbruchs wohnen, sich, wie mit jedem anderen Wirtschaftsunternehmen in der Nachbarschaft, seit Jahrzehnten arrangieren und die künftige heimische Rohstoffgewinnung befürworten.

 

Über den BIV

Der 1945 gegründete BIV (Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden e. V.) vertritt die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftspolitischen Interessen von knapp 450 Mitgliedsfirmen mit rund 1.300 Arbeitsplätzen. Die Mitgliedsunternehmen stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Bayern dar. Die bayerische Roh- und Baustoffbranche fördert jährlich 150 Millionen Tonnen Rohstoffe und produziert 15 Millionen Tonnen Betonwaren und Fertigteile sowie 11 Millionen Kubikmeter Transportbeton.

 

Text: Bernd Mair

Bilder: Geiger Unternehmensgruppe, Treffpunkt.Bau

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