Wolffkran // Diagnose: multiple Herausforderungen – 13 Wolff-Krane errichten US-Klinikum in Weilerbach

Es wird das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA: Im rheinland-pfälzischen Weilerbach bei Kaiserslautern, in unmittelbarer Nähe der Airbase Ramstein, entsteht moderner Ersatz für die 1953 erbaute Klinik der US-Armee im benachbarten Landstuhl. Das neue Gebäude mit markant geschwungener Fassade, die an eine US-Flagge erinnern soll, wird über 4.000 Zimmer, 120 Behandlungsräume und neun OP-Säle auf rund 90.000 Quadratmeter Grundfläche beherbergen. 13 „Wölffe“ arbeiten im Auftrag der ARGE US-Klinikum Weilerbach (Ed.Züblin AG/Gilbane) an dem Megaprojekt. Als Mitte Mai 2023 endlich alle Krane standen, war bereits der erste große Projektmeilenstein geschafft.

„Noch bevor die Kranfundamente geplant werden konnte, mussten zahlreiche bürokratische Hürden genommen werden“, sagt Arbeitsvorbereiter Daniel Rüttinger, zuständig für Prozessplanung und Baubetrieb bei der Ed.Züblin AG. Da sich die Baustelle in der Einflugschneise der Ramstein Airbase befindet, benötigt jeder Hochbau- und Mobilkran eine luftrechtliche Genehmigung vom Luftfahrtamt der Bundeswehr und muss zudem mit spezieller Befeuerung ausgestattet werden. 

 

Überraschungen im Untergrund 

Eine weitere Herausforderung der Bauvorbereitung war die Gründung der Krane. „Infolge des stark heterogenen Baugrunds, bestehend aus mehreren Bodenschichten, wurden Sondierungsbohrungen an jedem Kranstandort durchgeführt.“, erläutert Daniel Rüttinger. Auch der Auftrieb durch anstehendes Grundwasser, bereits verlegte Leitungen und die Verträglichkeit der Betonfundamente mit natürlich im Boden vorkommendem Radon mussten bei den Krangründungen berücksichtigt werden. 

Um alle Gebäudeteile abdecken zu können, mussten einige Krane an besonders tief liegenden Stellen platziert werden, wo sie auf bis zu 2,40 Meter hohen Fundamenten aufgestellt wurden. Da diese Bereiche im Bauverlauf mit Erdreich verfüllt werden, wurden die unteren Turmstücke mit einem Kranverbau ummantelt. Dadurch können die umliegenden Gebäudegründungsbauteile errichtet, der Arbeitsraum verfüllt und der Kran später trotzdem wieder vollständig zurückgebaut werden.

 

Klassiker und Neuzugänge gemeinsam im Einsatz 

Die ARGE setzt auf der Baustelle einen Wolff 8033.16 Cross, einen 7534.16 Clear, einen 7032.12 Clear, drei 6031.12 Clear, drei 6031.8 Clear, zwei 5014.6 City, eine 262 SL sowie einen 6522 FL 12 ein. Die Krane verfügen über maximale Traglasten zwischen 6,0 und 16,5 Tonnen sowie über Spitzentraglasten zwischen 1,8 und 7,0 Tonnen. Die höchsten Krane stehen auf knapp 70 Meter hohen Türmen. 

„Zehn Wolff Krane stammen aus dem Züblin-Konzernbestand“, so Thomas Odenbreit vom Wolffkran Vertrieb Deutschland. „Wir freuen uns, dass Züblin als unser langjähriger Geschäftspartner für dieses herausragende Projekt noch einmal drei ‚Wölffe‘ (Wolff 6031.12, 7032.12 und 7534.16) erworben hat. Schön ist es auch zu sehen, dass ein echter Klassiker das Rudel unterstützt. Der Wolff 262 SL ist Baujahr 1989 und seit 34 Jahren im Kundenbestand. Ein ‚lebender‘ Beweis für die Beständigkeit eines Wolff“, so Thomas Odenbreit. 

Die Krane werden bis Ende 2024 Bewehrung und Schalung, Halbfertigteile, Betonkübel und bis zu zehn Tonnen schwere Fertigteiltreppen versetzen. Fünf von ihnen bleiben auch nach Abschluss der Rohbauarbeiten auf dem Baufeld stehen, um den weiteren Gebäudeausbau zu unterstützen. Ende 2028 sollen die ersten Patienten in dem Neubau versorgt werden, der nicht nur für verwundete US-Soldaten aus Kampfeinsätzen gedacht ist, sondern auch die Versorgung von mehr als 200.000 US-Militärs, Zivilangestellten des amerikanischen Verteidigungsministeriums und weiterer amerikanischer Behörden und deren Angehörigen in Europa sicherstellen soll. Die Firmen Züblin und Wolffkran arbeiten aktuell noch auf anderen Großbaustellen zusammen, so etwa bei mehreren Teilprojekten von „Stuttgart 21“.

 

Text und Bildmaterial: Wolffkran

Anzeige

FRD Furukawa - Anzeige Produktauswahl

Anzeige

Rototilt Banner Februar 2024